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Fotografieren lernen – Schritt für Schritt zu richtig guten Fotos

Wenn du mit der Fotografie beginnen willst, dann ist es zunächst wichtig, dass du dich mit den Grundlagen der Fotografie vertraut machst. Darüber haben wir sogar einen separaten Artikel für dich zusammengestellt, in dem du etwas über grundlegende Begriffe wie Blende und Belichtung lernen kannst.

Nach dem Kauf des Equipments und der Beschäftigung mit der Kameratechnik kannst du theoretisch loslegen. Aber auch dann warten noch diverse Stolpersteine auf dich. Welche das sind und wie du sie umgehen kannst, zeigen wir dir neben vielen weiteren Tipps und Lernhinweisen in diesem Artikel.

Grundlagen

Wenn du einen Fotografen fragst, ob er dir mal einen Tipp hat, wie du am besten fotografierst, dann kann er die Frage nicht so leicht beantworten. Eigentlich müsstest du fragen: einen Tipp wofür genau? Für den richtigen Lichteinfall? Oder die optimale Bildkomposition?

Daher ist es auch schwierig, in einem allgemeinen Artikel wie diesem hier auf alle Feinheiten einzugehen, die sich ein Anfänger aneignen sollte. Wir haben aus diesem Grund zu allen wichtigen Punkten der Fotografie separate Artikel für dich erstellt, die dir explizit in Fachfragen weiterhelfen. In unserem Artikel über die Grundlagen beispielsweise findest du alle Infos über die wichtigen Fachbegriffe und die Erläuterung der richtigen Einstellungen.

Hier können wir dir im weiteren Verlauf viele lose Tipps an die Hand geben, die du als Anfänger einfach ausprobieren und in deine Lieblingsthemen einbauen solltest.

Einsteigertipps

  1. Achte auf die Bildkomposition und lerne am besten den Goldenen Schnitt oder die Drittel-Regel, die eine Vereinfachung darstellt. Dabei teilst du deinen Bildausschnitt in drei gleich große Teile und platzierst deine Motive im idealen Verhältnis in diese drei Bereiche. Wie das genau funktioniert, erfährst du in unserem Fachartikel über den Goldenen Schnitt.
    Beachte dabei, dass du dich auf ein einziges Hauptmotiv konzentrierst und dich bei der Platzierung der Elemente, die mit ins Bild sollen, an vorhandenen Linien orientierst. Beispielsweise am Horizont oder der Mauer eines Gebäudes.
  2. Achte auf die richtige Perspektive. Jedes Bild gewinnt durch einen besonders geeigneten Blickwinkel. Ob du die Fachausdrücke wie Vogel- oder Froschperspektive oder Low-Angle-Shot und Dutch Angle kennst, ist dabei nicht wichtig. Geh einfach mal in die Hocke oder auf die Knie und probiere herum, aus welcher Perspektive dein Motiv am besten zur Geltung kommt.
  3. Konzentriere dich auf das richtige Licht, dafür musst du dich mit der Blende, dem korrekten ISO-Wert und der richtigen Verschlusszeit deiner Kamera beschäftigen. Solange dir diese Begriffe noch zu trocken sind, heißt das einfach: das Licht muss passen und du solltest nicht gegen die Sonne oder im Stockdunkeln fotografieren. Merke: Bei Gegenlicht werden die Kanten des Bildes weich und alles auf dem Bild schimmert gelblich.
    Zum Üben kannst du sogar bei Kompaktkameras die Belichtung über ein +/- Symbol regulieren. Achte darauf, möglichst ohne Blitz zu fotografieren, denn darauf werden die Gesichter zu hell und die Augen häufig rot. Weitere Tipps hierzu findest du in unserem Grundlagen-Artikel.
  4. Achte auf die richtige Haltung der Kamera. Du brauchst eine ruhige Hand, damit du auch beim Drücken des Auslösers nicht wackelst. Wenn du zu unsicher oder unruhig bist, kann bei vielen Bildern auch ein Stativ helfen. Das hast du allerdings nicht ständig dabei, daher kann dir viel Übung dabei helfen, eine ruhige Hand zu trainieren und deine Bilder nicht zu verwackeln. Falls möglich, kannst du dich auch aufstützen oder anlehnen.
  5. Die richtige Tiefenschärfe wählen. Das ist wichtig, um das Hauptmotiv des Bildes hervorzuheben. Bei einem Porträt musst du darauf achten, dass das Bild scharf und im Fokus ist. Der Hintergrund darf unscharf sein. Bei einer Landschaft willst du hingegen alle Teile möglichst scharfstellen. Wichtig bei Nahaufnahmen (Close-ups): willst du wirklich alle Details betonen? Gerade bei Porträts bekommst du auch Falten und Linien oder Pickelchen mit aufs Bild. Das ist natürlich nicht immer ideal und erwünscht und erfordert eine spätere Nachbearbeitung.

