Skip to main content

Schwarzer Hintergrund für Fotos – Ein Guide für perfekte Aufnahmen

Du wirst sicher auch schon festgestellt haben, dass ein schwarzer Hintergrund bei Fotos eine besondere Ausstrahlung hat und dem Bild eine spezielle Note gibt. Ein Foto kann dadurch geheimnisvoll wirken, Du kannst Kontraste gut herausarbeiten und die Farben erscheinen leuchtender. So sieht bei einem Portrait ein schwarzer Hintergrund besonders interessant aus und lenkt die Aufmerksamkeit mehr auf das Motiv. Doch wie erreichst Du diesen Effekt?

Bei einem Porträtfoto ist es natürlich möglich, das Gesicht mit einer Bildbearbeitungssoftware nachträglich auszuschneiden und vor einen schwarzen Hintergrund zu montieren. Das ist mitunter mühsam, vor allem wenn feine Linien wie Haare oder Ohrringe freigestellt werden müssen. Wenn Du schon einmal versucht hast, bei einem Profilbild Wimpern heraus zu arbeiten, kennst Du das, es ist fast unmöglich. Deshalb macht man Bilder mit einem schwarzen Hintergrund in der Regel in einem Studio und bekommt dabei viel bessere Ergebnisse. Doch welchen Hintergrund kannst Du dafür verwenden? Da Robert diesen Effekt sehr gerne nutzt, hat er dafür ein paar gute Tipps auf Lager.

Welcher Hintergrund?

Zunächst nehmen wir an, dass für die Fotografie ein schwarzer Hintergrund notwendig ist. Doch was kannst Du hierfür verwenden? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, die geläufigsten sind:

  • Ein schwarzer, möglichst schwerer Stoff. Zum Beispiel Samt, Molton, Baumwolle oder ähnliches schlucken sehr viel Licht, was für Deine Fotos von Vorteil ist. Der Nachteil ist jedoch, dass darauf gerne Fussel haften, in dessen Folge das Säubern überaus zeitraubend sein kann.
  • Eine MDF-Platte aus dem Baumarkt. Diese Platten kosten nicht viel und Du kannst sie Dir im Baumarkt auf die gewünschte Größe schneiden lassen. Dann streichst Du sie mit schwarzer Volltonfarbe (Wandfarbe) an, wobei die Farbe matt sein sollte.
  • Ein spezielles Fotohintergrund-System aus dem Zubehör-Handel. Dieses besteht aus einem mit schwarzem Stoff bespannten Gestänge, wobei sich der Stoff auf dem Fußboden vor dem Gestänge fortsetzt und so verhindert, dass von dort Licht auf den Hintergrund reflektiert.

Es gibt sogar eine Möglichkeit, wie Du diesen Effekt erreichst, ohne dass Du einen Hintergrund verwendest. Dafür schließt Du die Blende Deiner Kamera so weit, bis Dein komplettes Bild schwarz ist. Dann leuchtest Du beim Fotografieren Dein Motiv mit einem Blitz aus. Das kann ein kleiner Blitz sein, damit seine Reichweite nicht so groß ist und das Licht möglichst nicht viel weiter als bis zum Motiv reicht.

Darüber hinaus sollte der Abstand zum Hintergrund so groß wie möglich, gleichzeitig aber nicht zu hell sein. Eine weiße Wand eignet sich dafür nicht, da sie das Blitzlicht reflektiert und Dein Hintergrund dadurch helle Stellen bekommt bzw. nicht gleichmäßig schwarz ist. Ein hellgrauer Hintergrund ist dagegen eine gute Lösung, damit kannst Du wahlweise schwarze oder zumindest fast schwarze oder auch helle Hintergründe erzeugen, ohne dass Du die Rückwand wechseln musst.

Ein paar Grundregeln

Der Hintergrund Deines Fotos soll möglichst einheitlich und nicht uneben wirken. Nur dann erreichst Du den gewünschten Effekt. Das ist in der Praxis nicht ganz so einfach, aber es ist möglich. Um dieses Ziel zu erreichen, musst Du zunächst ein paar grundlegende Dinge beachten, die gar nicht so schwer sind:

  • Dein Hintergrund muss absolut sauber sein. Flusen oder Staubkörner sind später auf dem Foto zu sehen und stören ungemein.
  • Die Farbe Deines Motivs muss zu dem schwarzen Hintergrund passen und vor ihm gut wirken. Überlege Dir daher gut, welche Farben du verwenden willst.
  • Benutze ein Stativ und arbeite lieber mit einer längeren Belichtungszeit als mit einer weit offenen Blende.

