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Auto Fotografie – Tipps um Neuwagen bis Oldtimer in Szene zu setzen

Nicht jeder Fotograf ist gleichzeitig Autofan, aber falls du ein schickes Auto fährst, dann hast du bestimmt auch Freude daran, es zu fotografieren. Besonders, wenn du einen seltenen Wagen besitzt, den man nicht im Dutzend auf der Straße sieht. Vielleicht ein amerikanisches Modell oder einen besonders teuren Rennwagen? Oder einen schicken Oldtimer? Daneben gibt es aber für Fotografen noch viel wichtigere Gründe, Autos professionell zu fotografieren: Die Produktfotografie. Wie das zusammenhängt und wobei es darum geht, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Wir beschäftigen uns auf dieser Webseite auch mit anderen Formen der Fotografie. Unter anderem auch mit der Eventfotografie. Bei dieser geht es unter anderem darunter, wie man gute Hochzeitsfotos mit seiner Kamera schießen kann!

Autofotografie als Unterbereich der Produktfotografie

Autos zu fotografieren gehört hauptsächlich zur Produktfotografie, also der Werbefotografie. Daher benutzt du auch die grundsätzlichen Tipps, die für die Produktfotografie und die Werbung gelten. Was das ist, das erklären wir dir im nächsten Abschnitt.

Was bedeutet Produktfotografie?

Bei der Produktfotografie, also auch bei der Auto Fotografie, geht es vor allem darum, die angebotenen Waren so gut wie möglich zu präsentieren, um den Kunden einen Kaufanreiz zu vermitteln. Dabei spielt es keine Rolle, ob du die Fotos für einen Online-Shop oder einen Katalog oder ein Prospekt entwirfst. Es muss nur so interessant sein und so gut aussehen, dass der Kunde das Produkt unbedingt haben möchte.

Im Lebensmittelbereich gibt es beispielsweise zusätzliche Foodstylisten, die die echte Ware zusätzlich „pimpen“, damit sie besonders lecker aussieht. Da kann die glänzende Schokosoße schon mal aus Motoröl bestehen, der Zweck heiligt die Mittel. Hauptsache, das Mikrowellenmenü, das in der Realität wenig appetitlich aussieht, wirkt im Prospekt wie direkt aus einer Sterneküche. Und so muss es bei den Autos auch sein. Sie müssen so attraktiv aussehen, wie eben frisch vom Band gerollt, mit glänzendem Lack und attraktiven Farben.

Welche Techniken und Möglichkeiten kommen zur Anwendung um Autos in Szene zu setzen?

Für solche Fotos musst du selbstverständlich entsprechend nachhelfen. Entweder mit fotografischen Techniken wie Licht- und Schattenspiel oder Tiefenschärfe, spezieller Beleuchtung und guter Einbindung in die Umgebung – oder später mit einer optimalen Nachbearbeitung. Daran siehst du schon, dass du für jedes Produkt andere Tricks beachten musst, um es gekonnt in Szene zu setzen. Eine gute Perspektive, eine gekonnte Ausleuchtung, der richtige Weißabgleich oder auch eine gute Farbbalance sind allerdings bei jedem Shooting unabdingbar.

Warum dieser Aufwand?

Nun, denk mal an einfache Produkte. Wie kannst du in überzeugender Weise eine Büroklammer oder eine Packung Schrauben oder Muttern verkaufen? Die Teile sehen recht unspektakulär aus. Dennoch sollen sie in Katalogen, auf Plakaten oder Messefotos grandios aussehen. Meist kannst du das durch eine gute Lichtführung, eine ungewöhnliche Perspektive oder eine interessante Dekoration erreichen.

Zielgruppe beachten

All das solltest du zusätzlich an die Zielgruppe anpassen. Kinder wollen deine Schrauben vermutlich trotz bester Perspektive und Farbwahl nicht kaufen. Also brauchst du auch keine Luftballons zur Dekoration verwenden. Das typische „Sex sells“ ist in dem Fall aber wohl übertrieben, denn auch wenn sich ein paar attraktive Damen in einer Badewanne voller Schrauben räkeln, macht sie das für einen Handwerker nicht besser verwendbar.