Dein Ziel ist es jedoch zu einem professionellen Fotografen zu werden? Dann schau dir am besten hier den Werdegang bis zum beruflichen Fotografen an!

Fotografieren für Anfänger – aber ohne diese Fehler!

Gerade bei deinen ersten Schritten als Fotograf kommt es häufig zu vermeidbaren Fehlern. Diese stellen wir dir hier vor, damit du die Chance hast, sie direkt zu überspringen.

Je teurer, desto besser?

Der Kauf deiner ersten Kamera kann total spannend für dich sein. Und natürlich möchtest du für deine super Bilder auch das Beste, was du am Markt bekommen kannst. Aber als blutiger Anfänger kannst du unter Umständen noch gar nicht einschätzen, welche Kamera für deine Ansprüche und deine Bedienfähigkeiten geeignet ist.

Auch das viele Zusatzequipment, das auf dem Markt erhältlich ist, brauchst du nicht sofort. Du kannst mit deinen steigenden Fähigkeiten und Ansprüchen später immer noch etwas dazukaufen.
Bedenke bitte immer, dass du die teuren Teile auch richtig bedienen können musst, um das Beste herauszuholen. Wenn du damit überfordert bist, alle Knöpfe richtig zu drücken und alle Werte, die das Spitzengerät einstellen kann, richtig zu justieren, dann nützt dir ein Lamborghini unter den Kameras gar nichts.

Du hast mehr davon, eine einfachere Kamera zu benutzen, die du einwandfrei bedienen und einstellen kannst, beispielsweise einer günstigen Spiegelreflexkamera. Denn am Ende ist es nicht die teure Kamera, die ein gutes Foto macht, sondern der begabte Fotograf, der die Kamera richtig handhabt – also DU!

Nichts überstürzen

Häufig begehen Anfänger den Fehler, dass sie sich eine Kamera zulegen, auspacken und drauflosknipsen. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Aber wenn du richtige gute Fotos machen willst, ist diese Hektik der falsche Weg.

Nimm dir unbedingt Zeit dafür, dich mit der Kamera vertraut zu machen und ihre Eigenschaften und Funktionen kennenzulernen, um sie gewinnbringend einzusetzen. Das bedeutet natürlich auch, dass du für jedes Foto in Ruhe die richtige Position, Belichtung und Einstellung auswählen musst. Und für einen ungeduldigen Anfänger kann das die Hölle sein, erst 10 Minuten an der Kamera herum zu probieren, um ein einziges Foto schießen zu können.

Doch wie schon Konfuzius sagte: In der Ruhe liegt die Kraft. Deine Bilder gelingen besser, wenn du ordentliche Vorarbeit leistest. Also nimm dir die Zeit, sorgfältig zu arbeiten, dann bekommst du auch tolle Ergebnisse.

Der Blitz ist nicht immer die Lösung

Deine Kamera hat entweder als Kompaktkamera oder im Smartphone einen eingebauten Blitz oder die Möglichkeit, einen aufzustecken. Viele Anfänger begehen den Fehler, ein Motiv, das ihnen ein wenig zu dunkel vorkommt, sofort auf Teufel komm raus zu blitzen. Je mehr desto besser.

