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Kinderfotografie – Vom Baby Shooting bis zum stimmungsvollen Weihnachtsfoto mit Kleinkind

Schöne Kinderfotos aus den sozialen Netzwerken auch mit dem eignen Nachwuchs nachzustellen, ist wohl d e r Grund, warum sich viele Eltern ihre erste Kamera gekauft haben …

Und in der Tat können uns Instagram & Co., aber auch Bildbände und Kataloge, als Inspiration dienen. Denn hier zeigen uns Kenner und Könner, wie man schöne Kinderbilder anfertigt.

Auf die Perspektive kommt es an!

So muss der Blick von schräg oben – als unser ganz natürlicher Blickwinkel als Erwachsene – nicht immer die beste Wahl sein. Ganz im Gegenteil: Spielt ein Kleinkind auf dem Boden oder inmitten der blühenden Wiese, dann sollten wir uns auch als ambitionierte Kinderfotografen mal flach auf den Bauch legen.

Eine Ausnahme bilden hier lediglich Einblicke in den Kinderwagen oder auch Szenen, bei denen ganz bewusst, fast wie bei einem Drohnenflug, die Kamera über dem Modell schwebt. Etwa dann, wenn ein Kind (oder auch eine Gruppe von Personen) mit dem Rücken im Gras liegt. Dann können wir auch mal auf eine Leiter steigen und bei einer nahezu senkrechten Kamerahaltung ein einmaliges Bild „schießen“.

Obacht freilich vor unserem eigenen Schatten. Zudem muss der Mensch – das gilt auch für Porträts von Erwachsenen – das zentrale, sprich: bildbeherrschende, Element bleiben.

Wie knapp sollte der Ausschnitt bei einem Kleinkind Shooting sein?

Denn allzu häufig halten gerade Laien viel zu viel Abstand, so dass spielende Kinder fast wie ein Pünktchen am Firmament wirken, beschreibt Robert einen der schwerwiegendsten Fehler in der Kinderfotografie. Zugegeben, das ist nun bewusst ein wenig überspitzt ausgedrückt, doch vergleiche mal deine eigenen Bilder mit den Aufnahmen in Magazinen oder Katalogen, dann wirst du rasch begreifen, was damit gemeint ist.

Tatsächlich musst du dich entscheiden, was du fotografieren willst, Landschaften und Bauwerke oder Menschen? So macht es gerade bei Kinderfotos wenig Sinn, die Kleinen vor einem Denkmal, zum Beispiel einem Brunnen, zu drapieren und dann das Bauwerk in seiner ganzen Pracht zu zeigen. Denn dann verkümmern die Kinder zu einer Randnotiz. Will meinen: Statt einem schönen Kinderfoto haben wir eine reine Architekturaufnahme gefertigt, auf der die Person nur noch als schmückendes Beiwerk mit auf dem Bild ist.

Viel mehr Sinn macht es dagegen, den Ausschnitt so zu begrenzen, dass das spielende Kind, das den Springbrunnen mit seinen glucksenden Wasserfontänen bestaunt, d a s bildbeherrschende Element ist. Es reicht also, wenn das Kind, zusammen mit einem einzelnen Wasserspeier, das Foto nahezu ausfüllt.
Das Bauwerk selbst würde nämlich lediglich im Rahmen einer Städtereportage eine Rolle spielen, ist jedoch für Fotos von Menschen ohne jeden Belang. Insofern helfen dir typische Porträtobjektive (mit 70, 85 oder gar 135 Millimetern Brennweite) dabei, schöne Kinderfotos nachzustellen, da sie die Bildaussage komplett auf das eigentliche Motiv „verdichten“ und zudem mit einer gefälligen Hintergrundunschärfe – Bokeh genannt – aufwarten.

Welche Ausrüstung benötige ich, um Kinder zu fotografieren?

