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Hochzeitsfotografie Tipps – Hochzeiten wie ein Profi fotografieren

Ganz klar: Brautpaare, die ein großes Budget zur Verfügung haben, engagieren in aller Regel Experten. Und das vom Wedding Planner über einen professionellen Festredner und eine Sängerin bis hin zum Fotografen. Doch man kann Familienfeste wie eine Taufe oder Hochzeit auch selbst fotografieren und dabei auch noch jede Menge Spaß haben …

Voraussetzung sind ein leistungsfähige Spiegelreflex- oder Systemkamera mit Wechselobjektiven – darunter am besten auch einige lichtstarke Festbrennweiten – sowie grundlegende Kenntnisse in der Fotografie.

Hochzeitsfotos selber machen, eine gute Idee?

Denn wer sich mit seiner Fotoausrüstung auskennt, sich im Vorfeld bereits in die Location und deren Gegebenheiten (Lichtverhältnisse, Hintergründe etc.) wie auch den Ablaufplan der Zeremonie einarbeitet, kann auch als Laie tolle und unvergessliche Hochzeitsfotos selber machen. Und dabei dann – ganz nebenbei – auch noch jede Menge Geld sparen. Zudem gelangt der oder die designierte HochzeitsfotografIn auch mal hinter die Kulissen, darf die Braut bei der Anprobe und die Brautjungfern bereits am Morgen der großen Feier begleiten … hat dafür dann aber auch jede Menge Arbeit, während die anderen Gäste bereits bequem bei Tisch sitzen. Eine ehrenvolle Aufgabe also, die mit viel Anerkennung und jeder Menge Privilegien, aber auch mit reichlich Beinarbeit verknüpft ist.

Die heiße Phase der Vorbereitung beginnt bereits vor dem großen Tag!

Tatsächlich solltest du als angehende Hochzeitsfotografin oder als zukünftiger „Familienreporter“ nicht erst am Tag der Tage mit deiner Planung beginnen. Vielmehr musst du dich bereits im Vorfeld an den einzelnen Örtlichkeiten der Zeremonie, also in der Kirche und im Gasthaus, umschauen.

Selbiges gilt für das Standesamt. Denn je besser du eine Location einschätzen kannst, je genauer du mit den Lichtverhältnissen, mit der Deckenhöhe wie auch mit den Wänden, die schließlich den Rahmen und den Hintergrund für deine Fotos bilden, vertraut bist, umso leichter gelingen dir am eigentlichen Festtag tolle Bilder.

Nicht zuletzt musst du dir auch noch einen Park oder ein Naherholungsgebiet, das nicht zu weit vom eigentlichen Festgeschehen entfernt sein darf, für dein Pärchen Shooting aussuchen. Eine Örtlichkeit, die dann womöglich auch für einige Gruppenfotos mit der gesamten Festgesellschaft in Betracht kommt.

Neben deinem eigenen Ablaufplan braucht es daher reichlich Vorgespräche. Sowohl mit dem Brautpaar selbst, aber auch mit dem Standesbeamten oder dem Pfarrer, der die kirchliche Zeremonie durchführt. Denn nicht immer ist es gern gesehen, wenn hier – vielleicht gar begleitet von einem wahren Blitzlichtgewitter – allzu viel Hektik aufkommt. Als Hochzeitsfotografin musst du daher stets präsent, jedoch zugleich um ein unaufdringliches und dezentes Auftreten bemüht sein!

Wie sehen die Lichtverhältnisse und die Gegebenheiten vor Ort aus und was bedeutet das für meine Fotoausrüstung?

Natürlich gibt es Dinge, die du als Hochzeitsfotograf – trotz all deiner Vorbereitung – nicht selbst in der Hand hast. Dazu zählen die Lichtverhältnisse in der Kirche und / oder im Festzelt, die oftmals katastrophal sind.
Auch das Wetter, das dich beim Pärchen Shooting im Stadtgarten oder einem Park erwartet, kannst du nicht wirklich beeinflussen. Du musst also schlimmstenfalls auf einen Platzregen oder starke Windböen gefasst sein.

Daher Roberts Tipp: Je nach Witterung und Zeitplan kann es Sinn machen, das Pärchen Shooting vom eigentlichen Festtag abzukoppeln und jene Fotos, die das verliebte Paar in sich selbst versunken, Auge in Auge in Brautkleid und im Anzug zeigen, erst ein paar Tage nach dem Festgeschehen in Szene zu setzen. Denn viele Hochzeiten sind derart mit Events und Highlights überfrachtet, dass am Tag der Tage für ein sinnliches Pärchen Shooting oftmals schlichtweg die Zeit fehlt!