Die richtige Location auswählen

Hilfreich sind also gut passende Locations. Und wenn diese nicht günstig einzubinden sind, wie vielleicht die Demonstration, dass das Produkt sogar auf dem Mond oder Mars gut funktioniert, dann hilft dir die Fotomontage. Hier kannst du bei der Nachbearbeitung nach der eigentlichen Aufnahmen immer noch tricksen, was das Zeug hält. Aber trotzdem kann dich das nicht retten, wenn deine Grundzutat, das Produktbild, unbrauchbar ist.

Mögliche Fotomethoden

Bei kleinen Produkten kannst du diese gut auf einem Drehteller mit mehreren Shots und aus verschiedenen Winkeln ablichten. Auch Autos können auf Messen auf solchen drehbaren Plattformen stehen und du kannst damit ähnlich verfahren. Außerdem hast du bei gewöhnlichen Produkten die Wahl, ob du sie mit der Verpackung ablichtest oder als freigestelltes, aber etwas langweiliges Produktfoto.

Bei der Lebensmittelpräsentation kommen spezielle Stylisten zum Einsatz, die das Essen zur Not mit der Pinzette vorbereiten, damit es lecker aussieht. Obwohl Burger aus Pappe bestehen können und Eiskugeln eigentlich gefärbter Kartoffelbei sind. Für andere Produkte eignet es sich eher, diese in Aktion zu zeigen. Beispielsweise Spiele oder auch Fahrräder oder Skateboards. Auch Mode wirkt mit Models besser als nur als Produktfoto.

Autos zeigt man gerne in voller Fahrt in aufwendigen TV-Spots vor einer spannenden Kulisse – und sei es mitten in der Wüste oder einer aufregenden Landschaft. Dasselbe lässt sich auch bei einem Foto umsetzen. Zur Not mithilfe einer Nachbearbeitung.

Wie gehst du normalerweise bei solchen Aufnahmen vor?

Um die Produkte – später also auch dein Auto – richtig in Szene zu setzen, brauchst du zunächst ein gutes Konzept, auf dem der Rest deines Shootings aufbaut. Dann solltest du eine gute Vollformatkamera besitzen, die Fotografen typischerweise für Produktfotografien einsetzen. Auch auf ein Stativ solltest du bei solchen Aufnahmen keinesfalls verzichten.

Zu Beginn solltest du übrigens auf einen neutralen oder einfachen Hintergrund achten, der sich später noch bearbeiten lässt. Viele Profis bevorzugen eine geschlossene Blende, um eine bessere Schärfentiefe zu erzielen, aber das hängt natürlich ganz von deinem gewünschten Ergebnis ab. Zudem kommst du nicht um eine optimale Ausleuchtung herum. Aber das kennst du bereits von anderen Fotos, eventuell von deinen Portraitaufnahmen.

Von den grundsätzlichen Tipps gehen wir nun aber zu den konkreteren Schritten über, die du für gute Autofotos benötigst.

Was ist bei der Auto Fotografie zu beachten?

Eine Autofotografie ist nun zwar eine Produkt- und Werbefotografie, aber das Produkt ist dabei etwas größer und anders geartet, als ein Eis oder ein Bedarfsgegenstand. Daher musst du in allen genannten Punkten darauf achten, dass du bei der Arbeit auch dem Fahrzeug gerecht wirst. Das kommt natürlich auch darauf an, wofür die Fotos am Ende gedacht sind. Willst du damit womöglich nur dein eigenes Auto verewigen oder einem Freund helfen, seinen Wagen in einem Online-Portal zum Verkauf einzustellen? Das führt uns gleich zur ersten Frage:

Wo braucht man die Autofotografie?

Natürlich kannst du Autos fotografieren, wann und wo du willst und das auch für private Zwecke verwenden. Ein Auto ist schließlich häufig des Mannes bester Freund und da will man ja so ein Foto auch gerne mal am Stammtisch zeigen können. Zudem gibt es auch Kfz-Mechaniker, die mit der Restauration alter Autos beschäftigt sind und gerne die einzelnen Schritte oder zumindest ein Vorher – Nachher dokumentiert haben möchten. Sie können auf solche Fotos ganz besonders stolz sein und diese als Referenz für ihre gute Arbeit mit Stolz vorzeigen.