Du siehst also, dass deine Ausrüstung beim Baby und Kleinkind Shooting schon eine Rolle spielt. Doch keine Sorge: Du brauchst weder eine super teure noch super schnelle Profi-Spiegelreflexausrüstung, um schöne Kinderfotos aufzunehmen. Denn gerade für stimmungsvolle Familienfotos reichen auch gute Kompaktkameras oder eine Systemkamera einer älteren Modellreihe völlig aus.

Daher möchte dir Olaf im Folgenden gerne einige Kameras und Objektivkombinationen vorstellen, die für tolle Familienfotos und euer erstes Kleinkind Fotoshooting in Betracht kommen. Darunter auch preisgünstige (semi) professionelle Modelle, die er selbst schon bei seiner Arbeit genutzt hat.

Zum Beispiel:

  • Die Sony RX 10 Mark III, eine Bridge-Kamera aus dem Premium-Segment, die mit ihrem lichtstarkem Carl Zeiss Zoom-Objektiv (F 2.4 bis F 4) und einem gewaltigen Brennweitenspektrum (24-600 mm; bezogen auf das KB-Format) punktet und damit kaum Wünsche für tolle Urlaubsfotos, Familienfeste oder auch ein Kleinkind Shooting offen lässt. Zudem kann die rund 1000 Euro teure Kamera in 4 K filmen, besitzt eine interne Bildstabilisierung und lässt auch noch Aufnahmen im Makrobereich zu!
  • Bereits einen deutlich größeren Sensor besitzt die ebenfalls aus dem Hause Sony stammende Alpha 6000, die heute bereits für rund 380 Euro zu haben ist (Preis bezieht sich – Stand April 2020 – allein auf das Gehäuse!) und mit ihrem Erscheinen im Jahr 2014 den Bereich der Systemkameras revolutioniert hat. Denn sowohl die Serienbildrate (11 Fotos pro Sekunde) wie auch der rasante Autofokus wussten selbst Sportfotografen auf Anhieb zu überzeugen; zudem glänzt der 23,5 x 15,6 mm große APS-C Sensor mit scharfen und detailreichen Aufnahmen, so dass manche Profis und Blogger sogar ihre Vollformatausrüstung gegen diesen Winzling eingetauscht haben.
  • Zusammen mit den genialen und lichtstarken (F 1.4) Festbrennweiten von Sigma (16 mm, 30 mm und 56 mm) kannst du dir damit eine tolle Ausrüstung zu einem äußerst attraktiven Preis aufbauen, die für Familien- und Kinderfotos nahezu ideal ist. Schließlich hast du dann sämtliche relevanten Brennweiten vom Weitwinkelobjektiv (24 mm) über eine Normalbrennweite (45 mm) bis hin zur Porträtoptik von circa 85 mm Brennweite (hier jeweils wieder aufs Vollformat umgerechnet, also mit 1,5 multipliziert) abgedeckt.
  • Möchtest du gleich ins Vollformat einsteigen, zum Beispiel, weil du schon früher analog damit fotografiert hast, dann könnte die Canon 6 D nach wie vor eine erstklassige Wahl sein. Die hat zwar „nur“ 20 Megapixel Auflösung, begeistert jedoch mit der Wiedergabe von Hauttönen und zeigt selbst bei hohen ISO Einstellungen kaum einmal ein störendes Bildrauschen. Damit brauchen dich Low Light Situationen, zum Beispiel dunkle Kirchen und Kapellen (Stichwort Hochzeit und Taufe) oder Weihnachtsfotos von Kindern unter dem stimmungsvoll illuminierten Baum, nicht mehr länger zu schrecken. Vor allem dann nicht, wenn du dir auch noch ein professionelles, lichtstarkes Zoom-Objektiv, etwa das Tamron 2.8 24-70 mm, oder gar eine Festbrennweite zulegst.
  • Hier, bei den Festbrennweiten, wären zum Beispiel das Tamron F 1.8 mit 35 mm Brennweite (das sich auch für die Street Fotografie und Reportagen eignet), dazu das nochmals lichtstärkere F 1.4 50 mm Sigma Art Objektiv und als Dritten im Bunde das Canon EF 85 mm F 1.8 eine Kombination, die kaum Wünsche offen lässt.
  • Tendierst du dagegen mehr zum Dauerrivalen Nikon (lies dazu gerne auch unseren gesonderten Vergleich „Canon vs. Nikon“!) dann könnte die Nikon D 610 (Preis: derzeit rund 800 Euro) mit ihrem hochempfindlichen Autofokus, ihrer 24 MP Auflösung, ihrem robusten Gehäuse und ihrem elektronischen (virtuellen) Horizont (sorgt auch bei Landschaftsaufnahmen für einen geraden Himmel) d i e Kamera deiner Wahl sein.
  • Natürlich gibt es auch für diese Vollformatkamera aus dem Hause Nikon eine reichhaltige Auswahl an nativen wie auch Fremdobjektiven, darunter von Tamron, Tokina, Sigma und Samyang.