Das klappt aber leider nicht. Vor allem der interne Kamerablitz kann nur etwas bewirken, wenn dein Motiv nah genug bei dir ist. Und in der Landschaft zu blitzen, um ein Gebäude zu fotografieren, hat so gut wie gar keine Wirkung. Daher solltest du als Anfänger zunächst die richtige Handhabung der Kamera üben und erst später den Blitz hinzunehmen – zum richtigen Zeitpunkt und beim passenden Motiv.

Lieber manuell einstellen als Automatik nutzen

Dasselbe Problem wie beim eingebauten Blitz ergibt sich durch die komfortablen automatischen Einstellungen. Der Anfänger fühlt sich vermeintlich sicher, wenn er im Auto Modus fotografiert, denn der wird schon alles richtig machen. Könnte man meinen, stimmt aber leider nicht immer.

Der Auto Modus ist eine Hilfe, klar, denn er versucht immer, den Mittelweg der möglichen Einstellungen zu errechnen. Also Blende, Belichtungszeit, ISO und ähnliche Werte. Leider passt aber der Mittelweg nicht immer.

Denn je nach beabsichtigter Bildwirkung, musst du selbst entscheiden, wie es später aussehen soll. Welche Teile des Bildes sollen scharf gestellt sein? Welche, beispielsweise der Hintergrund, willst du verwischen oder ausblenden? Solche Absichten kann deine Kamera nicht ahnen und daher auch nicht berechnen. Mit dem Auto Modus bekommst du einfach irgendein Bild, das die Kamera für dich als optimal befunden hat.

Wenn es also beispielsweise um die Scharfstellung eines Objektes geht, dann drück lieber den Auslöser nur halb durch und lass die Kamera dann den von dir ausgewählten Punkt scharf stellen. Dann kannst du sicher sein, dass das Bild sich auf das gewünschte Motiv konzentriert.

Nicht zu viel ins Bild packen

Besonders auf Reisen oder in einer tollen Landschaft willst du natürlich am liebsten alles mit aufs Bild packen. Das funktioniert nur leider nicht besonders gut, da du das, was du mit dem Auge wahrnehmen kannst, nicht auf diesem Weg auf Bild bannen kannst.

Du stehst in einer Landschaft, kannst einzelne Punkte besonders in Visier nehmen, bestaunst Blumen, siehst vielleicht ein Eichhörnchen auf dem Baum und eine lustig geformte Wolke am Himmel …
Natürlich hättest du gerne alles im Bild, aber worauf willst du dabei den Fokus legen? Du kannst nicht alle Punkte gleichzeitig scharf stellen und von Weitem in die Szene hinein zu knipsen, ergibt nur ein übervolles Bild.

Also überleg dir unbedingt zuerst, was du auf dem Foto haben möchtest. Du kannst ja auch mehrere Fotos schießen und jedem der von dir bewunderten Objekte ein eigenes Bild widmen. So kannst du alles, was dir wichtig ist, einzeln in Szene setzen. Das ist auch später einfacher für den Betrachter. Denn wenn das Bild nicht überfrachtet ist, kann sich der Betrachter auf ein zentrales Motiv konzentrieren.

Zoomen ist nicht deine Geheimwaffe!

Um das Beispiel mit der Landschaft noch ein wenig weiter auszuführen, kommen wir gleich zum nächsten Fehler. Bloß nicht bewegen, denn deine Kamera hat ja einen Zoom. Also kannst du an Ort und Stelle stehen bleiben und dich maximal einmal um dich selbst drehen, während du alle tollen Motive in der Umgebung einfach mit der Zoomfunktion fotografierst. Perfekt, oder?

Theoretisch ja, praktisch nein. Denn ein Foto, das du mit einem Teleobjektiv aufnimmst, wirkt anders als mit einem Normal- oder Weitwinkelobjektiv. Dazu kommt, dass die unterschiedlichen Brennweiten, die du beim Zoomen benutzt, auch verschiedene Wirkungen haben und eine andere Tiefenschärfe erzeugen.