Und nun kann es losgehen. Der Trick, dass bei Deiner Fotografie der Hintergrund schwarz bleibt, besteht darin, dass Du nur das Motiv beleuchten darfst und nicht den Hintergrund. Bei Verwendung von Kunstlicht, also Blitz oder Fotoleuchten, musst Du diesen vor dem Licht abschirmen. Wenn Du mit Tageslicht arbeitest, vielleicht an einem Fenster, so ordne Deinen Aufbau so an, dass nur das Motiv im Licht steht und der Hintergrund sich im Schatten befindet. Das ist wichtig, damit Du Dein Motiv ausreichend ausleuchtest. Ansonsten besteht die Gefahr, dass auf dem Foto der Hintergrund zu hell oder das Motiv zu dunkel ist.

Die Lichtführung ist wichtig

Wenn Du Kunstlicht zur Ausleuchtung Deines Motivs verwendest, so hast Du in der Regel nur eine Hauptlichtquelle. Dafür eignet sich eine Softbox gut, das ist ein Aufsatz für Deinen Blitz oder Deine Leuchte. Sie ist innen mit einem reflektierenden Material ausgelegt und die Vorderseite ist mit lichtdurchlässigem Stoff oder Folie bespannt, wodurch Du eine gleichmäßigere Motivausleuchtung erreichst und unvorteilhafte Schattenbildung vermeidest.

Du kannst auch Lichtformer, wie zum Beispiel Flächenreflektoren, dazu verwenden, die Abschattung von der Lichtquelle zu erzielen. Das bringt in den meisten Fällen ein brauchbares Ergebnis, aber dennoch ist dieses oft noch nicht optimal. Du solltest zwar auch dabei darauf achten, dass der Hintergrund möglichst weit vom Motiv entfernt ist, aber trotzdem reflektieren Boden, Wände oder Decke möglicherweise Licht, welches den Hintergrund ungewollt aufhellt. Das ist natürlich störend, umso mehr, wenn die reflektierenden Flächen hell oder sogar weiß sind, so dass dann die Lichtabschattung nicht mehr ausreicht.

Wichtig ist daher nicht nur, dass der Hintergrund vom Hauptlicht abgeschirmt ist, sondern vor allem, dass das Motiv wesentlich mehr Licht bekommt als der Hintergrund. Das nennt man Beleuchtungskontrast und je höher der ist, umso dunkler oder schwärzer erscheint der Hintergrund. Dabei musst Du natürlich immer darauf achten, dass Dein Hauptmotiv ausreichend ausgeleuchtet ist.

Mit Beleuchtungskontrast arbeiten

Die Lichtabschattung führt bereits zu einem erhöhten Beleuchtungskontrast, der aber nicht in allen Fällen ausreicht. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, diesen zu erhöhen, nämlich folgende:

  • Du kannst den Abstand zwischen dem Motiv und dem Hintergrund vergrößern. Dann bekommt der Hintergrund weniger Licht und der Beleuchtungskontrast wird höher.
  • Du kannst aber auch den Abstand zwischen der Lichtquelle und dem Motiv verringern. Das ist genau so wirkungsvoll, auch wenn sich die Lichtmenge, die den Hintergrund erreicht, dadurch ebenfalls erhöht. Das ist jedoch unwesentlich, denn das Motiv bekommt dadurch erheblich mehr Licht und der Beleuchtungskontrast wird höher.
  • Mit einer Kombination dieser beiden Methoden kannst Du den Effekt noch steigern und im günstigsten Fall sogar einen hellen Hintergrund weitgehend verdunkeln.

Sowohl bei der Vergrößerung des Abstandes zwischen Motiv und Hintergrund als auch bei der Reduzierung des Abstandes zwischen Lichtquelle und Motiv kommt Dir der Umstand zugute, dass sich die Lichtintensität quadratisch zur Entfernung verändert. Dieser Effekt beruht auf dem reziproken Quadratgesetzt (oder auf Englisch: Inverse Square Law), das jeder Fotograf kennen sollte. Was ist darunter zu verstehen?

Das reziproke Quadratgesetz

Es handelt sich hierbei um ein physikalisches Gesetz, vereinfacht auch Abstandsgesetz oder Entfernungsgesetzt genannt. Es beschreibt die Abnahme einer physikalischen Größe, die aus einer punktförmigen Quelle oder zumindest aus einer im Vergleich zur Entfernung kleinen Quelle stammt und nicht gerichtet emittiert wird. Das ist in der Regel bei Lampen oder Blitzlichtern der Fall, das Licht verteilt sich von der Quelle ausgehend im Raum.