Die richtigen Blenden und Brennweiten für Kinderbilder

Tatsächlich bieten sich, wie wir oben bereits gesehen haben, lichtstarke Objektive für tolle Kinderfotos oder ein Baby Shooting regelrecht an. Denn dann können wir so weit aufblenden, dass der Hintergrund nur noch verschwommen dargestellt wird und nichts mehr vom eigentlichen Motiv – dem porträtierten Kleinkind – ablenkt. Zudem erreichen wir damit dann auch noch kürzere Verschlusszeiten, die selbst bei moderaten ISO Werten Bewegungsunschärfen vermeiden.

Dennoch bleibt es uns jederzeit unbenommen, weiter abzublenden, falls wir uns bei Gruppenfotos oder aus einem anderen Anlass einmal mehr Tiefenschärfe im Bild wünschen. Denn mitunter können auch das Zimmer oder ein üppig angelegter Garten ihren Teil zur Bildaussage und Bildwirkung beitragen. Dabei gilt die Regel, dass vor allem Weitwinkelobjektive neben dem eigentlich Motiv – sprich der Familie oder dem Kleinkind – auch das Umfeld mit in die Bildaussage einbinden. Stärkere Telebrennweiten tendieren dagegen dazu, den Blickwinkel des Betrachters völlig auf das eigentliche Motiv zu fokussieren, da der Ausschnitt vergleichsweise eng und der Hintergrund (auch ohne starkes Aufblenden) meist nur noch unscharf auf dem Bild sind.

Du musst also – und das gilt nicht nur für Kleinkind Shootings, sondern prinzipiell für jedes Genre der Fotografie – deinen eigenen Stil und ganz persönlichen Look finden. So nutzen manche People Fotografen durchaus auch mal moderate Weitwinkelobjektive mit 28 oder 30 mm Brennweite für ihre Kinderfotos, während andere allein dem Klassiker der Porträtfotografie – dem 85 er – treu bleiben.

Kinder Fotoshooting – Spontan oder arrangiert, das ist hier die große Frage

Da gerade Baby- und Familienfotos von Emotionen und Stimmungen leben, entstehen auch bei professionellen Fotografen viele tolle Bilder völlig spontan. Etwa dann, wenn ein Baby auf dem Arm seiner Mutter ein schlummert oder das Kleinkind in seine Bastelarbeit oder ein Spiel vertieft ist. Denn gerade Kinder, die bewusst posieren sollen, zeigen uns oftmals nur ein gekünsteltes Gesicht. Der Klassiker – und auch ein Beispiel dafür, wie du es eben nicht machen solltest – ist das Weihnachtsfoto, auf dem sich Kinder samt ihren Geschenken um den festlich geschmückten Baum scharen. Halten die lieben Kleinen dann auch noch ihre Geschenke in die Kamera, wirken diese übergroß und dominant und sieht das Foto wie die Werbung für eine Marke, nicht jedoch wie ein gelungenes Porträt aus.