Aber normalerweise ist die Autofotografie ein eigenständiges Aufgabengebiet für einen Profi. Als Autofotograf, der darauf spezialisiert ist, kannst du nämlich Autohäuser oder Ausstellungen sowie Messen mit deinen Fotos unterstützen. Um das zu erreichen, brauchst du natürlich die notwendigen Verbindungen zum Endkunden, ansonsten kommst du nicht an so einen Auftrag. Und gerade bei sehr kostspieligen Autos und Neuvorstellungen müssen die Bilder hervorragend aussehen, um auch Käufer anzulocken.

Grundsätzlich berücksichtigst du für die Autofotografie die Regeln der Produktfotografie. Solche Fotos lassen sich auch für Kalender nutzen oder als Cover für entsprechende Bücher sowie für allerhand andere Vermarktungsideen wie Mousepad, Wandtapeten oder Poster.

Auto Fotografie Tutorial

Die schönen Fahrzeuge einfach nur gut abzulichten, genügt natürlich nicht. Stattdessen geht es bei dieser Art der Fotografie darum, Autos gekonnt in Szene zu setzen. Darauf kannst du zum einen auf deine Kenntnisse aus den anderen Bereichen der Fotografie zurückgreifen, musst aber zusätzlich spezielle Anforderungen der Produktfotografie einbinden. Insbesondere solltest du dabei auf drei Punkte Acht geben:

  • Die richtige Umgebung für die Aufnahmen
  • Besonderheiten bei den Aufnahmen bei Tageslicht
  • Besonderheiten bei nächtlichen Aufnahmen

Dazu kommt, dass du bei Sonderbildern wie beispielsweise Oldtimern noch ein paar zusätzliche Dinge berücksichtigen musst. Das liegt daran, dass diese Autos eine andere Karosserie und andere Formen besitzen. Sie müssen daher eine andere Umgebung und eine andere Beleuchtung bekommen als Youngtimer oder moderne Autos. Schauen wir uns alle wichtigen Punkte einmal näher an.

1. Dein Equipment

Niemand schreibt dir vor, womit du die Fotos machen sollst oder musst, theoretisch genügt auch eine gute Handykamera. Aber seien wir doch mal ehrlich: ein Profi würde Messefotografien für seinen Kunden bestimmt nicht mit seinem Handy erledigen. Daher empfiehlt Olaf dringend, dafür eine Spiegelreflexkamera zu verwenden, oder wenigstens eine Systemkamera. Robert hat bereits Erfahrung mit Werbefotografie und greift für die richtig guten Bilder auch nur zu Vollformatkameras.

Der Vorteil dabei sind eindeutig die austauschbaren Objektive und die unterschiedlichen Brennweiten. Dazu solltest du auch immer ein Stativ verwenden. Das brauchst du nachts ohnehin für die längere Belichtung, aber es hilft dir auch tagsüber dabei, die Bilder keinesfalls zu verwackeln. Neben der Nutzung des Stativs raten wir außerdem zur Verwendung eines Fernauslösers. Außerdem leistet dir ein Polfilter gerade in der Autofotografie gute Dienste, weil er die Reflexionen von Lack und Scheiben mildert.

2. Der richtige Zeitpunkt

Es gibt Verfechter der Idee, dass man Autos nur zur richtigen und falschen Zeit fotografieren kann. Natürlich musst du Kundenwünsche berücksichtigen und hast dann oft nicht die Möglichkeit, morgens um 4 Uhr ein Shooting zu organisieren. Und wenn es sich um mehrere Autos handelt, aufgrund der unterschiedlichen Lacke zu 12 verschiedenen Zeitpunkten neu mit den Aufnahmen zu beginnen, um aus jedem Wagen den richtigen Effekt herauszuholen. Das ist in der Praxis schwer umsetzbar, teuer und aufwendig.

Wenn es sich nur um ein Auto handelt und dann noch um dein eigenes, dann bist du natürlich in der zeitlichen Gestaltung freier. In dem Fall kannst du die Tipps beherzigen, die besagen, dass die beste Zeit um die blaue Stunde herum hierfür am idealsten ist. Genauso wie für alle Außenaufnahmen eigentlich. Denn das Licht ist kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang besonders günstig.