Das klingt kompliziert, lässt sich aber ganz einfach in mehreren Schritten erklären:

  1. Wenn Dein Blitz in einer Entfernung von 1 Meter vor einer Fläche von 1 Quadratmeter auslöst, so leuchtet er diese Fläche mit einer bestimmten Lichtmenge aus.
  2. Verdoppelst Du jetzt den Abstand Deines Motivs zum Blitzlicht, so verteilt sich die gleiche Lichtmenge auf eine größere Fläche, weil sich das Licht von der Lampe aus strahlenförmig ausbreitet. Die Lichtmenge, die vorher eine Fläche mit einer Kantenlänge von 1 Meter getroffen hat, verteilt sich jetzt auf eine Fläche mit der doppelten Kantenlänge, also auf 4 Quadratmeter. Die Teilfläche von 1 Quadratmeter erhält jetzt also nur noch 1/4 der Lichtmenge.
  3. Wenn Du den Abstand verdreifachst, so vergrößert sich die Kantenlänge der beleuchteten Fläche auf 3 Meter. Die ausgesandte Lichtmenge beleuchtet jetzt eine Fläche von 9 Quadratmetern, also landet auf 1 Quadratmeter nur noch 1/9 der Lichtmenge.

Das Gesetz besagt also, dass die Lichtmenge umgekehrt proportional zum Quadrat der Entfernung abnimmt. In einer Formel ausgedrückt bedeutet das: l=1/r², wobei „l“ die Strahlungsintensität und „r“ der Abstand ist.

So erklärt sich der drastische Abfall der Lichtstärke mit zunehmender Entfernung, und das kannst Du zur Erhöhung des Beleuchtungskontrastes sehr gut nutzen. Bei der Verringerung des Abstandes zwischen Lichtquelle und Motiv hat der Effekt natürlich umgekehrte Wirkung, das heißt die Lichtstärke vervierfacht sich bei Halbierung des Abstandes.

Weitere Effekte

Durch Verstehen des reziproken Quadratgesetzes ist Dir jetzt klar, warum Du kaum eine Chance hast, einen Hintergrund schwarz zu bekommen, wenn sich das Motiv zu dicht davor befindet. Doch hin und wieder hast Du bestimmt auch Situationen, bei denen Du überhaupt keinen tiefschwarzen Hintergrund haben möchtest. Aber warum das?

Der komplett schwarze Hintergrund wirkt auf den ersten Blick beeindruckend und lässt das Motiv gut hervortreten. Aber er hat auch einen Nachteil, das Bild wirkt dadurch sehr flach. Das Motiv bildet mit dem Hintergrund eine zweidimensionale Einheit. Deshalb probiere ruhig einmal aus, den Hintergrund ein wenig aufzuhellen. Du wirst feststellen, dass sich das Motiv sofort mehr abhebt und das Bild mehr Tiefe bekommt. Die Aufhellung muss dabei nicht gleichmäßig sein. Es wirkt auch sehr gut, wenn das Schwarz zum Rand hin etwas dunkler wird. Mit ein wenig Geschick erreichst Du schon ohne zusätzliche Beleuchtung fast einen dreidimensionalen Effekt, was Olaf ausgezeichnet beherrscht.

Diesen Effekt kannst Du aber auch noch durch einen weiteren Trick bei der Beleuchtung verstärken. Wenn Du nämlich ein Motiv frontal beleuchtest, so erreichst Du zwar eine gleichmäßige Ausleuchtung, aber das Bild hat wenig oder keine Tiefe. Du hast wenig Kontrast, denn dem Bild fehlen die Schatten. Diese kannst Du aber ganz einfach durch den Einsatz von Streiflicht hinzufügen. Das machst Du am besten mit Hilfe einer zweiten Leuchte oder eines Blitzes, den Du seitlich von Deinem Motiv platzierst.

Dieses zusätzliche Streiflicht lässt Dein Motiv sofort noch plastischer wirken. Je flacher der Winkel ist, in dem das Licht dabei auf die Oberfläche trifft, umso deutlicher sind die Schatten selbst kleinster Erhebungen. Dadurch gibst Du Deinem Foto viel mehr Tiefe, was vor dem schwarzen Hintergrund von Vorteil ist und das Bild wesentlich spannender macht.