Wenn du so fotografierst, hast du, wie Robert argwöhnt, ohnehin bereits manch` spannenden Moment verpasst: „Denn bereits das Auspacken, der „Kampf“ mit dem Geschenkpapier und der gespannte Gesichtsausdruck der Kleinen, können dein erstes, tolles Motiv sein!“

Danach warten wir dann, bis die Kids völlig in das Spiel mit der neuen Puppe, dem ratternden Auto oder in das Studium ihres neuen Bildbandes vertieft sind. Denn just dann, wenn der Nachwuchs den Fotografen gar nicht mehr beachtet, entstehen die schönsten Bilder und Erinnerungen von Wert. Vor allem dann, wenn wir ganz in ihre Welt eines Kleinkindes eintauchen und uns beim Fotografieren auch mal flach auf den Bauch legen.

Mit dem Kleinkind auf du und du

Bilder, bei denen du von schräg oben nach unten fotografierst, wirken stets ein wenig distanziert. Denn aus dieser Kameraperspektive heraus erscheint ein Kind unbedeutend und zwergenhaft klein.

Ganz anders wirkt die Szenerie, sobald du dich für ein Kleinkind Shooting auch mal flach auf den Bauch legst. Denn plötzlich scheinst du regelrecht in die Welt des Kindes einzutauchen – nicht mehr als Betrachter, sondern als ein Teil des Spiels. Zudem kannst du nun auch viel besser auf die Augen des Models scharf stellen. Hierzu bieten dir viele moderne Kameras einen so genannten Augenautofokus an, der zum Beispiel bei der Sony Alpha 7 Mark III oder Canons EOS R unglaublich präzise und schnell ist.

Wenn du dir die ärgsten Verrenken ersparen willst, dann musst du bereits beim Kauf deiner Kamera auf das Display achten: Das ist bei der eingangs genannten Canon 6 D und Nikon D 610 noch starr verbaut, während man der Nikon D 750 bereits einen klappbaren Monitor spendiert hatte. Canons 6 D Mark II besitzt dann sogar ein frei dreh- und schwenkbares Display, das dir Aufnahmen aus nahezu sämtlichen Blickwinkeln ermöglicht. Preisbewusste werden daher mit den (guten) Vorgängermodellen nach wie vor glücklich, wohingegen diejenigen, die mehr Bequemlichkeit (und saubere Hosenbeine) schätzen, womöglich eher zu einem neueren Modell greifen!

Kinderfotos mit Blitz

Wenn wir Kinder fotografieren, dann können wir in aller Regel nicht auf deren Kooperation setzen. Daher macht es Sinn, wenn wir die ISO Werte auch mal herauf drehen, um so ausreichend kurze Verschlusszeiten zu erreichen.

Nutzen wir einen Blitz, dann müssen wir die kamerainterne Blitzsynchronisationszeit, also die kürzeste Verschlusszeit, die mit dieser künstlichen Lichtquelle noch realisiert werden kann, im Blick haben. Die liegt bei Canons EOS R zum Beispiel bei einem eher „behäbigen“ Wert von 1/200 Sekunde, wohingegen die Panasonic S 1 immerhin mit 1/320 Sekunde aufwartet.

Gegebenenfalls müssen wir uns also ein Blitzgerät, das via High Speed Synchronisation auch kürzere Verschlusszeiten zulässt, zulegen. Dessen Reflektor sollte sich nach oben klappen wie auch zur Seite schwenken lassen, weil nur indirekter Blitzeinsatz (dabei wird das Licht über eine Decke oder eine weiße Wand quasi „umgeleitet“) für ein gefälliges, weiches Licht sorgt. Lies dazu auch gerne mal unsere Artikel über die Porträt- und Event-Fotografie.

Arrangierte Kinderfotos?