Ein zu gutes Wetter ist aus zwei Gründen schlecht: Die Sonne und ein strahlend blauer Himmel sind zu hell und müssen auf dem Bild nachbearbeitet werden. Zudem kommt es zu unerwünschten Spiegelungen und letztlich ist es auch für dich in der direkten Sonne oder Hitze ungemütlich. Es herrscht Sonnenbrandgefahr. Auf die Fotografie zur Tages- und Nachtzeit gehen wir weiter unten noch genauer ein.

3. Spiegelungen

Im klaren Autolack soll sich möglichst nichts spiegeln. Weder du noch die Umgebung. Außer natürlich, du möchtest absichtliche Spiegelungen erzielen, bei denen sich Himmel oder Landschaft zeigen sollen. Komplett vermeiden lässt sich das meistens nicht, daher musst du zur Vermeidung auf offene Flächen wie Wiesen oder Parkplätze ausweichen, um das möglichst zu verhindern. Deine eigenen Reflexionen kannst du leichter vermeiden, denn dazu kannst du mit Stativ und Fernauslöser fotografieren.

4. Perspektive und Blickwinkel

Bevor du loslegst, solltest du dich mit der Form und den Proportionen des Autos vertraut machen und dann festlegen, aus welchem Winkel du am besten fotografierst. Kommt das Auto aufgrund seiner tollen Scheinwerfer besonders von vorn gut zur Geltung oder hat es eine schöne Silhouette oder ein tolles Heck?

Zudem musst du entscheiden, oder ausprobieren, ob du von oben nach unten oder von unten nach oben fotografieren solltest. Ganz beliebt ist es, das Auto nicht aus Augenhöhe, sondern eher von knapp oberhalb des Bodens zu fotografieren. Dadurch kommt es beeindruckender zur Geltung. Auch hier kommt wieder das empfohlene Stativ ins Spiel, denn damit kannst du die Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln und in unterschiedlichen Positionen ausprobieren, ohne dich mit der Kamera in der Hand in seltsamen Verrenkungen vor dem Wagen zu winden.

Für die richtige Perspektive kannst du ruhig kreativ sein. Oder vielmehr musst du das sogar. Manche stellen sich dazu auch auf eine Leiter, fotografieren vom Dach herunter oder nehmen eine Drohne zu Hilfe.

5. Kameraeinstellungen

Für die richtige Kameraeinstellung können wir dir keine generelle Empfehlung aussprechen. Das kommt ganz darauf an, was du gerade fotografierst und wie das Ergebnis ausfallen soll. Hier gelten die grundsätzlichen Regeln, dass du bei wenig Umgebungslicht die Belichtungszeit erhöhen musst oder die Blende weiter öffnen sollst. Einen hohen ISO-Wert solltest du wegen des Bildrauschens vermeiden.
Am besten fotografierst du mit Stativ, ISO 100 und längerer Belichtungszeit. Damit der Hintergrund verschwimmt, öffnest du die Blende weiter und stellst einen niedrigen Blendenwert ein. Wie gesagt: hier gibt es nicht DIE Einstellung, sondern du musst sie den Gegebenheiten und Kundenwünschen entsprechend anpassen.

6. Cool und dynamisch: Das Fahrzeug in Bewegung

Wenn du jemanden findest, der mit deinem Auto fährt, während du fotografierst, dann kannst du tolle und dynamische Aufnahmen schießen. Es ist allerdings wegen der Bewegungsunschärfe etwas kniffliger, das fahrende Auto richtig scharf auf das Bild zu bekommen und den Hintergrund dabei verschwimmen zu lassen. Meistens klappt das nicht auf Anhieb.

Dafür brauchst du einen geeigneten Ort, an den du dich samt Kamera und Stativ stellen kannst. Dann fokussierst du über deinen Autofokus das Fahrzeug und drückst den Auslöser während des Schwenks. Dabei erstellst du Serienaufnahmen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass einige gute und brauchbare Aufnahmen dabei sind.