Wie es bereits die Überschrift erahnen lässt, kann auch deine Ausrüstung ihren Teil zur Qualität der Hochzeitsfotos beitragen. Daher möchte dir Olaf im Folgenden gerne mal aufzählen, was eine gute Kamera für Familien- und Hochzeitsfotos ausmacht:

  • Im Idealfall sollten deine Kamera wie auch die Objektive gegen Staub und Spritzwasser geschützt sein. Denn wenn du Hochzeitsfotos selber machen willst, kannst du die Fotoausrüstung nicht bei jedem Regenschauer wegpacken!
  • Ein großer interner Pufferspeicher, eine schnelle Schreibgeschwindigkeit und schnelle Speicherkarten, aber auch eine hohe Serienbildrate helfen dir dabei, dass du keinen Moment verpasst.
  • Lange Akkulaufzeiten – und das gilt für deine Kamera selbst wie auch dein Blitzlicht – können äußerst nützlich sein, denn leicht kann es passieren, dass sich dir just dann, wenn du die Stromquelle wechselst, ein spannendes Bild bietet!
  • Neben einem Standard Zoom-Objektiv (24-70 oder 24-105 mm, bezogen auf das Kleinbildformat) solltest du auch einige lichtstarke Festbrennweiten (zum Beispiel ein offenblendiges 35 er) einpacken. Zudem ein Weitwinkelobjektiv für Gruppenfotos und ein Tele-Makroobjektiv, mit dem du weiter entfernte Dinge heranholst und Details, wie die Ringe oder die Tischkarten, in Szene setzen kannst.
  • Da hochauflösende Sensoren bei schlechten Lichtverhältnissen und den damit einhergehenden hohen ISO Werten meist stärker zum Rauschen neigen als Kameras mit einer geringeren Auflösung, müssen die „Megapixel-Monster“ der Hersteller nicht immer die erste Wahl sein. Will meinen: 24 MP reichen in aller Regel völlig aus.

Robert setzt auf Familienfeiern daher zum Beispiel gerne seine Sony Alpha 7 III ein, die einen tollen Augen-Autofokus besitzt und mit 10 Bildern in der Sekunde auch noch ausreichend schnell ist.

Welche Kamera oder Sensor-Größe benötige ich, wenn ich Hochzeiten selbst fotografieren will?

Dabei stellt die Sensorgröße jedoch keineswegs d a s entscheidende Kriterium für gelungene Familienfotos dar. Neben Vollformatkameras können daher auch Systeme, die auf APS-C Sensoren setzen, durchaus in Betracht kommen. Etwa Fuji, ein Hersteller, dessen Kameras sowohl wegen ihrer angenehmen Wiedergabe der Hauttöne wie auch aufgrund ihrer Filmsimulationen selbst unter professionellen Anwendern ihre Fans haben. Hier erwirbst du dir zum Beispiel mit der schon älteren Fuji X-T 2, aber auch mit der nicht ganz so professionell ausgelegten Fuji X-T 30 eine grundsolide Kamera, die dich so schnell nicht im Stich lässt.

Für diejenigen, die eine Hochzeitsgesellschaft auch filmen wollen, könnte dagegen die Panasonic GH 5 oder ein Pendant von Olympus die ideale Wahl sein. Lediglich bei Fotos und in Sachen Rauschverhalten können die kleinen MFT Sensoren dieser Kameras dann mit Vollformat-Boliden nicht mehr Schritt halten … allerdings gibt es, zum Beispiel im sonnigen Kalifornien, professionelle Hochzeitsfotografen, die die GH 5 lieben und regelmäßig als Hauptkamera einsetzen.

Auch bei Familienfotos und Hochzeitsreportagen kommt es daher mehr auf dein Gespür für einen Bildaufbau und dein Können als Fotograf denn dein Equipment an!

Hochzeitfotos auf dem Standesamt

Natürlich hängt es von der jeweiligen Gemeinde ab, in welchem räumlichen Umfeld die Trauung stattfindet. Will meinen: Standesamt ist nicht gleich Standesamt. In manchen Orten findet die Zeremonie in einem historischen Gebäude mit einem hinreißenden Ambiente statt, während in der nächsten Gemeinde Begriffe wie „zweckmäßig“ und „nüchtern“ durchaus angebracht sind.