Deshalb verwenden Fotografen auch bei unterschiedlichen Motiven (Porträt, Landschaft, Makroaufnahmen) verschiedene Objektive. Wenn du von einem Standpunkt aus einmal rundum fotografierst, sehen deinen Bilder alle gleich und langweilig aus. Außerdem werden Zoomaufnahmen eher unscharf.

Um also einzigartige Bilder zu erschaffen, solltest du dich lieber bewegen, um durch die veränderte Position auch andere Blickwinkel in die Bilder einarbeiten zu können. Fotografier doch den schönen Baum mit dem Eichhörnchen aus der Hocke nach oben, oder leg dich ins Gras, um die Wolke am Himmel zu fotografieren, vielleicht in Kombination mit dem Baum?

Die Nachbearbeitung wird es (nicht!) schon richten

Ein weit verbreiteter Denkfehler ist, dass man mit der modernen Technik auch misslungene Fotos problemlos nachbearbeiten und zum absoluten Hingucker machen kann. Das ist aber nur bedingt richtig. Denk mal an ein Foto, bei dem du versehentlich Kopf oder Füße deines Model abgeschnitten hast. Da gibt es nichts zu richten.

Du kannst mit der Belichtung spielen und Farben bearbeiten, aber wenn du 10 Frauen in Hochzeitskleidern vor eine schneeweiße Wand stellst und nachher nicht unterscheiden kannst, wo die Wand beginnt und die Kleider aufhören, dann war das ein Schuss in den Ofen. Du willst ja nicht später stundenlang mit Photoshop oder Lightroom Kleider und Wände nachfärben und die Lichtverhältnisse oder Schatten ändern und einbauen, oder?

Daher solltest du dich als Anfänger nicht auf die Nachbearbeitung verlassen, sondern lieber vorab schon überlegen, welches Licht und welche Farben gut zusammen aussehen und aus welcher Position du das Bild am besten schießen solltest. Dadurch entwickelst du ein gutes Auge für optimale Bilder, die gut zusammengesetzt sind und sparst dir die Zeit für lästige Nachbearbeitungen.

Selbstverständlich darfst du aber anschließend Bilder immer gerne nachbearbeiten, um sie noch zu verschönern und das Optimum herauszuholen. Es ist nur so, dass du nicht vorneweg schlechte Bilder knipsen sollst in der Hoffnung, später schon alles irgendwie hinzubiegen!

Hol dir jede Inspiration, die du bekommen kannst!

Wenn du mit dir und der Kamera ganz alleine bist, stehst du unter Umständen vor einigen offenen Fragen, die dir im Freundeskreis keiner beantworten kann. Sicherlich ist das Internet eine sehr hilfreiche Quelle, aus der du einiges lernen kannst. Und das vor allem sowohl Texte als auch Bilder und Videos liefert. Denn jeder Typ lernt neue Themen bevorzugt auf unterschiedliche Art und Weise.

Empfehlenswert sind allerdings auch Kurse und Workshops, wo dir dein Lehrer unmittelbar jede auftauchende Frage direkt beantworten kann. Daher haben wir dir ein paar Tipps zusammengestellt, die für dich nützlich sein könnten. Welcher dir am ehesten liegt, kannst du dann selbst entscheiden. Hier bevorzugt jeder seine ganz eigene Methode.

Webseiten, Blogs und Foren von Fotografen

Hier teilen Profis ihr Wissen mit dir und geben dir wichtige Tipps und Infos für deine ersten Schritte.

Üben

Das kannst du jederzeit und überall alleine, je kreativer du bist, desto bessere und einzigartigere Ergebnisse wirst du erhalten. Und je häufiger du übst, desto schneller kannst du deinen Freunden deine ersten prächtigen Landschaftsaufnahmen oder gelungenen Porträts oder Makroaufnahmen vorführen.

Online-Lehrgänge auf YouTube schauen

Wenn du eher der visuelle Typ bist, der mit langen Texten auf Kriegsfuß steht, dann kannst du dir einige YouTube-Tutorials anschauen, die dir vorführen, was du über die Haltung der Kamera wissen musst oder dir einiges über dein Equipment und die Einstellungsmöglichkeiten verschiedener Kameras zeigen.