Die richtige Kameraeinstellung

Du hast Dich jetzt bestimmt schon gefragt, wie Du Deine Kamera für ein Foto mit schwarzem Hintergrund am besten einstellst. Dabei gehst Du am besten wie folgt vor:

  • Der Blitz und andere Lichtquellen bleiben zunächst ausgeschaltet.
  • Du schaltest an der Kamera die Automatik-Funktion aus und fotografierst im manuellen Modus.
  • Für die Empfindlichkeit wählst Du den Wert ISO 100. Eine wesentlich höhere Empfindlichkeit solltest Du nicht wählen, weil Du sonst durch das gröbere Korn ein Bildrauschen erhalten kannst, das gerade auf dem schwarzen Hintergrund deutlich sichtbar wäre. Das sollest Du auf jeden Fall vermeiden.
  • Du wählst eine Blendenzahl im mittleren Bereich, für Porträtaufnahmen zum Beispiel empfehlen wir die Blende f/8 einzustellen.
  • Jetzt machst Du ein Testfoto, Dein Motiv ist dabei noch nicht im Bild.
  • Dazu verkürzt Du die Belichtungszeit so lange, bis Dir im Sucher angezeigt wird, dass das Foto völlig unterbelichtet ist.
  • Das kannst Du am Histogramm erkennen, wenn das nur am äußeren linken Rand Balken zeigt, so hast Du die richtige Belichtungszeit gewählt.
  • Dann drücke auf den Auslöser und prüfe, ob das Foto völlig schwarz ist.
  • Der Blitz sollte dabei nicht direkt in die Richtung des Hintergrundes zeigen, außer wenn Du aufhellende Effekte erzielen möchtest.
  • Jetzt kannst Du mit dem Shooting beginnen.

Das ist natürlich kein Patentrezept für alle Möglichkeiten, Änderungen an dieser Einstellung können motivbedingt erforderlich sein. Das hängt von der Größe Deines Motivs im Verhältnis zum Vollbild ab, aber auch von der Farbe des Motivs und nicht zuletzt von Deinen Vorstellungen vom fertigen Bild, die Du nicht aus den Augen verlieren solltest.

Schwarzer Hintergrund bei Aufnahmen im Freien

Bisher hat sich alles um Aufnahmen im Studio oder im Zimmer gedreht, aber Du kannst natürlich auch draußen tolle Fotos mit schwarzem Hintergrund machen. Dazu gehst du etwas anders vor, denn Du hast natürliches Licht und dieses in der Regel nicht mit technischen Hilfsmitteln beeinflussen oder steuern. Du musst Deine Aufnahmetechnik jetzt an die vorhandenen Lichtverhältnisse anpassen.

So kannst Du vor allem den natürlichen Schatten nutzen, indem Du Dir eine Perspektive suchst, von der aus der Hintergrund Deines Motivs im Schatten liegt. In Parks oder Wäldern findest Du solche Orte oft und hast Dich vielleicht sogar schon darüber geärgert, dass dieses wechselnde Licht beim Fotografieren mit größerem Bildausschnitt stört. Nun kannst Du es aber für Deine Zwecke gut nutzen. Insbesondere bei Gegenlichtaufnahmen von halbtransparenten Objekten wie Blumen oder Blättern kannst Du bei diesen Lichtverhältnissen leicht einen dunklen oder sogar völlig schwarzen Hintergrund erzielen.

Nun musst Du auf die richtige Belichtung achten, die Du natürlich auch anders ermitteln musst als bei Aufnahmen im Studio mit Blitz oder Fotoleuchte. Dazu fokussierst Du die Kamera auf die hellen Bildbereiche bzw. Motive. Wenn es sich dabei aber zum Beispiel um Gräser handelt, so füllen diese nur einen kleinen Bildbereich aus. Das führt bei der Mehrfeldmessung mit Sicherheit zu einer Überbelichtung, weil die dunklen Bildbereiche überwiegen.

Selbst bei der anderen Alternative, der Spotmessung, musst Du prüfen, ob es funktioniert, weil auch das Spotmessfeld immer noch zu groß sein könnte und deshalb einen zu dunklen Bereich erfasst. Deshalb solltest Du die Belichtung prüfen und gegebenenfalls eine Belichtungskorrektur vornehmen oder im manuellen Modus fotografieren. Den Blitz verwendest Du bei diesen Aufnahmen nicht und bei einer Einstellung von Blende f/8 wirst Du auch im Freien sehr schöne Ergebnisse erhalten.

