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Kamera Reinigung – So werden Gehäuse, Innenleben & Objektive wieder wie neu

Jeder Hobbyfotograf und erst recht jeder Profi kümmert sich gut um seine teuren Kameras. Dazu gehört auch die Reinigung und Pflege der empfindlichen Teile. Selbstverständlich hängt der Reinigungsauswand auch vom Verschmutzungsgrad ab. Wenn die Kamera nicht gerade in Kinderhände geraten ist und mit klebrigen Süßigkeiten oder Softgetränken Bekanntschaft gemacht hat, sind meist nur Staub, Kondenswasser oder vielleicht ein fettiger Fingerabdruck zu beseitigen. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du dabei am besten vorgehst und welche Möglichkeiten dir zur Verfügung stehen.

Grundsätzliche Möglichkeiten der Reinigung

Zur Reinigung und Pflege bieten sich verschiedene Methoden an: die Nassreinigung und die Trockenreinigung. Das Wort „nass“ ist nie gut in Verbindung mit technischen Geräten, aber einige Teile darfst du tatsächlich mit Feuchttüchern reinigen.

Vorsicht ist allerdings geboten bei der Reinigung von Objektiven, denn hier können bei der Nassreinigung Schmutzkörnchen Schaden anrichten. Sie wirken wie Schmirgelpapier. Stell dir im Vergleich dazu vor, dass du kleine Staubpartikel über deine Brillengläser reibst oder auch kleine Steinchen über deine Windschutzscheibe. Auf die Feinheiten gehen wir allerdings an späterer Stelle noch detaillierter ein.

Welche Teile zu reinigen sind, hängt natürlich wiederum von der Art und dem Aufbau der Kamera ab. Alte, historische Fotoapparate, benötigen selbstverständlich eine ebenso gute Pflege wie einfache Kameras oder moderne Spiegelreflexmodelle. Allerdings bestehen sie aus völlig anderen Komponenten, die dementsprechend einer Spezialreinigung bedürfen.

Grundsätzlich pflegen Fotografen ihre Lieblinge natürlich selbst. Aber für Spezialfälle gibt es Spezialisten, die Kameras reinigen oder auch, wenn es sich um alte Apparate handelt, diese notfalls auch restaurieren.

Aber auch Anfänger, die nicht das nötige Equipment besitzen, lassen Profireinigungen im Fachgeschäft oder direkt beim Hersteller, zumindest in einem Servicecenter, durchführen. Dafür musst du mit unterschiedlich hohen Kosten von bis zu 100 Euro rechnen. Falls du die Kamera dazu nicht persönlich abgeben kannst, sondern einsenden musst, sind zusätzlich noch Kosten für Verpackung und Versand einzukalkulieren.

Günstiger, aber ein reiner Zufall, wäre eine Reinigung während einer Messe – wenn diese gerade dann stattfindet, wenn du deine Kamera reinigen möchtest. Denn auf Messen oder Ausstellungen gibt es manchmal einen kostenlose Herstellerservice, bei dem Profis deine Kamera überprüfen oder den Sensor reinigen. Denn gerade diese Reinigung ist häufig eine extreme Sisyphus-Arbeit.

Für die eigene Pflege kann sich der Fotograf unterschiedliche Reinigungssets und effektives Zubehör anschaffen, mit dem er die Kamera täglich oder zumindest regelmäßig reinigen kann. Solche Sets enthalten die wichtigsten Komponenten, die auf den Kameratyp abgestimmt sind. Wer mehr investieren möchte, kann sich seine eigenen Pflege- und Reinigungsprodukte einzeln kaufen und selbst zusammenstellen.

Der Clou sind selbstreinigende Kameras, die mithilfe der Technik zumindest den Sensor dadurch selbst reinigen, dass sie den Staub „abschütteln“.

Kameraaufbau oder: welche Teile sind überhaupt zu reinigen?

Um dir am besten zu erklären, um welche Teile du dich bei deiner Kamera regelmäßig kümmern solltest, gehen wir ganz kurz auf die Bestandteile und den Aufbau ein. Wer schon länger fotografiert, kennt natürlich seine Apparate, aber auch Neulinge und Einsteiger sollen ja von diesem Beitrag profitieren können.

Daher bitten wir die alten Hasen an dieser Stelle kurz um Geduld und Verständnis.