Du könntest das Auto auch aus einem anderen fahrenden Auto heraus fotografieren, das nebenher fährt. Aber das kannst du im normalen Straßenverkehr nicht risikolos durchführen, daher ist diese Lösung nur suboptimal.

7. Die richtige Location für das Auto Fotoshooting

Einen guten Platz für das Shooting kannst du bei Privatfotos selbst bestimmen und vorher auskundschaften. In welcher Umgebung macht sich welches Auto besonders gut? Perfekt ist es, wenn du die Auswahl zwischen Locations auf der ganzen Welt hast. Aber in 99% der Fälle musst du dich mit einer guten Location in deiner näheren Umgebung begnügen.

Dabei kannst du ruhig ein wenig kreativ sein. Häufig kommen große ungenutzte Gelände wie alte Fabrikhöfe dabei zum Einsatz. Spektakulär wirken auch Bilder vor urbanen Graffitiwänden oder High-Tech-Gebäuden. Es können aber auch romantische Alleen voller schöner Bäume (wie wäre es mit Kirschblüten in voller Pracht?) sein. Profis und ambitionierte Amateure halten stets Ausschau nach besonderen Orten oder Objekten, daher können sie für die unterschiedlichsten Situationen oft sofort eine ideale Location vorschlagen.

Auto und Umgebung müssen stimmig sein

Für welche Örtlichkeit du dich letztlich entscheidest, kommt auch immer auf den Zweck des Bildes an. Eine gute Idee ist es daher, wenn sich die Form des Autos auch in der Umgebung zeigt. Also wenn diese entsprechend rund oder kantig ist.

So kannst du beispielsweise eine alte „Ente“ oder einen „Käfer“ in eine Blumenwiese voller Schlüsselblumen stellen und ein fröhlich lächelndes Model im Sommerkleidchen dazu platzieren. Dieselbe Situation mit einem schweren dunklen SUV sähe eventuell etwas merkwürdig aus … Also fotografierst du lieber einen Geländewagen in einer felsigen Umgebung, ein sehr modernes Fahrzeug eventuell vor einem futuristisch anmutenden Gebäude (viel Glas und Stahl), einen Sportwagen auf einer Strecke oder auch einen SUV im Wald.

Vielleicht möchte dein Kunde aber, dass du alle Fahrzeuge einer aktuellen Ausstellung ablichtest, die dafür an Ort und Stelle bleiben sollen. Dann hast du wenig Arbeit mit der Locationsuche, dafür aber auch weniger Spielraum was die Kreativität betrifft.

Ganz wichtig: Störendes Beiwerk wie Passanten, Strommasten oder Mülleimer solltest du von vornherein nicht auf dem Bild haben. Natürlich könntest du später alles nachbearbeiten und herausschneiden, aber warum solltest du dir diese Mühe machen, wenn du auch darauf achten kannst, dass diese Dinge gar nicht erst auf dem Foto auftauchen?

  1. Denk an die Wagenfarbe
    Auch die Wagenfarbe spielt eine Rolle. Ein grünes Auto auf eine grüne Wiese zu stellen ist jetzt nicht gerade ideal. Beliebt ist es vor allem, Autos auf der Straße zu zeigen, das ist klar. Dann kannst du beispielsweise darauf achten, sie aus einer tiefen Position heraus zu fotografieren und gut heranzuzoomen. Aber manuell, nicht automatisch, damit deine Kamera sich nicht auf die Straße versteift. Zudem solltest du berücksichtigen, dass die Lackierungen bei unterschiedlichem Lichteinfall, der sich automatisch zu bestimmten Tageszeiten ergibt, anders aussehen. Manche Lacke wirken bei direkter Sonneneinstrahlung einfach nicht, andere brauchen genau DAS, damit du den besten Effekt herausholen kannst.
  2. Erlaubnis und Genehmigung einholen
    Für Fotos an ungewöhnlichen Orten, vielleicht an sogenannten Lost Places oder mitten auf irgendwelchen Rennstrecken oder auch auf Privatgrundstücken musst du eine Erlaubnis oder Genehmigung einholen. Die Suche nach einem guten Platz für das Shooting sowie die Vorbereitung, was den Papierkram und die Organisation des Transportes anbelangt, kann sich also etwas hinziehen.
  3. An Personal, Models und Transport denken
    Dabei musst du beachten, dass du möglicherweise nicht nur die geeignete Location, sondern auch die richtige Deko oder ein bis mehrere Models in Kostümen benötigst. Dann dürfen auch ein Stylist oder ein Visagist nicht fehlen. Alle Personen, Beleuchtungsgehilfen, Models sowie das Fahrzeug müssen schließlich noch rechtzeitig am Ort des Geschehens landen. Hierzu musst du ein gutes Timing und den richtigen Transport organisieren.
  4. Das Internet zur Hilfe nehmen
    Wenn du dir nicht sicher bist, an welcher Stelle das Shooting am besten funktioniert, dann kannst du dir mit Google Earth oder Google Maps behelfen und dir die Locations nicht vor Ort, sondern zunächst virtuell anschauen. Um einen persönlichen Ortsbesuch kommst du natürlich nicht herum, das ist klar, denn du musst dir die Gegebenheiten und Verhältnisse direkt dort anschauen. Wo kannst du alles aufbauen? Welche störenden Elemente musst du möglicherweise umgehen?