Insofern müsst ihr gemeinsam mit dem Brautpaar entscheiden, ob Außenaufnahmen vor dem Standesamt überhaupt einen Sinn machen. Die eigentliche Zeremonie spielt sich dann ja ohnehin im Trauzimmer ab, das entsprechend dekoriert ist. Damit sind einige stimmungsvolle Bilder – auch mit dem Standesbeamten, sofern er oder sie dem Foto zustimmt – jederzeit möglich; zudem könnt ihr euch, da jedem Brautpaar die Wahl des Standesamtes freisteht, natürlich ganz gezielt eine Location mit dem gewünschten Ambiente aussuchen.

Generell haben Hochzeitsfotos am Tag der standesamtlichen Trauung, eventuell auch das obligatorische Pärchen Shooting in einem Park oder der Altstadt, nämlich durchaus ihre Vorteile und ihren Reiz. Meist ist hier weitaus mehr zeitlicher Spielraum vorhanden als am Tag der kirchlichen Trauung, da die in aller Regel in das eigentliche Fest mündet.

Also denkt mal drüber nach, ob ihr nicht bereits den Tag der standesamtlichen Trauung dafür nutzen wollt, einige Fotoideen abzuarbeiten? Zum Beispiel eine Szene mit den Trauzeugen oder auch ein Foto mit den jeweiligen Braut- und zukünftigen Schwiegereltern. „Drum rede“, rät dir Olaf, „bereits im Vorfeld mit dem Brautpaar. Klär` ab, welche Fotos gewünscht sind. Sind das Schwarzweißfotos oder auch ein Bild, das die Braut barfuß auf einer Wiese, die Brautschuhe in der Hand, zeigt? Dann lassen sich diese Szenen ja womöglich bereits am Tage der standesamtlichen Trauung realisieren und einfangen!“

Hochzeitsfotos in der Kirche machen, Tipps und Tricks

Fotos in der Kirche haben meist ihren ureigenen Charme. Das gilt nicht allein für die eigentliche Zeremonie, also Szenen wie den Segen des Pfarrers oder jener Moment, in dem sich die Brautleute gegenseitig ihre Ringe anstecken. Denn auch danach bieten sich Sakralbauten und deren Umfeld für einige Porträts mit dem frisch vermählten Paar, für Szenen mit den Trauzeugen oder auch ein Gruppenfoto – etwa im Pfarrgarten – regelrecht an.

Ein Vorgespräch mit dem Geistlichen wie auch ein Vorstellen des fotografischen Ablaufplans können damit ganz bestimmt nicht schaden. Denn es gibt durchaus Pfarrer der alten Schule, die sich durch eine zu große Hektik während der kirchlichen Trauung gestört fühlen. Und wer will schon seinen Pfarrer verärgern?

Also tauscht euch aus und stimmt euch als Hochzeitsfotograf oder Hochzeitsfotografin mit dem Geistlichen ab. Je dezenter und diskreter euer Auftreten als Hochzeitsreporter ist, desto mehr Freiheiten wird man euch einräumen. So können in aller Regel Orgeleinlagen oder Lieder für einen unauffälligen Stellungs- und Perspektivenwechsel in Betracht kommen. Wer dagegen erst für die obligatorische Ringübergabe hektisch herbei geeilt kommt und den Pfarrer um Aufschub bittet, wird sich weder hier noch beim Brautpaar und den Jubelgästen Freunde machen. Tatsächlich ist es zwingend erforderlich, dass der oder die FotografIn mit den Grundlagen und Abläufen einer kirchlichen Trauung bereits im Vorfeld vertraut ist.

Das gilt auch für die Location selbst. Denn viele Kirchen und Kapellen haben zwar ihre ureigene Atmosphäre, jedoch nur wenig Tageslicht zu bieten. Drum klärt bereits im Vorfeld ab, ob der Einsatz von Blitzen erlaubt ist. Dies wird am ehesten bei einer „on camera“ Lösung der Fall sein. Denn eine ganze „Armada“ von externen Speedlights auf Stativen, die dann immer wieder verrückt werden müssen, würde den Ablauf vermutlich zu sehr stören. Daher gehören bei einer kirchlichen Trauung auch Diffusoren – etwa von Magmod – und / oder lichtstarke Objektive, falls Systemblitze verboten sind, in euer Gepäck.

Übrigens sind die meisten Geistlichen, selbst wenn sie dem Fotografieren während der eigentlichen Zeremonie eher skeptisch gegenüber stehen, für ein kleines Shooting in den Kirchengängen oder gar vor dem Hochaltar im Anschluss an die Trauung durchaus zu haben; manche Brautpaare werden den Pfarrer ja sogar zum Umtrunk und Festtreiben einladen. Also habt einerseits Respekt vor der der religiösen Zeremonie, aber fragt auch ruhig mal nach, was möglich und was erlaubt ist. Hier öffnen dir Höflichkeit und ein freundliches Lächeln manch verschlossen geglaubte Tür!