Eine Kamera besteht grundsätzlich aus einem lichtdichten Gehäuse, in dem sich die ganze Technik verbirgt. Dieses ist von allen Komponenten noch am unempfindlichsten und am leichtesten zu reinigen.
Damit du überhaupt Fotos machen kannst, benötigt die Kamera einen Sensor, in den das Licht einfällt. Der Sensor zeichnet das Licht beziehungsweise das Motiv auf. In alten Kameras ist dies die Aufgabe der Filmrolle, die stets eingelegt werden musste.

In den alten Analogmodellen hast du zur Aufzeichnung einen Film eingelegt und übrigens auch Batterien anstatt eines Akkus benötigt. Zwei Fächer also, die zu öffnen sind und in die Schmutz und Staub eindringen kann! Falls du noch ab und zu mit einer Analogkamera arbeitest, solltest du bei der Reinigung auch darauf achten. Darin befindet sich übrigens noch der Transportmechanismus, der den Film immer zum nächsten Bild bringt und am Ende zurückspult.

Die Sensoren sind das Kernstück jeder Kamera, die in modernen Fotoapparaten aus elektronischen Halbleiterdetektoren mit Millionen Pixeln bestehen. Früher kamen eher Fotoröhren zum Einsatz. Der Begriff „Sensor“ oder „Bildsensor“ ist jedoch für beide Varianten immer noch gängig.

Im Gehäuse befindet sich eine Öffnung, durch die das Licht zum Sensor gelangen kann. Hier sitzt meist ein Objektiv (eine Linse), ein weiteres Objekt also, das du bei der Reinigung berücksichtigen musst. Wahlweise besitzen die Apparate nun noch verschiedene Möglichkeiten zur Einstellung, beispielsweise für die (veränderbare) Blendenöffnung oder die Einstellung der Bildschärfe. Und natürlich gibt es einen Sucher und ein Display sowie einen Verschluss mit Auslöser.

Alle Öffnungen am Gerät sind potenzielle Schmutzfänger, genau wie deine Handykamera auch. Daher darfst du sie nicht außer Acht lassen, wenn du mit der Reinigung beginnst. Über Handykameras wollen wir im Artikel aber nicht sprechen, wir kümmern uns vorrangig um die modernen Spiegelreflexkameras oder digitalen Systemkameras.

Unterschied DSLM – DSLR

Falls du noch nicht ganz vertraut bist mit der Materie, ist dir der Unterschied zwischen diesen beiden Kameras eventuell noch nicht ganz klar. Typischerweise gibt es für diese Kameras Abkürzungen, die in Fachkreisen in Verwendung sind:

DSLR = digital single lens reflex ist eine Spiegelreflexkamera.
DSLM = digital single lens mirrorless ist eine spiegellose Systemkamera. („mirrorless“ = spiegellos)

Die Spiegelreflexkamera ist schwerer und größer als die spiegellose Kamera und somit unhandlicher. Sie fängt das Licht, das durch das Objektiv hereinkommt, über einen Reflexspiegel auf (daher der Name) und leitet ihn an Sensor oder Sucher weiter.

Bei der spiegellosen Kamera entfällt dieser Spiegel, was den technischen Aufbau im Gerät vereinfacht und das Gewicht verringert. Die DSLM arbeitet stattdessen mit einem elektronischen Sucher (wie die Handykamera). Das Wort „Systemkamera“ ist eventuell irreführend, da eigentlich beides Systemkameras sind. Das bedeutet, dass du bei diesen Apparaten verschiedene Komponenten, besonders die Objektive austauschen kannst.

Wann solltest du deine Kamera reinigen?

Wir empfehlen dir, eine regelmäßige Reinigung vorzunehmen. Vor allem, wenn du häufig Außenaufnahmen machst, denn draußen ist es einfacher dreckiger als in einem Studio. Grundsätzlich würden wir dir ans Herz legen, deine Kamera wenigstens einmal pro Quartal zu reinigen. Wenn du ausschließlich Innenaufnahmen oder Studioaufnahmen anfertigst, genügt auch eine gründliche Reinigung pro Jahr.

Dabei solltest du insbesondere deinen Sensor regelmäßig kontrollieren und ihn alle 12 Wochen reinigen. Ganz wichtig ist diese Überprüfung vor allem dann, wenn du häufig deine Objektive wechselst, denn dabei kommt der meiste Schmutz zustande.