In aller Regel können und sollten Kinder nicht posieren. Denn das führt zu Aufnahmen, die gestellt und steril wirken. Je weniger die Kleinen die Kamera und den Fotografen beachten, desto besser.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir auch mal einige Fotos anfertigen, die ausschließlich für den Papierkorb bestimmt wird. Kein Problem, wenn die Kleinen dabei ein gekünsteltes Lächeln aufsetzen oder unsicher und steif wirken. Denn es geht ausschließlich darum, sie mit der Kamera und dem Fotografen vertraut zu machen. Die eigentlichen Fotos entstehen erst später, wenn die Kids längst wieder in ihr Spiel vertieft sind und den „Störenfried“ mit seiner Kamera gar nicht mehr wahrnehmen.

Natürlich kann man sich als Fotograf auch mal zum Affen machen, den Entertainer mimen und einen Witz reißen. Denn auch damit lässt sich mitunter ein zauberhaftes und natürlich anmutendes Lächeln auf das kindliche (wie auch Muttis) Gesicht zaubern.

Denn Eltern wie auch Kind müssen sich beim Familien- und Kleinkind Shooting wohl fühlen. Nur wenn du den Kleinen mit Respekt und Geduld begegnest, wirst du bei deiner Kinderfotografie tolle Ergebnisse vorweisen können.

Auf der Suche nach einer geeigneten Location

Voraussetzung für natürlich wirkende Kinderfotos ist eine passende Location. Hierzu kann, gerade bei Kleinkindern und Säuglingen, auch das eigene Bettchen in Betracht kommen. Ebenso der Arm der Eltern oder auch ein Sofa, wo der kleine Erdenbürger friedlich schlummert oder in das Spiel mit seinem Teddy vertieft ist.

Ist der Nachwuchs schon älter, können auch Spielplätze, der Skaterpark oder Bauernhöfe ein idealer Ort sein. Wichtig sind Accessoires wie Spielsachen, Bücher oder Sportgeräte. Denn damit sind spannende Szenen und schöne Fotos nahezu garantiert.

Dabei solltest du, so Olafs Tipp, vor allem auf den Charakter und die jeweiligen Vorlieben des porträtierten Kindes eingehen. Denn auch ein kleiner Wissenschaftler, der eifrig in seinem Buch blättert, stellt ein tolles Motiv dar. Wer sportlicher und gerne aktiv ist, wird sich dagegen mit seinem Baseball oder in einem neuen Karate-Anzug „pudelwohl“ fühlen.

Tatsächlich sollten wir den kleinen Models mit Respekt begegnen und kann auch die Auswahl geeigneter Kleidung ihren Teil zu einem gelungenen Kleinkind Shooting beitragen. Dabei müssen jedoch gerade fürsorgliche Eltern eine gewisse Balance wahren. Denn so verständlich der Wunsch, dass sich die Kleinen von ihrer besten Seite präsentieren, auch sein mag … fühlen sich die Kinder unwohl, etwa, weil die neue Hose oder ein Pulli kratzen, kann auch der beste Fotograf kein gutes Bild machen.

Auch dann, wenn man seine Kinder quasi „verkleidet“ und damit in eine ungewohnte (ungeliebte) Rolle drängt, leiden die Ergebnisse. Fotograf wie auch Erziehungsberechtigte tun also gut daran, den natürlichen Charme der jungen Models zu bewahren und auch mal auf die kindlichen Vorstellungen und Kleidungswünsche einzugehen.

Dennoch lassen sich (kleinere) Kinder natürlich beeinflussen und kann man sein junges Model, das barfuß posieren soll, durch ein Foto mit älteren Geschwistern und / oder den Eltern, die es ihm gleichtun, auf den „Geschmack“ bringen.