Deine Hochzeitsreportage dauert den ganzen Tag

Wie wir dir bereits früher erklärt haben, machen Reportagen, die Hochzeitspaare am Tag der Tage begleiten, jede Menge Arbeit. Beginnend bei den Vorbereitungen und einem gesonderten Brautjungfer Shooting über die eigentliche Zeremonie und die Hochzeitsspiele bis hin zum abendlichen Tanzvergnügen. Zudem musst du dir Zeit für Gruppenfotos einplanen.

Manche Paare wünschen sich zudem, dass du jeden einzelnen Festgast mit einem Headshot porträtierst. Daher musst du dich eng mit dem Brautpaar abstimmen und dir eine Checkliste anlegen, die du nach und nach abarbeitest. Wichtig ist zudem, dass du die einzelnen Ehrengäste kennst, damit niemand auf den Bildern zu kurz kommt. Denn ist Tante Erna oder Opa Horst auf sämtlichen Fotos nur als Schatten, der mal eben durchs Bild huscht, zu erkennen, ist der Ärger im Nachhinein sozusagen programmiert.

Zudem musst du wissen, wann dich an welcher Location eine ganz besondere Lichtstimmung erwartet, die dir besonders stimmungsvolle Hochzeitsbilder ermöglicht. Somit wird eine vorherige Ortsbegehung – jedenfalls, soweit dies möglich ist – quasi zur Pflicht. Apropos, Lichtstimmung. Natürlich musst du darauf achten, dass du weder in der Kirche noch auf der abendlichen Tanzfläche das Umgebungslicht „kaputt“ blitzt. Daher solltest du dich vor jeder Hochzeitsreportage mit den Einstellungen deiner Kamera wie auch den Möglichkeiten deiner Systemblitze vertraut machen. Denn nur dadurch gelingen dir Fotos, die selbst bei Blitzeinsatz die natürliche Lichtstimmung konservieren. Entweder, weil du ganz dosiert und indirekt über eine Decke oder eine Wand blitzt oder aber die Blitzleistung so weit drosselst, dass selbst ein starkes Speedlight lediglich aufhellt.

Alternativ kannst du komplett auf ein Blitzlicht verzichten und stattdessen mit hohen ISO Einstellungen fotografieren. Dies ist bei modernen Systemkameras meist problemlos möglich, vor allem dann, wenn du die größeren APS-C Sensoren oder gar eine Vollformatkamera einsetzt.

Hier gelten gerade die Sony Alpha 7 S I und 7 S II (12 MP), aber auch die Nikon D f (16 MP) aufgrund ihrer geringen Auflösung, verbunden mit dem Vollformat-Sensor, als wahre High ISO „Monster“ und „Nachtsichtgeräte“, die kaum einmal ein störendes Bildrauschen zeigen.

Allerdings kannst du mit der Nikon – im Gegensatz zur Sony – nicht filmen und besteht bei beiden Kameras, aufgrund der vergleichsweise bescheidenen Auflösung, im Nachhinein kaum noch eine Möglichkeit, die Bilder zu beschneiden. Die meisten Hochzeitsfotografen setzen daher doch lieber Kameras mit höheren Auflösungen (24 oder 36 MP) ein.

Makroobjektive für deine Hochzeitsreportage?

Auch auf einer Hochzeit finden sich zahlreiche kleinere Objekte – etwa Tisch- und Speisekarten, dazu die Ringe – die ein Teil der Zeremonie und des Festtages sind und daher in jeder Hochzeitsreportage einen festen Platz haben. Daher solltest du dir auch ein Makroobjektiv einpacken. Vielleicht gar eine längere Brennweite, wie das Sigma 150 mm F 2,8 EX DG OS HSM Makro Objektiv, die dann auch als Telelinse in Betracht kommt? Entweder kannst du damit die Ringe, den Brautstrauß und die Tischdekoration „available light“ shooten (ggf. ab Stativ) oder wirst dir zusätzliche LED-Leuchten, etwa ein Rotolight Neo 2 (das auch gleichzeitig als HSS Blitz taugt), zu deinem Auftrag mitnehmen.