Fingerabdrücke auf dem Gehäuse und soeben entstandener Schmutz (durch Unachtsamkeit oder Blütenpollen bei Außenaufnahmen) sollten sich gar nicht erst festsetzen. Diese wischst du am besten sofort ab. Auch Regentropfen oder Kondenswasser musst du gleich entfernen, bevor sich Salz oder Kalk ablagern können.

Die Glaskomponenten sowie das Display deiner Kamera sind besonders empfindlich, auf die musst du sehr gut achten. Diese brauchst du allerdings nicht in bestimmten Intervallen zu reinigen, sondern lediglich regelmäßig zu prüfen und nur bei Bedarf zu säubern.

Womit solltest du deine Kamera reinigen?

Mittlerweile gibt es hier für jede Komponente des Fotoapparates spezielle Reinigungsmittelchen. Welche und wie viele davon du anschaffen willst, hängt wiederum von dir, deinen Kameras und deinem Budget ab.

Hilfreich sind bei empfindlichen Teilen sogar Handschuhe, diese sind auch empfehlenswert, wenn du mit Reinigungsflüssigkeiten arbeitest. Dazu kommt bei Kleinteilen eine gute Lupe mit Beleuchtung, fusselfreie weiche Tücher (Microfaser, Velour, notfalls Papier) und Holz- oder Kunststoffspatel, manche benutzen aber auch Wattestäbchen (Vorsicht: fusselt!) sowie kleine Blasebalge oder Minisauger. Auch Reinigungstücher, wie du sie sicherlich von Brillen kennst, kommen gerne zum Einsatz.

Wenn du dir unsicher bist, welche Dinge du auf jeden Fall vorrätig haben solltest, kannst du dir auch ein kleines oder großes Reinigungsset anschaffen, bei dem die wichtigsten Utensilien in praktischen Taschen zusammengestellt sind. Bei der Auswahl musst du darauf achten, dass du nicht gleich zum größtmöglichen Set greifst, sondern es zu deinen Ansprüchen auch wirklich passt.

Kamera-Reinigungsset

Wenn du dazu tendierst, dir ein fertiges Set mit Reinigungsprodukten anzuschaffen, wirst du schnell feststellen, dass der Markt von diesen Sets geradezu überschwemmt ist. Welches du tatsächlich brauchst und in welchem Umfang, hängt ganz von deinen Absichten und der Art deiner Kamera ab. Es gibt hier beispielsweise kleine Sets für unterwegs oder auf Reisen, bei denen du zumindest die wichtigsten Reinigungsutensilien für deine Kamera beisammen hast. So eine Mini-Ausrüstung hat beispielsweise Olaf schon bei Ausflügen mitgenommen, bei denen er im Freien fotografieren wollte. Und da kann natürlich jederzeit ein kleines Malheur passieren.

Kleine Travel-Sets kommen in einer Aufbewahrungsbox daher und enthalten beispielsweise:

  • Mikrofasertücher
  • ein Velourtuch
  • feuchte Reinigungstücher
  • Linsen Reinigungsflüssigkeit (30 ml)
  • Mini Air Blower (Blasebalg zur Entfernung von losen Schmutzpartikeln)
  • Lenspen (gegen Fingerabdrücke und Staub auf dem Objektiv)

Wenn du, wie Robert, lieber noch besser ausgerüstet sein willst, dann solltest du zu größeren Sets greifen. Diese kannst du, wie bereits erwähnt, auch selbst zusammenstellen, um von jeder Komponente dein Lieblingsteil zu kaufen. Einen ordentlichen Preisvorteil kannst du aber mit fertigen Sets erzielen.

Das große Kit für Vollformatkameras, das Robert schon benutzt hat, enthielt beispielsweise gleich 68 Teile, mit dem er nicht nur seine Kamera, sondern auch gleich sein Smartphone reinigen kann! Theoretisch kanns du damit auch dein Tablet in Schuss halten oder einen Monitor säubern. Beinhaltet waren in Roberts Set:

  • Mehrere Sensorpinsel für Nass- und Trockenreinigung
  • Lenspen (um Fett und Staub vom Objektiv zu entfernen)
  • Blasebalg (für die Entfernung von Sand und Staub)
  • Mikrofasertuch (auch geeignet für das Display)
  • Reinigungsstäbchen für die Schmutzentfernung an schwer zu erreichenden Stellen
  • Sensorreinigungsflüssigkeit
  • Reinigungspinsel
  • Feuchte Reinigungstücher sowie Objektivreinigungstücher
  • Alles ebenfalls in einer Aufbewahrungstasche.