Auch bei Säuglingen dürfen wir schon mal zu Tricks greifen: Denn hier helfen ein Tablet oder eine Puppe, die Geräusche macht, dabei, den Blick des Babys in die gewünschte Richtung zu lenken. Ebenso kann Musik dazu beitragen, dass ein Kleinkind plötzlich gelöst und entspannt scheint!

O du fröhliche – Kinder Weihnachtsfotos

Jeder, der / die es schon mal probiert hat, weiß, dass stimmungsvolle Weihnachtsfotos gar nicht so leicht sind. Denn da kratzt die neue Bluse, zwicken die sündhaft teuren, jedoch höllisch unbequemen Lackschuhe und soll der junge Erdenbürger dennoch andächtig in das Bild lächeln. Und das, während unter dem Baum bereits das lang ersehnte Geschenk lockt. Daher macht es Sinn, das obligatorische Familien-Porträt mit den Großeltern und Tanten auf den 1. oder 2. Weihnachtsfeiertag zu verschieben. An Heilig Abend selbst dokumentieren wir – wie oben gezeigt – lediglich die Bescherung. Das Staunen vor der Krippe und den Lichtern. Das Auspacken wie auch jener Moment, wenn die Kleinen voll und ganz in das Spiel mit den lang ersehnten Geschenken vertieft sind.

An dieser Stelle daher unsere kleine Checkliste wie auch weitere Tipps für das gelungene Kinder-Weihnachtsfoto:

  • Gerade unter dem Baum, im Glanz der Kerzen und Lichterketten, macht die Available Light Fotografie Sinn. Am besten also, du arbeitest mit den natürlichen Lichtstimmungen, wobei du dein Hauptmotiv – sprich das Kind und sein Gesicht – allenfalls mit ein paar LED-Lampen aufhellst. Blitze solltest du bei Weihnachtsfotos dagegen tunlichst vermeiden oder allenfalls schwach und indirekt aufhellen. Dazu musst du den Blitz zunächst in seinen manuellen Modus versetzen und danach so lange tüfteln, bis dessen Lichtausbeute so dezent ist, dass sie das übrige Raumlicht, also den Glanz der Kerzen und Baumbeleuchtung, nicht mehr „erschlägt“!
  • Gerade bei Familienporträts im verschneiten Garten oder vor dem Baum kann auch ein einheitlicher Look (Norwegerpullis oder gar Pullover mit Rentier- und anderen Weihnachtsmotiven) mal Sinn machen. Selbst Säuglinge könnten – so lange sie sich darin wohl fühlen – für das weihnachtliche Kleinkind Shooting in entsprechenden Stramplern oder zumindest mit weihnachtlichen Schals und Mützen ein zuckersüßes Motiv geben.
  • Weihnachtsbotschaften wie „Merry Christmas“ in Form von Aufsteller oder Pappschildern sind natürlich Geschmackssache … wer diese Form von Weihnachtsbild mag, kann seine Textnachricht natürlich auch im Nachgang noch via Bildbearbeitung oder über die kostenlos erhältliche Picasa App einfügen. Damit lassen sich übrigens auch tolle Collagen erstellen und somit mehrere Einzelbilder zu einem neuen Gesamtkunstwerk vereinigen.
  • „Jenseits“ von Familien- und Kleinkind Shooting, bietet sich Weihnachten aber auch für Nah- und Makro-Aufnahmen regelrecht an. Drum rück` doch gerne auch mal Tannenzweige, Zapfen oder Christbaumkugeln ins rechte Licht. Denn mit solchen Bildern als Hingucker kannst du deine Weihnachtsreportage nochmals aufwerten!
  • Fotografierst du beim Krippenspiel, dann achte bitte darauf, dass keine fremden Kinder mit aufs Bild kommen. Sollte das der Fall sein, dann darfst du derartige Fotos keinesfalls ohne ausdrückliche Zustimmung der übrigen Eltern posten.

Kann schon mein Kind das Recht am eigenen Bild wahrnehmen?

