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Brennweite verstehen – Alles was du darüber wissen musst

Für jeden Fotografen ist es wichtig, sich mit den verschiedenen Einstellungen seiner technischen Geräte auszukennen. Dazu gehört die Brennweite. Hier erklären wir dir, worum es sich dabei handelt und welche Vorteile die Brennweite beim Fotografieren bringt. Außerdem erfährst du, wann es sich lohnt, mit einer Festbrennweite zu arbeiten und welche Bedeutung die Brennweite beim Zoomobjektiv hat.

Objektiv-Brennweite – kurze Erklärung

Die Brennweite meint den Abstand zwischen der Linse und ihrem sogenannten Brennpunkt. Dieser befindet sich dort, wo die Linse alle Lichtstrahlen in einem Punkt konzentriert. Wenn du dir dies einmal vorstellst, wirst du schnell verstehen, dass die Brennweite dadurch den Bildausschnitt und den Bildwinkel festlegt. Indem du die Brennweite nutzt, gibst du der Kamera vor, was sie auf dem Sensor abbilden soll.

Die Brennweite kannst du auf dem Objektiv finden. Dort gibt es eine Millimeterangabe, wie zum Beispiel 18mm, wobei es sich um eine kurze Brennweite handeln würde. Bei Spiegelreflexkameras ist die Brennweite besonders wichtig und immer auf dem Objektiv zu erkennen. Wenn dir die mögliche Brennweite, die dein Objektiv erreicht, nicht gefällt, kannst du eines mit einer größeren oder kleineren Brennweite dazukaufen.

Klassische Brennweiten für Objektive

  • 18 mm (kurz): großer Bildausschnitt, auch als Weitwinkel bekannt
  • 50 mm (normal): Bildausschnitt, der perspektivisch in etwa dem des menschlichen Auges entspricht
  • 70 mm (lang): kleiner Bildausschnitt, der sich am besten für Nahaufnahmen mit verschwommenem Hintergrund eignet

Beispiele zur Brennweite: Wann brauche ich welche Einstellung?

Je nachdem, was du fotografieren möchtest, solltest du zunächst überlegen, welcher Brennwinkel dazu passt. In der Landschaft kommt es häufig vor, dass eine Weitwinkel-Brennweite ideal passt. Olaf empfiehlt diese, um zum Beispiel auf kurze Distanz ein breitflächiges Motiv wie einen See oder einen Berg zu fotografieren. Solltest du also eine Reise in einen Nationalpark planen, gehört das Objektiv mit 18 mm Brennweite ins Gepäck.

Häufig kommt es vor, dass du Motive in größerer Entfernung fotografieren möchtest, die sich etwa am Horizont befinden. Dann ist ein sogenannter Telewinkel empfehlenswert, der sich auch zum Zoomen eignet. Hier empfehlen wir eine Brennweite ab 70 mm. Dazu solltest du noch ein zweites Objektiv, etwa mit den klassischen 50 mm, einpacken, denn anderenfalls wird es schwierig, zwischendurch auch Nahaufnahmen oder Porträts zu schießen.

Ein weiterer wichtiger Begriff im Bereich der Brennweite ist die Schärfentiefe. Wenn du möchtest, dass dein Bild auch die entfernten Teile gut zeigt, ist eine kurze Brennweite (zwischen 10 und 35 mm) empfehlenswert. Lange Brennweiten bieten eine niedrige Schärfentiefe. Diese Orientierung kannst du nutzen, um zum Beispiel ein Porträt entsprechend zu gestalten. Der Pokeh-Effekt mit verschwommenem Hintergrund beispielsweise ist zurzeit sehr angesagt.

Zoomobjektiv oder Festbrennweite?

Wenn es nun daran geht, das neue Objektiv auszuwählen, entscheiden sich viele Hobby-Fotografen für ein modernes Zoomobjektiv. Denn so ist es möglich, innerhalb der festgelegten Brennweiten-Skala zu zoomen und zum Beispiel schöne Tieraufnahmen zu machen, unerwartete Objekte in der Distanz zu fotografieren und mit dem gleichen Objektiv auch Nahaufnahmen zu tätigen. Der Zoom macht dich flexibel, bietet aber eine weniger hohe Qualität.