Wie wird was gereinigt?

Nachdem wir dir nun bereits mehrere Möglichkeiten vorgestellt haben, welche Reinigungsmittel erhältlich sind und welche Teile deiner Kamera überhaupt gereinigt werden können, gehen wir ans Eingemachte. Klar ist, es gibt unterschiedliche Flecken und Verschmutzung und beim Außeneinsatz kann deine Kamera natürlich auch in einem Tümpel landen oder in frischem Beton. Für solche Extremfälle ist unser Beitrag aber nicht gedacht. Wir zeigen dir, wie du vor allem bei den Objektiven, Linsen, Filtern und natürlich dem Sensor vorgehen musst.

Kameragehäuse reinigen

Am einfachsten ist die Außenreinigung deiner Kamera. Denn das Gehäuse ist wenig empfindlich und bekommt meist beim Festhalten einen fettigen Fingerabdruck oder auch mal Regen oder anderen Schmutz ab. Für die Gehäusereinigung bei solchen Flecken brauchst du nur ein weiches Mikrofasertuch oder ein Fensterleder. In Verbindung mit einem schlierenfreien Reinigungsmittel bekommst du alle gängigen Flecken schnell weggewischt.

Für dein LCD-Display kannst du ebenfalls Fensterleder oder Mikrofasertuch in Kombination mit einem geeigneten Reinigungsspray benutzen. Für Displays kannst du aber auch feuchte Reinigungstücher einsetzen, die in jedem Reinigungsset enthalten sind. Falls der Sucher etwas abbekommen hat, gehst du dort am besten mit einem Lenspen vorsichtig zu Werke.

Objektiv, Linse und Kamerafilter reinigen

Hier gehen wir auf die grundsätzliche Reinigung der Glaskomponenten deiner Kamera ein. Denn es spielt praktisch keine Rolle, ob du bei der Digitalkamera ein Objektiv reinigen musst oder dein Spiegelreflex-Objektiv reinigen möchtest. Immerhin sind alle Objektive gleich empfindlich. Somit kannst du die Tipps getrost auch beim Reinigen von DSLR Objektiven/DSLR Filter anwenden.

Schützen geht vor Reinigen

Das Objektiv solltest du am besten so gut schützen, dass es gar nicht erst schmutzig wird. Also beispielsweise durch einen UV-Filter. Auf keinen Fall solltest du die Feld-, Wald- und Wiesenmethode anwenden und auf das Objektiv hauchen, um es dann mit dem Hemdzipfel abzuwischen. Dein Atem greift nämlich die Versiegelung an und wenn sich kleine Staubpartikel darauf befinden, reibst du mit deinem Hemd schöne Kratzer in das Objektiv hinein. Dieser UV-Filter kann natürlich selbst auch staubig werden, daher musst du auch den UV-Filter der Kamera reinigen.

Ein Wechselobjektiv ist eine feine Sache, aber bei jedem Wechsel liegt der Kamerasensor frei und kann ebenfalls Schmutz, Staub oder sogar Feuchtigkeit abbekommen. Das ist unbedingt zu vermeiden! Bitte wechsle daher dein Objektiv wirklich nur so, dass du unmittelbar nach dem Abnehmen des einen Objektivs gleich das andere aufsetzt.

Beispiele für Schutzmaßnahmen, die eine Verschmutzung bereits im Vorfeld effektiv verhindern können, sind:

  • Frontabdeckung immer auf dem Objektiv lassen und nach der Aufnahme gleich wieder aufsetzen.
  • Eine Rück-Kappe über der Rücklinse ist hilfreich, da diese besonders empfindlich ist.
  • Abgeschraubte Objektive im staubfrei in der Objektivtasche aufbewahren.
  • Objektive immer kühl und trocken lagern, Silicatgel hilft bei der Feuchtigkeitsbindung.
  • Objektive immer mit Sonnenblenden benutzen, diese schützen auch vor Regen oder Schnee.
  • Vorsicht bei Aufnahmen von Kochtöpfen oder in Raucherkneipen, solche und ähnliche Ablagerungen gehen kaum von Objektiv und Linse ab.

Warum solltest du die Objektive reinigen?