Geeignete Kurse finden

Ebenso geeignet sind Webinare oder Kurse bei der Volkshochschule, Workshops für Anfänger oder Fotoreisen. Je nachdem, ob in deiner Nähe ein solcher Kurs angeboten wird oder du Lust darauf hast, einen Kurs online zu belegen.

Wenn du gerne mit anderen Menschen agierst, ist es vielleicht auch eine gute Idee, wenn du dich auf Fotografentreffen oder Fotostammtischen sehen lässt. Dort kannst du dich rege mit anderen Anfängern und Profis austauschen.

Foren und Facebook-Gruppen suchen

Wenn du lieber für dich alleine lernen möchtest, dann hilft es, wenn du dir in Foren oder bestimmten Facebook-Gruppen Gleichgesinnte suchst. Hier kannst du entweder als stiller Mitleser agieren oder selbst Fragen stellen.

Lass dich durch Bilder-Communities inspirieren

Anregungen für eigene Fotos bekommst du auch, wenn du dir Bilder anderer Fotografen anschaust. Vielleicht gefällt dir ein Stil besonders gut, denn du bei deinen Übungen gerne selbst versuchen würdest? Beispielsweise Schwarz-Weiß-Fotografie oder Makrofotografie?

Autodidaktisch lernen aus Büchern

Wenn du weder der Typ bist, der abends nach der Arbeit noch Kurse besucht oder sich nach getaner Arbeit nochmal stundenlang an den PC setzen möchte, kannst du natürlich auch aus Büchern lernen. Es gibt hervorragende Bücher, die dir die Fotografie näherbringen und die du auch gemütlich auf der Coach lesen kannst.

Für wichtige Ideen oder Eingebungen, die du dabei bekommst, kannst du dir ein Notizbuch anschaffen und deine Gedanken darin festhalten. Dieses Notizbuch bildet dann quasi die Essenz deiner Lernbemühungen und kann dich bei kniffligen Fragen auch später begleiten, wenn es um erprobte Kameraeinstellungen geht.

Olafs Geheimtipps

Olaf hat dir aus seiner Anfangszeit die 8 Schritte in der Reihenfolge aufgelistet, die ihm damals am besten geholfen haben:

Equipment

  1. Die richtige Kamera kaufen, am besten eine Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera. Bitte beide Modelle in geeigneten Varianten für Einsteiger und zu einem moderaten Preis.
  2. Auch wenn es trocken ist, kommt jetzt zunächst das Handbuch der ausgewählten Kamera ins Spiel. Damit du alle wichtigen Einstellungen, über die du etwas lernst, auch an deiner Kamera vornehmen kannst, musst du nachlesen, welche Möglichkeiten sie dir bietet.
  3. Mach dich auch ganz praktisch mit den verschiedenen Einstellungen vertraut und knipse die ersten Bilder, damit du siehst, ob du alles richtig verstanden hast. Wo ist der Blitz, wo stellst du die Blende ein …
  4. Geeignetes Zusatzequipment. Hier sind drei Punkte erwähnenswert. Zunächst, falls es passt – wie bei der Porträtfotografie – , dann beschäftige dich auch damit, wie man mit einem Stativ fotografiert. Denn dieses ist bei einigen Fotos extrem hilfreich. Des Weiteren solltest du dir eine Festbrennweite kaufen. Denn damit – ohne zu zoomen – wirst du quasi dazu gezwungen, dich zu bewegen, um eine ideale Position und einen tollen Winkel für dein Foto zu bekommen. Und der dritte wichtige Punkt wäre die Anschaffung eines geeigneten Objektivs, das perfekt zu deinem bevorzugten Fotografie-Thema passt. Meist haben Fotografen nicht nur eines, sondern mehrere. Damit können sie breit gefächert mehrere Themen abdecken. Auch du wirst über kurz oder lang mit mehreren Objektiven arbeiten.
  5. Nun musst du herausfinden, welche Motive oder welche Art der Fotografie dich ganz besonders anspricht. Denn danach kannst du auch deine weiteren Lernbemühungen ausrichten. Für die Makrofotografie brauchst du anderes Equipment und Hintergrundwissen aber auch andere Einstellungen als für Architekturfotos oder Landschaftsbilder, Stillleben oder Produktfotografien. Am besten versuchst du die Motive, die dich spontan am meisten interessieren, ein paarmal abzulichten. Dann findest du heraus, welche dir besonders gut liegen. Du kannst dann deine Kurse oder Lehrbücher, aber auch Communities und Foren nach deinem Lieblingsgebiet ausrichten.
  6. Verschiedene Lichtverhältnisse kennenlernen. Das A und O in der Fotografie sind die unterschiedlichen Wirkungen des einfallenden Lichtes auf dein Motiv. Es ist wichtig für die Stimmung, die du später im Bild festhalten kannst. Ist es düster, traurig oder romantisch? Hier kannst du auch einfach Fotos desselben Motivs zu unterschiedlichen Tageszeiten machen, um zu sehen, wie sie dann wirken und wie sie sich unterscheiden.
  7. Ganz wichtig ist das Erlernen der richtigen Bildkomposition. Das wirst du bei deinen ersten Schnappschüssen schnell feststellen. Manchmal ist zu viel oder zu wenig im Bild, die Perspektive sieht komisch aus oder Dinge sind zu weit weg. Auch die Farben sind manchmal nicht stimmig. Das ist alles sehr unbefriedigend und sieht auch nicht ansprechend aus. Daher legt ein guter Fotograf zuvor bereits fest, was er als Hauptmotiv im Bild einfangen will. Danach überlegt er, was zusätzlich mit drauf sein darf und wie er alles optimal zur Geltung bringt. Ein ganz wichtiges Element dafür ist in der Fotografie der Goldene Schnitt. Er zeigt dir nicht nur die Zusammensetzung, sondern die richtige Aufteilung des Bildes. Also wo du welche Elemente des Bildes am besten platzierst, damit das Gesamtergebnis gut aussieht. Über den Goldenen Schnitt haben wir dir alles Wissenswerte in einem separaten Artikel zusammengestellt, wo wir ihn sehr ausführlich erläutern.
  8. Falls du Spaß daran hast, dich bereits früh mit der Bildbearbeitung zu beschäftigen, dann kannst du dich darum kümmern, dir gute Programme zuzulegen. Allerdings ist es für Anfänger zunächst wichtiger, die Kamera richtig bedienen zu können, als sich das ganze Wochenende mit der Farbgebung eines suboptimalen Bildes herumzuärgern. Ein weiterer Punkt, warum die Bildbearbeitung erst am Ende stehen sollte, ist die, dass du für dein bevorzugtes Thema häufig spezielle Bearbeitungshinweise beachten musst. Wenn du dich also erst im späteren Verlauf deiner Lernphase um bestimmte Programme bemühst, kannst du auch schon abschätzen, für welchen Bedarf sie geeignet sein müssen. Dann weißt du nämlich schon, wo der Schwerpunkt deiner Bearbeitung liegt.

Roberts Geheimtipps

Kommen wir jetzt noch zu Roberts Geheimtipps. Er hat auch mal klein angefangen und sich durch viel Übung zum Profi gemausert. Welche Tipps ihm dabei besonders gut geholfen haben, stellen wir dir hier vor:

  1. Achte auf den Vordergrund
    Such dir ein interessantes Objekt, das den Vordergrund deines Bildes ergibt. Denn dieses Objekt (eine Blume, ein Baum, ein Fels) öffnet den Blick des Betrachters und führt ihn zum Hauptmotiv.
  2. Die Richtung des Bildes ist wichtig
    Achte in dem Zusammenhang auch auf die Richtung. Denn das Auge versucht, einer Richtung im Bild zu folgen. Einer Straße, einem Eisenbahngleis, der Flugbahn eines Flugzeugs oder auch dem Lauf eines Flusses. Berücksichtige diese Richtung und lasse Personen oder Tiere in das Bild hinein- anstatt hinauslaufen.
  3. Beziehe vorhandene Formen mit ein
    Bei der Bildgestaltung ist es wichtig, auch auf vorhandene Formen zu achten, die in der Umgebung vorhanden sind. Sie helfen zusätzlich auch bei der guten Platzierung nach der Drittel-Regel. Denn für das Auge ist eine Gestaltung nach dieser Regel sehr entspannend. Aus diesem Grund solltest du darauf verzichten, ein Objekt in die Mitte deines Fotos zu setzen, das stört das visuelle Gleichgewicht.
  4. Die Augen im Fokus
    Konzentriere dich bei Portraits auf die Augen des Modells. Wenn du den Hintergrund dann etwas unschärfer werden lässt, kannst du die Augen zusätzlich betonen. Eine gute Bildwirkung kannst du auch mit ausreichend Nähe erzielen, also geh so nahe ran, wie du kannst und solange es noch gut wirkt. Bei Ganzkörperaufnahmen kannst du die Person so im Bild platzieren, dass das Gesicht oder ein Auge auf einer wichtigen Linie zu liegen kommt und das Bild harmonisch wird. Witzigerweise kommt es dabei meist zu einem typischen Anfängerfehler: vor lauter Konzentration auf die Augen werden dann beim Ganzkörperfoto versehentlich die Füße abgeschnitten. Das solltest du natürlich vermeiden. Da wir schon beim Thema Augen sind: falls du Blumen fotografieren möchtest oder kleine Kinder oder Tiere, dann geh unbedingt auf Augenhöhe mit deinem Motiv. Dadurch wirkt das Foto viel natürlicher als von oben herunter!
  5. Natürliche Rahmen für dein Bild
    Wenn du draußen fotografierst, sieh dich nach natürlichen Rahmen für dein Bild um. Das verleiht ihm nämlich zusätzliche Tiefe. Beispielsweise kann dein Modell inmitten einer Personengruppe stehen oder von einer Hecke oder Blumen umrankt sein. Auch ein Torbogen bildet einen natürlichen Rahmen.
  6. Noch ein Tipp zum Licht
    Wenn du Aufnahmen im Dunkeln machst, dann hilft dir immer ein Stativ weiter. Denn dann brauchst du eine Langzeitbelichtung und es ist schwierig, die Kamera lange genug ohne zu wackeln in der Hand zu halten. Bei einem Stativ ist das hingegen überhaupt kein Problem. Zusätzlich bietet dir das Stativ mit Fernauslöser ganz andere Aufnahmemöglichkeiten! Ansonsten solltest du immer darauf achten, dein Foto mit so viel natürlichem Licht wie möglich (also bei Tageslicht) zu schießen. Denn nichts wirkt authentischer als natürliches Licht!

Fazit

Welche vier zentralen Elemente musst du für gute Fotos beherrschen? Wenn du wissen willst, was du alles beachten musst oder lernen solltest, um gute Fotos zu machen, dann lässt sich das auf wenige Bereiche oder Stichworte reduzieren. Denn es dreht sich alles darum, dass du dein Model oder dein Hauptmotiv so in Szene setzt, dass es die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht.

Damit das gelingt, musst du auf die richtige Bildkomposition achten, Licht und Farbe berücksichtigen und gezielt andere Elemente platzieren. Außerdem sollen störende Elemente natürlich nicht mit aufs Foto, also musst du durch einen geeigneten Winkel, oder wenn es gar nicht anders geht, später bei der Bildbearbeitung diese Elemente herausnehmen.

Um das alles hinzubekommen, musst du mit der richtigen Perspektive, der korrekten Brennweite, der geeigneten Blende und der optimalen Belichtungszeit arbeiten. Anders ausgedrückt: du wählst die Perspektive, stellst den Bildausschnitt ein, legst die gewünschte Tiefenschärfe fest und beachtest die dafür notwendige Belichtungszeit. Und das war’s schon!


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