Weitere Tipps zum Fotografieren einer Hochzeit

Da viele Standesbeamte und Pfarrer aufdringliche Fotografen als durchaus störend empfinden, kannst du mit einer Kamera, die dir ein lautloses Auslösen ermöglicht, ganz sicherlich punkten. Zudem solltest du auch als externe Hochzeitsfotografin, der / die nicht zur eigentlichen Festgesellschaft gehört, angemessen gekleidet sein. Nicht zuletzt kann es Sinn machen, wenn du deine Ergebnisse zwischendurch mal rasch auf deinen Laptop oder einen Tablet PC lädst und herumzeigt. Denn auch das kann zu einer gelösten Stimmung beitragen.
Dass du die Bilder sorgfältig sicherst, sprich hochwertige Speicherkarten, ggf. auch eine Kamera mit einem doppelten Speicherkarten Slot nutzt, versteht sich gerade bei professionellen Fotografen von selbst!

Wie wäre es mit einem Trash-the-Dress Shooting, wenn alles vorbei ist?

Ein Trend, der aus den Staaten zu uns nach Europa geschwappt ist, stellt das so genannte Trash-the-Dress Shooting dar, das manche Brautpaare als albern empfinden, anderen jedoch jede Menge Spaß macht. Dabei geht es prinzipiell darum, vornehmlich die Braut in ihrem strahlend-weißen Prinzessinnen Outfit an ungewöhnlichen Orten in Szene zu setzen. Zum Beispiel auf einem Schrottplatz, in einer Schlammgrube, auf einem Bauernhof oder auch in einem verlassenen Industrieareal – Orte voller Schmutz und Öl, Orte, die einen morbiden Charme haben.

Hier kann man – respektive Frau – das anfangs so sorgsam gehütete Outfit einmal so richtig hart rannehmen. Beherzt den Hammer schwingen oder an einem schrottreifen Auto schrauben, wobei der Charme der Bilder in der absurden Situation, sprich dem Kontrast liegt. Hauptsache, das Kleid leidet. Bekommt jede Menge Schlamm- und Ölspritzer ab, so dass der Stoff auf den letzten Aufnahmen so richtig abgerockt und ramponiert wirkt.

Übrigens gibt es auch Paare, die sich eigenes dafür, für ein paar Bilder in Brautkleid und Gummistiefeln im Reitstall, ein zweites Brautkleid zugelegt haben. Dann nämlich, wenn das Kleid, das die Frischvermählte während der Zeremonie trug, als kostbare Erinnerung im Schrank hängt. Du siehst also, als Hochzeitsreporter musst du mit unterschiedlichen Umgebungen und Geschmäckern klar kommen, sowohl beim Pfarrer in der Kirche wie auch als Drill Instructor, der / die die Braut beim Trash-the-Dress Shooting anfeuert, den richtigen Ton treffen!

Unser Fazit zum Thema „Hochzeiten fotografieren“

Hochzeiten stellen an dich wie auch deine Kamera höchst unterschiedliche Anforderungen. Manche Szenen, etwa Gruppenfotos, kannst du mit deiner Kamera, ggf. ab Stativ und samt Weitwinkel-Objektiv, in aller Ruhe inszenieren. Das gilt auch für Detailaufnahmen der Schuhe, des Brautstraußes oder der Ringe, während beim Tanz und den Gesellschaftsspielen mitunter auch mal deine Fertigkeiten als „Sportreporter“ auf die Probe gestellt werden.
Auch im Standesamt und bei der kirchlichen Trauung musst du hellwach und stets zum entscheidenden Bild bereit sein. Denn ist die Segnung des Brautpaares oder der Tausch der Ringe erst einmal verpasst, gibt es keine weitere Chance mehr.

Das gilt auch dann, wenn dein Akku oder deine Kamera im entscheidenden Moment urplötzlich in Streik treten. Du solltest also die Einstellungen deines Equipments im Schlaf kennen, und deine Fotoausrüstung muss gut in Schuss sein. Bedenke zudem die rechtlichen Aspekte. Denn falls du als externer Dienstleister und Fotograf eine Hochzeitsreportage vergeigst, wird nicht nur deine Reputation leiden; vielmehr können Schadensersatzansprüche auf dich zukommen.

Doch auch als Familienangehörige kannst du juristische Aspekte nicht völlig ausblenden. Daher gilt es abzuklären, ob der Pfarrer, die Standesbeamten und / oder die Messdiener mit aufs Bild wollen. Vor allem dann, wenn das Brautpaar die Hochzeitsfotos später voller Stolz in den sozialen Netzwerken zur Schau stellt. Denn das Recht am eigenen Abbild gilt auch im Rahmen einer Hochzeitsreportage. Daher sprich` mit allen Beteiligten, die nicht zur Familie gehören und verschaff` dir somit Gewissheit, ob eine Publikation der Bilder auch wirklich okay ist.


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