Gute Fotos kannst du nur mit einem sauberen Objektiv erzielen, sonst leidet die Bildqualität. Vor allem schmierige Rückstände auf dem Objektiv oder der Linse beeinträchtigen das Foto sichtbar. Der Schmutz auf der Linse sorgt dafür, dass du Lichtreflexe oder sogar Geisterbilder erhältst. Außerdem kommt nicht mehr genügend Licht hindurch, sodass du Einbußen beim Kontrast sowie bei der Schärfe und der Farbsättigung hinnehmen musst.

Wie erkennst du rechtzeitig, dass Reinigungsbedarf besteht?

Sobald die Bildqualität nachlässt, ist das ein erstes Anzeichen für eine Verschmutzung. Du kannst Staub oder Fettablagerungen aber auch mit einer Taschenlampe oder einem Vergrößerungsglas (beispielsweise auch einer beleuchteten Leselupe) erkennen. Wenn du Schmutz bemerkst, solltest du nach der Reinigung nochmal mit der Lupe prüfen, ob du alle Partikel entfernen konntest.

Reinigungsmöglichkeiten

Ein Objektiv kannst du sowohl nass als auch trocken reinigen. Die trockene Variante ist dabei die einfachere und problemlosere.

Du musst außerdem auch deine Kameralinsen reinigen. Dabei solltest du aber einen wichtigen Tipp beherzigen: Achte aber bei der Reinigung immer darauf, dass du sowohl die Frontlinse als auch die Hinterlinse prüfst und dann beide gleichermaßen reinigst. Für das Reinigen der Kameralinse innen gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie für das Reinigen der Digitalkamera-Linse.

Beachte bitte außerdem, dass jeder Hersteller im Beipackzettel zur Kamera oder zum Objektiv (eigentlich zu allen Komponenten) auch Reinigungsvorgaben erwähnt. An diese solltest du dich halten, besonders während der Garantiezeit.

Interessanterweise weichen die Herstellerangaben teilweise ziemlich stark voneinander ab. Dabei halten viele Profis die Trockenreinigung von Linsen für gefährlich, da jegliches trockene Tuch trotzdem mit kleinen Staubpartikeln Kratzer ins empfindliche Glas reiben kann. Viele befürworten daher ausschließlich die Nassreinigung. Auch diese Methode hat ihre Gegner, da es gesundheitsschädliche Reinigungsflüssigkeiten gibt, die häufig von Laien bedenkenlos und im Übermaß angewendet werden.

Reinigungsmittel

Was Profis immer mit sich herumschleppen ist ein kleiner Blasebalg für die Reinigung von Filter und Objektiv. Auch Olaf schwört darauf, sein Objektiv mit dem Blasebalg staubfrei zu pusten. Die härtere Variante für stärkere Verschmutzung wäre dann die Druckluft, die aber deine Kamera angreifen könnte, da die Druckluftsprays diverse Chemikalien enthalten.

Ideal und platzsparend auch für unterwegs ist der Lenspen (oder auch Reinigungsstift). Er hat an beiden Enden eine Reinigungshilfe sitzen. Das ist zum einen ein Objektivpinsel, der zwar schonend arbeitet, aber nur für eine grobe Reinigung taugt. Am anderen Ende sitzt ein carbonhaltiges Reinigungspad. Das ist extrem hilfreich bei fettigen Fingerabdrücken oder anderen Fettspuren.

Natürlich sind diese Reinigungspads nicht unbegrenzt lange einsetzbar, du solltest sie nach rund hundert Anwendungen ersetzen. Olaf empfiehlt, nach der Anwendung des Reinigungspads vorsichtshalber nochmal mit dem Blasebalg drüber zu gehen, um damit eventuelle Carbonreste zu entfernen.

Nur wenn du mit dem Stift und dem Blasebalg dein Objektiv oder den Filter noch immer nicht reinigen konntest, solltest du jetzt zu Reinigungstüchern greifen. In jedem Set oder zum Einzelkauf kannst du für diesen Zweck zwischen Mikrofasertüchern und normalen Reinigungstüchern oder aber feuchten Reinigungstüchern wählen. Wenn du trockene Tücher verwendest, benötigst du ein gutes Reinigungsspray dazu.