Auto Aufnahmen am Tag

Tagsüber verändert das Licht mehrfach seine Qualität. Daher erhältst du ganz unterschiedliche Ergebnisse, wenn du das Shooting zu unterschiedlichen Tageszeiten abhältst. Wie bei allen anderen Punkten kommt es natürlich hier auch darauf an, was für ein Ergebnis du haben möchtest, also ob das Bild hell oder dunkel sein soll oder ob sogar ein düsterer Touch gewünscht ist.

  • Lichtverhältnisse
    Eine ideale Tageszeit mit der perfekten Lichtstärke gibt es also für Outdoor-Shootings tagsüber im Freien nicht. Zumindest nicht pauschal. Du hast hier wenig Einfluss auf das Licht und kannst auch keine besondere Stimmung erzeugen, wie das beispielsweise abends möglich ist. Dafür brauchst du dich nicht um einen künstliche Beleuchtung zu kümmern und hast einen besseren Überblick über Kleinigkeiten, die dir nachts vielleicht nicht auffallen. Das Auto kommt auch viel farbechter auf dem Bild zur Geltung als bei einer künstlichen nächtlichen Beleuchtung.
  • Blendflecken verhindern
    Unabhängig davon musst du alle Blendflecken vermeiden, die sich durch Sonnenlicht, Blitzlicht oder Umgebungsgegenstände ergeben können. Mit Blitzlicht solltest du tagsüber allerdings nur fotografieren, wenn du bestimmte Akzente setzen möchtest, ansonsten ist es von der Lichtqualität her nicht notwendig. Damit nichts reflektiert ist natürlich ein eher weiches oder diffuses Licht ideal. Vielleich hast du Glück und eine Wolke schiebt sich im richtigen Zeitpunkt vor die Sonne. Falls nicht, kannst du die Sonneneinstrahlung mit Tüchern oder Schirmen abblenden, einen Polfilter verwenden oder die Spiegelungen später nachbearbeiten.
  • Spiegelungen vermeiden
    Komplett verhindern lassen sich diese Spiegelungen meistens nicht, aber du kannst durch einen geeignete Location zumindest dafür sorgen, dass sich vielleicht nur der Himmel oder eine paar Wolken darin spiegeln. Das kann sogar ganz nett aussehen und ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit vermitteln. Dass du selbst und deine Kamera sich nicht im Auto spiegeln sollen, versteht sich hoffentlich von selbst. Hier eine geeignete Position und den richtigen Winkel zu wählen, sollte aber für dich kein Problem sein. Zur Not kannst du auch ein Weitwinkel- /Teleobjektiv verwenden, dann kannst du weiter weg stehen.

Auto Aufnahmen bei Nacht

Nachts Autos zu fotografieren hat einen ganz besonderen Reiz, weil du dabei wunderbar mit dem Licht spielen und eine besondere Stimmung einfangen kannst. Auch bei Werbefilmen ist es dir sicher schon aufgefallen, dass du sehr schöne Effekte erzielen kannst, wenn ein Fahrzeug nachts durch die Straßen braust, beleuchtet von den Lichtern der Großstadt …

So etwas ist für dich als Laie natürlich schwer umsetzbar, denn deine Heimatstadt hat sicher nicht vor, die Hauptstraße zu sperren, damit du deinen neuen Mustang dort in Szene setzen kannst, während du die Straße hoch und runter fährst – oder fahren lässt, denn du musst ja die Fotos schießen.