Denn die nehmen für ihren noch minderjährigen Nachwuchs das Recht am eigenen Abbild wahr. Das besagt – grob formuliert – dass du weder fremde Menschen ohne deren Zustimmung fotografieren noch deren Bilder publizieren darfst. Das gilt umso mehr für peinliche Situationen oder Fotos, die eine Person halbnackt zeigen.

Gerade dabei sollten Eltern übrigens auch ihren eigenen Kindern mit Respekt begegnen. Denn anfangs entscheidest du, wie viele und welche Kinderfotos du in den sozialen Netzwerken teilst. Wichtig ist, dass du dich dabei niemals allein von deinem Stolz auf den Nachwuchs leiten lässt. Denn viele Bilder, die dir gefallen und dich vor Mutterglück strahlen lassen, sind dennoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

So raten die meisten Experten ausdrücklich davon ab, Kinderfotos zu posten, die Säuglinge nackt in der Badewanne oder einer anderen angeblich ach` so niedlichen Situation zeigen. Denn kein Teenager mag es, wenn sich Fotos, die ihn als Baby auf dem Töpfchen zeigen, später durchs „Netz“ geistern.

Denn das vergisst nie und kann schlimmstenfalls auch Kinderschänder anlocken. Die könnten Nacktaufnahmen (beim Wickeln oder in der Badewanne) kopieren, bearbeiten und danach über dunkle Kanäle vermarkten, so dass Vorsicht durchaus angezeigt ist. Dennoch dürften ein paar stimmungsvolle Bilder auf der Wiese, beim Wandern oder Spielen kein Problem sein. Sollten dabei jedoch fremde Kinder mit auf den Bildern sein, müssen deren Eltern vor dem Posten ebenfalls ihr „okay“ geben!

Abschließende Checkliste und weitere Tipps, um Kinder zu fotografieren

  1. Die beste Kamera ist die, die du gerade dabei hast. Daher könnten auch ganz kompakte Lösungen, wie die Sony Cyber-shot DSC-RX 100 mit 20 MP Auflösung und ihrem lichtstarken 1:1.8 Carl Zeiss Objektiv für dich interessant sein. Denn die passt nahezu in jede Jackentasche uns ist heute – da längst Nachfolger auf dem Markt sind – bereits für rund 300 Euro zu haben. Oder zücke doch einfach mal dein Smartphone, wenn du eine stimmungsvolle Szene entdeckt hast.
  2. Möchtest du auch filmen? Dann achte auf einen Stabilisator im Gehäuse (IBIS) und / oder Objektiv. Ansonsten erscheinen deine Aufnahmen recht unruhig und wirken wenig professionell. Abhilfe schaffen hier zudem so genannte Gimbals und Schwebestative, die übrigens auch für Smartphones auf dem Markt sind; zudem lassen sich Videos und Kurzclips aber auch noch nachträglich via Software stabilisieren!
  3. Pack ausreichend Akkus ein, da sowohl der elektronisch erzeugte Sucher moderner Systemkameras wie auch das Filmen in 4 K jede Menge Strom „fressen“. Apropos, 4 K: Dabei entstehen gewaltige Datenmengen, die deinen Rechner beim Schneiden wie auch deinen Speicherplatz für die fertig geschnittenen Clips leicht überfordern könnten, so dass viele nach wie vor beim Full HD bleiben.
  4. Denk an ausreichend Accessoires, die zu deiner Idee passen. Dabei kann es sich um eine spezielle Freizeit- oder Sportkleidung handeln. Doch auch (Sonnen) Brillen, Bücher, Tiere, die du mit auf dein Foto „bittest“ oder Spielsachen können deinen Kinderfotos den letzten Schliff geben.
  5. Zudem ist es keine Schande wenn du dich in den sozialen Netzwerken oder Bildbänden inspirieren lässt und Kinderfotos nachstellst, bzw. neu interpretierst, die dein Interesse erweckt haben!


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