Achtung: bei jeder Reinigung sammelst du den Schmutz im Reinigungstuch und reibst die Partikel, die noch darin haften, bei der nächsten Reinigung wieder auf dem Objektiv herum. Das kann zu Kratzern führen. Du musst also entweder ständig ein perfekt gereinigtes Mikrofasertuch zur Hand haben oder gleich Einweg-Reinigungstücher verwenden.

Denk daran, zuerst mit dem Blasebalg oder Lenspen den gröbsten Schmutz zu entfernen, bevor du mit dem Tuch ans Objektiv herangehst. Perfekt für unterwegs sind einzeln verpackte Reinigungstücher, die du im Notfall schnell zur Hand hast und die bereits mit der richtigen Menge Reinigungsflüssigkeit versehen sind.

Als Richtlinie kannst du dir merken, dass du immer mit der sanftesten und schonenden Methode beginnst. Erst wenn diese keinen Erfolg bringt, machst du mit der „härteren“ Reinigung weiter. Also am besten immer erst den Schmutz abblasen, dann das Tuch oder den Pinsel benutzen und nur wenn das nichts bringt, kommt die Flüssigreinigung zum Einsatz.

Supergau Glaspilz

Ein Pilzbefall auf der Linse ist der absolute Supergau für jeden Fotografen. Der Ei- oder Schlauchpilz kommt häufig in alten feuchten Ledertaschen vor. Diese sind daher extrem ungeeignet für die Aufbewahrung von Kameras. Pilze sind mit gewöhnlichen Mitteln kaum zu bekämpfen, Spezialfirmen lehnen wiederum die Reinigung ab, aus Angst, dass ihre Räume und andere Kameras ebenfalls kontaminiert werden. Mit Spezialmitteln kannst du zwar den Pilz entfernen, aber die Folgeschäden für die Linse sind meist irreparabel. Der beste Schutz dagegen ist eine gute Aufbewahrung in trockenen, belüfteten und hellen Räumen.

Kamerasensor reinigen

Viele der erwähnten Infos gelten gleichermaßen auch für den hochempfindlichen Sensor.

Die Säuberung des Sensors ist komplizierter als die des Objektivs. Dafür stehen drei Varianten zur Verfügung:

Grundsätzlich gibt es Kameras, die über interne Reinigungsverfahren verfügen. Beispielsweise helfen Ultraschall-Vibrationen dabei, den lockeren Staub abzuschütteln. Des Weiteren gibt es Anti-Statik-Beschichtungen auf dem vor dem Sensor angebrachten Glas. Und zu guter Letzt können die Kameras selbst intern die Staubteilchen verrechnen und herausretuschieren, was leider nicht immer korrekt funktioniert. Keine der drei Möglichkeiten ersetzt jedoch eine richtige Sensorreinigung.

Schmutzvermeidung ist oberstes Gebot

Da sich die Reinigung oft so kompliziert gestaltet, hat auch hier die Schmutzvermeidung oberste Priorität. Eine staubsichere Lagerung in einer geschlossenen Fototasche und ein Objektivwechsel in geschützter Umgebung sind dabei sehr hilfreich. Zudem hilft es, wenn das Objektiv regelmäßig mit dem Blasebalg gesäubert wird, so kann der Schmutz nicht in den darunter liegenden Sensor eindringen.

Wie erkennst du, dass dein Sensor verdreckt ist?

Erster Indikator für eine anstehende Reinigung ist die schlechtere Qualität deiner Fotos. Mit bloßem Auge hingegen wirst du den Feinstaub zunächst nicht erkennen. Ist die Schmutzansammlung schon so groß, dass sie deutlich zu sehen ist, wäre eigentlich schon alles zu spät.

Wie oft solltest du den Sensor reinigen?

Hier gibt es keine feste Regel, manche Fotografen reinigen ihren Sensor täglich oder wöchentlich. Allgemein ist jedoch zu sagen, dass eine Reinigung ungefähr alle 4 bis 12 Wochen ansteht. Vor einem großen Einsatz oder beispielsweise einem Urlaub empfiehlt sich immer eine Grundreinigung aller Teile, auch des Sensors. Ansonsten immer dann, wenn du an der Bildqualität bemerkst, dass die Fotos Flecken haben und somit Objektiv oder Sensor verschmutzt sein müssen.