  • Lichteffekte durch Blitzköpfe
    Dennoch hast du ja auch nachts andere Locations, an denen du ein Auto unter Einbeziehung toller Lichteffekte shooten kannst. Dazu brauchst du im Regelfall Blitzköpfe oder eine Lampe mit Dauerlicht, um die richtige Beleuchtung zu erzeugen. Wenn du dich für Blitzköpfe entscheidest, musst du berücksichtigen, dass du die Fotos an einem Ort aufnimmst, wo du einen Stromanschluss hast. Ansonsten musst du eine tragbare Stromquelle mitführen. Gerade bei Aufnahmen mitten im Wald oder inmitten einer Wüstenkulisse findest du eher selten eine Steckdose.
  • Lightpainting
    Deine zweite Option ist die Verwendung des sogenannten Lightpaintings. Dazu musst du die erwähnte Lampe mit Dauerlicht einsetzen und dann das Auto in kleinen Portionen und mit langer Belichtungszeit aufnehmen. Dadurch gelingt es dir, die Schönheit des Wagens in unterschiedlichen Aspekten und detailliert einzufangen. Anschließend kannst du die einzeln perfekt beleuchteten Autoteile am PC zusammensetzen. Das hat natürlich große Vorteile, da du hier nicht umständlich ein großes Equipment aufbauen musst. Zudem bist du mit den verschiedenen Einzelaufnahmen viel schneller fertig und hast im Regelfall bessere Bilder. Immerhin kannst du dich dabei auf kleine Ausschnitte des Wagens konzentrieren und musst nicht darauf achten, ob es hinten reflektiert, wenn es vorne gut aussieht oder umgekehrt.
  • Unbedingt mit Stativ arbeiten
    Schlecht wäre es jetzt nur noch, wenn du das Bild bei der langen Belichtung verwackelst. Daher ist es unbedingt empfehlenswert, für hervorragende Ergebnisse mit einem Stativ zu arbeiten. Das ist bei Nachtaufnahmen eigentlich immer unabdingbar, das kennst du vielleicht von nächtlichen Aufnahmen des Sternenhimmels, wo du ebenfalls sehr lange belichten musst, damit er nachher nicht völlig verschwommen aussieht. Und es ist einfach schwierig, die Kamera bei solchen Aufnahmen lange genug stillzuhalten. Auch bei den Autoaufnahmen empfehlen wir, wie bei den Himmelsaufnahmen, zusätzlich mit einem Fernauslöser zu arbeiten. Damit bist du auf der sicheren Seite, was das Verwackeln angeht.

Spezielle Autobilder: Oldtimer

Schöne Oldtimer abzulichten ist nicht nur eine Freude für Autobegeisterte, sondern auch eine Herausforderung. Denn diese Wagen hatten anderen Karosserien, andere „Rundungen“ und andere Farben als die heutigen Modelle. Wie das Fahrzeug dabei in Szene zu setzen ist, kommt auf das gewünschte Ergebnis an. Möchtest du es im modernen Verkehr als Vergleich damals-heute zeigen? Oder vielleicht für eine Werbung nutzen? Vielleicht ist es aber auch für die Einbindung in eine Dokumentation, als Bild in eine Verkaufsanzeige oder als Kunstbild gedacht?

Beleuchtung und Politur

Wenn du ein altes Auto fotografierst, das viele Rundungen hat und für das Shooting auf Hochglanz poliert ist, dann hast du ein kleines Problem. Denn eine so große Fläche spiegelt unglaublich gut die Umgebung wider und die willst du eigentlich nicht auf dem Lack reflektiert sehen. Daher musst du das Fahrzeug so beleuchten, dass eben nichts spiegelt oder du musst die Umgebung so auswählen, dass sich dort nichts befindet, was sich spiegeln kann.