Vorteile an einem Zoomobjektiv:

  • Verschiedene Zoomeinstellungen möglich
  • Flexibel
  • Ideal für ungeplante Fotos
  • Ideal für Reisen mit abwechslungsreichen Motiven

Solltest du jedoch bereits wissen, welche Art von Fotos du machen möchtest, kann die Festbrennweite sehr vorteilhaft sein. Denn in Objektive-Brennweitenvergleichen stellt sich heraus, dass Festbrennweiten-Objektive deutlich günstiger sind, hervorragende Ergebnisse bringen und zugleich deine fotografischen Kenntnisse erweitern werden.

Vorteile an einem Festbrennweiteobjektiv:

  • Günstiger im Kauf
  • Zusätzlich zum Zoomobjektiv einsetzbar
  • Hochwertige Fotos
  • Neue Kenntnisse der Fotografie

Mit Festbrennweite professionell fotografieren

Robert ist der Meinung, dass jeder Hobbyfotograf ein Objektiv mit Festbrennweite besitzen sollte. Zwar kannst du damit nicht zoomen, aber das sogenannte Kit-Objektiv, das zum Lieferumfang der Kamera gehört, erfüllt diese Aufgabe normalerweise. Um darüber hinaus andere Möglichkeiten zu haben und optimale Winkel nutzen zu können, empfehlen wir dir das Objektiv mit Festbrennweite. Experimentiere einfach ein wenig mit den verschiedenen Objektiven, um deinen persönlichen Favoriten zu finden.

Beispiele für die Festbrennweite:

  • 35 mm
  • 50 mm
  • 85 mm

Neben dem optimalen Blickwinkel haben Festbrennweiten den Vorteil, dass sie sehr lichtstark sind. Dies erkennst du an der Zahl der Blende. Diese liegt zum Beispiel bei 1,2, bei 1,4 oder bei 1,8, wobei eine niedrige Zahl auf eine hohe Lichtstärke hinweist. Dieser Vorteil erlaubt es dir, auch bei suboptimalen Lichtverhältnissen wie etwa in der Dämmerung oder bei Kerzenlicht sehr gute und scharfe Bilder ohne Rauschen zu schießen.

Tipps für die Arbeit mit der Festbrennweite:

  1. Schau dir die Bilder mit ihrer hohen Schärfe auf dem PC an, um den Unterschied zum Zoomobjektiv zu erkennen
  2. Nimm die Festbrennweite mit, wenn du bereits einschätzen kannst, welche Art von Bildausschnitt du benötigen wirst
  3. Für Aufnahmen von Landschaft, Architektur oder für geplante Porträts eignen sich Festbrennweiten gut
  4. Wähle eine maximale Blendenöffnung mit einer niedrigen Zahl, nach Möglichkeit 1,2
  5. Wenn du mit einer kleinen Blendenzahl fotografierst, verschwimmt der Hintergrund. So erreichst du den angesagten Bokeh-Look, der sich zum Beispiel sehr gut für Fotos von Menschen und Tieren sowie für schöne Aufnahmen von Blumen eignet
  6. Durch die Festlegung der Brennweite und des fehlenden Zooms wirst du kreativ werden müssen. Da es nicht mehr so einfach ist, in das Motiv herein- und heraus zu zoomen, musst du neue Lösungen finden, was oft zu besonders guten Bildern oder Bildausschnitten führt
  7. Statt 10 verschiedener Fotos machst du wahrscheinlich nur eines, aber das nach gründlicher Planung und in guter Qualität. Somit wirst du zu einem bewussteren Fotografen.

Wie du siehst, sind wir Verfechter der Festbrennweite. Zwar ist es gleichzeitig empfehlenswert, ab und zu mit dem Zoomobjektiv zu arbeiten, aber die besten Fotos entstehen nun einmal mit der Festbrennweite. Dies liegt nicht nur an der ungewöhnlichen Festlegung, dem Zwang zu mehr Nachdenken und einer neuen Achtsamkeit für die Bildgestaltung, sondern auch an der hohen Qualität und der beeindruckenden Bildtiefe.

PS: Eine Festbrennweite ist noch dazu klein, leicht und vergleichsweise günstig. Sie wiegen zum Teil weniger als 150 g und nehmen nicht viel Platz im Gepäck weg, was eine große Erleichterung darstellen kann. Sehr gute Modelle erhältst du bereits für etwa 100 Euro.

In einem Artikel erklären wir dir, wie du Schritt für Schritt das Fotografieren lernen kannst! Unter anderem gehen auf dieser Webseite auch noch darauf ein, was man unter dem so genannten Belichtungsdreieck versteht.


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