Welche Reinigungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Auch hier kannst du zwischen Trockenreinigung mit Luftdruck, Blasebalg oder Pinsel oder der Nassreinigung wählen. Für die Nassreinigung werden sogenannte Swabs mit einer Reinigungsflüssigkeit benutzt. Unter einem Swab versteht man einen steril eingepackten Einweg-Tupfer.

Es hängt ganz von deinen Vorkenntnissen ab, welche Utensilien du am liebsten dazu verwenden möchtest. Viele arbeiten mit allerhand zusätzlichen Hilfen wie Holz- oder Kunststoffspatel und unterschiedlichen chemischen Reinigungsmitteln. Hilfreich ist in jedem Fall eine LED-Lupe, ein kleiner Sauger oder Blasebalg sowie Reinigungsflüssigkeit und Tupfer.

Professionelle Reinigung oder Selbstreinigung?

Da es sich bei der Reinigung um eine komplizierte Angelegenheit handelt, bei der man sogar die Optik oder Elektronik der Kamera beschädigen kann, wenn man nicht richtig mit dem Flüssigreiniger umgeht, geben viele ihr bestes Stück lieber zur professionellen Reinigung. Zu bedenken ist auch, dass manche Hersteller explizit darauf hinweisen, dass die Garantie erlischt, wenn du selbst eine Reinigung am Sensor durchführst.

Mit einer Profireinigung bist du auf der sicheren Seite, musst diese Sicherheit aber auch mit bis zu 100 Euro bezahlen. Außerdem dauert es möglicherweise eine ganze Weile, bis du deine Kamera wieder zurückbekommst.

Eine schnelle Alternative ist daher die eigenhändige Reinigung. Dazu gibt es zwei einfache Tipps:

  1. Die Arbeit mit einem Adhäsionstupfer. Er kommt ohne Reinigungsflüssigkeit aus.
  2. Die Verwendung von Swabs und Flüssigreiniger. Diese Variante ist für Fortgeschrittene gedacht.

Die Reinigung der DSLR Kamera und DSLM Kamera unterscheidet sich beim Objektiv nicht wesentlich. Wichtig ist bei beiden Methoden (Adhäsionstupfer und Swabs), dass du vor der Reinigung den Spiegel deiner DSLR hochklappst und arretierst.

Bevor du solche Reinigung vornimmst, musst du den Arbeitsplatz gründlich vorbereiten:

  • Die Arbeitsfläche muss penibel gereinigt sein.
  • Zugluft (Fenster oder Ventilatoren) ist zu vermeiden.
  • Staubige oder auch fusselige Kleidung (Wollpullover) sind abzulegen.
  • Arbeite mit gewaschenen Händen oder Handschuhen.
  • Sorge für genügend Licht (Taschenlampe, Büroleuchte).

Sonderreinigungen

Fertige Sets sind unter Umständen nicht hilfreich, wenn du antike Kameras oder alte Analogkameras reinigen willst. Aber weiche fusselfreie Tücher oder kleine Sauger können auch dabei zum Einsatz kommen. Werfen wir kurz einen Blick auf die beiden Sonderfälle, bevor wir uns speziellen Reinigungstipps zuwenden.

Besonders alte Kameras reinigen

Wenn du das Glück hast, von deinen Großeltern oder Urgroßeltern eine alte Kamera vererbt zu bekommen, dann bist du eventuell im Besitz eines historischen Sammlerstückes. Sogar falls du überhaupt keine Ambitionen dazu hast, mit dem Ding jemals ein Foto zu schießen, willst du es natürlich gut aufbereiten und an einer Stelle aufbewahren, die dem antiken Stück würdig ist.

Solche alten Kameras sind aber häufig staub- oder schmutzverkrustet, manche schimmeln sogar. Da ist guter Rat teuer. Wenn du keine Erfahrung mit der Reinigung dieser alten Stücke hast (diese besitzen noch einen Faltenbalg aus Leder wie beispielsweise die Zeiss Ikon Faltenbalgkamera), solltest du am besten nicht selbst daran herumfummeln.

Robert hat die alte Kamera seines Großvaters selbst geputzt und ist dabei sehr ambitioniert mit 2-Propanol, Wasser und Baumwolltüchern an die Sache herangegangen. Wasser mit Spülmittel funktioniert tatsächlich, ist aber nur mit Vorsicht anzuwenden. Immerhin kann Wasser zu Kalkflecken oder zur Rost führen.