Übrigens: das Polieren sollte auch jemand übernehmen. Falls du das nicht selbst vorweg machen möchtest, solltest du dafür sorgen, dass du nur ein sauberes und blitzblank gewienertes Auto zur Verfügung gestellt bekommst. Wenn es dein eigenes ist, hast du natürlich keine große Auswahl … Polieren ist aber enorm wichtig, weil Kratzer und Staub eindeutig das Foto beeinträchtigen.

Location und Technik

So einen Oldtimer in eine schicke und passende Umgebung zu verfrachten, kann aber eine ganz eigene Herausforderung darstellen. Denn ein Museumsmodell ist unter Umständen nicht mehr fahrtüchtig. Oder es schafft keine großen Steigungen oder holperige Stecken sowie hohe Bordsteinkanten – falls es überhaupt anspringt. Wenn du also „nur“ Fotograf und nicht gleichzeitig Kfz-Mechaniker bist, dann ist es hilfreich, wenn du einen Fahrzeugprofi als Begleitung dabei hast, um solche Probleme nicht alleine bewältigen zu müssen.

Witterung

Ansonsten achtest du darauf, dass die Witterung dem Fahrzeug und dessen Technik zuträglich ist und dass du es aus verschiedenen Perspektiven fotografierst. So kannst du später das beste Foto aus der besten Perspektive und mit der optimalen Beleuchtung auswählen. Dabei solltest du das Fahrzeug mindestes von vorn, von hinten und von der Seite und auch von schräg hinten und schräg vorne fotografieren.

Innenraum

Bei Fahrzeugen, die gerade eine aufwendige Restaurierung hinter sich haben, bietet es sich natürlich an, dass du auch den Innenraum fotografierst. Auch für den Verkauf kann sich der Innenraum anbieten. Ansonsten hängen die Perspektiven und gewünschten Bilder natürlich von den Vorgaben deines Auftraggebers oder bei eigenen Fotos von deinen Wünschen ab.

Details im Innenraum des Fahrzeugs sind nicht nur bei Oldtimern interessant. Denn für Prospekte brauchen die Hersteller natürlich auch Innenaufnahmen, bei denen vor allem das Logo zur Geltung kommt. Für Innenaufnahmen ist es immer wichtig, dass du für eine gute und ausreichende Lichtquelle sorgst, um die Details gekonnt hervorzuheben.

Nach dem Fotoshooting: Auto Fotos bearbeiten

Bei der Nachbearbeitung sind dir fast keine Grenzen gesetzt. Schließlich wirst du die meisten deiner Bilder anschließend nachbearbeiten, um kleine Fehler oder ungewollte Objekte herauszunahmen oder den Bildern einen künstlerischen Effekt zu verleihen. Auch hier kannst du später mit deinem bevorzugten Programm (die meisten benutzen dafür Adobe Lightroom) noch einige Stellen heller hervorheben oder Schatten bearbeiten.

Gerade, falls das Auto zum Teil im Schatten stand, eventuell unter einem Baum. Dann musst du die beschatteten Teile des Wagens aufhellen. Allerdings ohne dabei den Hintergrund ebenfalls heller zu machen, diesen könntest du höchstens mit wärmeren Tönen bearbeiten. Bei Tageslichtaufnahmen ist häufig nicht das Auto sondern der Himmel zu hell, sodass du ihn ein paar Stufen dunkler dimmen solltest.

Besonders gut nachbearbeiten kannst du die Bilder, wenn du sie im RAW-Format aufgenommen hast. Das haben Robert und Olaf schon in mehreren Artikeln hervorgehoben. Denn damit eröffnest du dir die Chance, viele Parameter später noch nachzujustieren und auch die Farben besser herauszuarbeiten. Das ist gerade bei Fahrzeugfotografien für die Hochglanzwerbung oder Verkaufsmaßnahmen wichtig. Welche Bearbeitungen „richtig“ oder „falsch“ sind oder unbedingt notwendig, können wir dir hier nicht vorschreiben. Denn das hängt stark davon ab, was der Kunde bei dir bestellt hat oder wie deine persönlichen Vorstellungen vom Ergebnis aussehen.

In einem anderen Artikel gehen wir außerdem darauf ein, was du rechtlich bezüglich der DSGVO beachten solltest!


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