Neben Baumwolltüchern kam übrigens auch ein kleiner Flachpinsel zum Einsatz und für die Politur von Metallteilen kannst du ein wenig Autopolitur und Isopropanol verwenden. Ohnehin ist das Reinigen des Objektives mit Alkohol bei vielen Profis ein Trend, mit dem man sich allerdings gut auskennen sollte. Schließlich kannst du dabei auch einiges kaputtmachen.

Leder (Faltenbalg) lässt sich mit Schuhcreme pflegen, allerdings besteht dabei die Gefahr, dass die Stellen anschließend scheckig werden. Olaf ist in dieser Hinsicht vorsichtiger und würde nie selbst an antiken Geräten herumhantieren. Er findet, dass Profis hierfür ganz spezielle Reinigungsmittel besitzen, die du dir für einen einmaligen Gebrauch nicht unbedingt selbst kaufen musst. Stattdessen rentiert es sich eher, diese spezielle Reinigung jemandem zu überlassen, der das perfekte Know-How und alle Hilfsmittel parat hat. Dann kann es nicht zu unschönen Überraschungen kommen.

Pflege und Reinigung deines analogen Fotoapparates

Wenn du noch einen Analogapparat besitzt und gerne mit Filmrollen arbeitest, so gibt es einige wenige Pflegeunterschiede im Vergleich zur Spiegelreflex- oder Digitalkamera. Vor allem wegen des völlig anderen Aufbaus und den unterschiedlichen Komponenten.

Zunächst gilt auch hier, dass eine regelmäßige Kontrolle und ein sofortiges Entfernen von soeben entstandenen Verschmutzungen obligatorisch sein sollten . Außerdem musst du auch darauf achten, dass du immer einen Objektschutzdeckel auf der Kamera sitzen hast oder der Objektivschutzschieber geschlossen ist.

Die empfindlichen Stellen bei der analogen Kamera sind das Objektiv, die Mechanik im Inneren sowie das Batteriefach. Bei jedem Batteriewechsel oder Einlegen eines Films können Staub oder Schmutz in diese Fächer gelangen. Um den Film nicht zu beschädigen, solltest du ihn übrigens an einem dunklen oder zumindest schattigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung wechseln.

Im Batteriefach kann sich neben der Staubablagerung auch das Problem ergeben, dass deine Batteriekontakte rosten oder deine Batterie womöglich ausgelaufen ist. Daher solltest du regelmäßig einen Blick in das Fach werfen.

Zum Schutz vor Feuchtigkeit bewahrst du deine Kamera am sichersten in einem Plastikbeutel auf. So kannst du sie auch auf Reisen oder bei einem Ausflug mitnehmen. Wenn du sie längere Zeit wegpacken möchtest, dann füge dem Plastikbeutel noch ein Päckchen Silizium-Gel bei, damit keine Feuchtigkeit in den Fotoapparat eindringen kann. Wasser auf der Oberfläche (Regen und Kondenswasser) kannst du problemlos sofort mit einem weichen Papiertuch abwischen.

Besondere Vorsicht musst du auch hier beim Objektiv walten lassen. Schließlich handelt es sich hierbei um eine sehr empfindliche Stelle, auf der sich schnell alle Arten von Schmutz ansammeln. Beim regelmäßigen optischen Check siehst du auch gleich, wenn Staub oder Dreck auf dem Objektiv kleben. Dieses kannst du leicht mit einem fusselfreien Tuch abwischen.

Fazit

Über das Reinigen von Kameras könnte man noch sehr viel mehr schreiben, denn es gibt in Profikreisen auch viele Hausmittelchen, mit denen probiert und experimentiert wird. Die meisten Flüssigkeiten (Alkohol und Chemikalien), sind aber für Laien nicht ungefährlich in der Anwendung und können außerdem die wertvollen Kameras beschädigen.

Du bist also auf der sicheren Seite, wenn du deine Kamera nur mit den vom Hersteller empfohlenen Mitteln reinigst. Dann läufst du auch nicht Gefahr, durch eigene Reinigungsversuche die Garantie zu verlieren.

Als Einsteiger kannst du dir viele Tipps im Fachgeschäft oder von professionellen Fotografen holen. Auch mit den vorgestellten Reinigungssets kann nicht allzu viel schiefgehen. Ansonsten: Übung macht den Meister. Mit der Zeit wirst du eigene Reinigungsmethoden entwickeln, die für dich am einfachsten und effektivsten sind.


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