Anwendung in der Schwarz-Weiß-Fotografie

Selbstverständlich kannst Du den schwarzen Hintergrund aber auch in der Schwarz-Weiß-Fotografie einsetzen, wie es Robert gerne macht. Du musst dabei keine Bedenken haben, dass Dein Motiv in dem Hintergrund „verschwindet“. Wie bei jedem anderen Schwarz-Weiß-Foto ist dabei jedoch der Kontrast wichtig. Wenn Du ein helles Motiv hast, so ist es gut, wenn Du dem Foto mehr Kontrast gibst, das macht es dynamischer. Den Kontrast kannst Du bei monochromen Bildern auch in einem gewissen Rahmen nachträglich mit dem Bildbearbeitungsprogramm ein wenig erhöhen.

Oft macht es aber auch die Vielfalt der Grautöne des Motivs aus, die das Foto „leben“ lässt. Du kannst aber auch damit experimentieren, dass zum Beispiel die dunklen Haare eines Models mit dem Hintergrund verfließen, bis die Grenze zum Hintergrund nicht mehr erkennbar ist und dadurch interessante Effekte erzielen. Das geht genauso gut, wenn Du eine Porträtaufnahme machst und Dein Model trägt dunkle oder möglichst sogar schwarze Kleidung.

Ob Du mit mehr Kontrast fotografierst oder mehr Wert auf vielfältige Grautöne legst, ist natürlich auch eine Frage des Motivs. Bei Gegenständen wählst Du meistens eher einen höheren Kontrast, um sie plastischer erscheinen zu lassen. Wenn Du Porträts fotografierst, bestimmt hingegen vor allem die natürliche Ausstrahlung des Gesichts Deine Wahl. Sanfte, weiche Gesichtszüge kannst Du zwar durch höheren Kontrast besser hervorheben, aber Du musst auch immer darauf achten, dass Du den Ausdruck des Fotos nicht ins Gegenteil verkehrst.

Das richtige Licht

Insbesondere bei Frauen-Porträts ist daher weicheres Licht günstiger. Das kannst Du entweder durch eine Softbox erzeugen oder Du nutzt das vorhandene Licht, das so genannte Available Light. Das kannst Du durch ein großes Fenster erhalten, aber denke daran, dass Du direkte Sonneneinstrahlung vermeidest.

Die gleichmäßigste Ausleuchtung durch ein Fenster erreichst Du natürlich, wenn Du es beim Fotografieren im Rücken hast, aber dann kannst Du den Hintergrund schlecht abschirmen, da auch er frontal beleuchtet wird. Hier musst du einen Mittelweg finden, der Dir das ermöglicht. Dazu kannst Du Deine Anordnung ein wenig drehen, so dass der Hintergrund im Schatten liegt. Dann hast Du das Licht auf das Motiv von der Seite, was kein Nachteil sein muss. Du kannst sogar dieses Streiflicht nutzen, um Deinem Foto Tiefe zu geben.

Noch effektvoller ist es jedoch mitunter, wenn Dein Model den Kopf leicht zum Licht hin dreht. Du kannst natürlich auch eine Aufnahme des Profils machen, so wird das Gesicht frontal beleuchtet. Bei beiden Möglichkeiten erreichst Du sowohl eine gute Ausleuchtung des Gesichts als auch räumliche Wirkung durch den von dem seitlichen Licht hervorgerufenen Schattenwurf.

Achte dabei immer darauf, dass die Schatten auch zu sehen sind. Insbesondere die natürlichen Schattenwürfe auf den Gesichtspartien wie Wangen, Kiefer und um den Mund geben dem Bild Tiefe. Wenn Du sie nicht siehst, dann ist Dein Foto überbelichtet, was Du vermeiden solltest. Eine leichte Unterbelichtung ist hingegen nicht so dramatisch, da Du diese leichter bei der späteren Bildbearbeitung korrigieren kannst.

Unter Wasser fotografieren mit schwarzem Hintergrund

Inzwischen baut fast jeder Kamerahersteller auch wasserdichte Kameras, die Du natürlich nicht nur beim Tauchen oder Schnorcheln verwenden kannst. Aber gerade unter Wasser findest Du oft reizvolle Motive, die vor einem schwarzen Hintergrund richtig spektakulär wirken, seien es Tiere, Korallen oder Pflanzen. Es gibt auch wasserdichte Kunststoffgehäuse, so dass Du nicht gleich eine neue Kamera anschaffen musst, wenn Du Deine ersten Versuche unter Wasser machen möchtest.

Unterwasserfotos mit schwarzem Hintergrund kannst Du prinzipiell mit jeder Kamera mit eingebautem Blitz machen. Noch besser geht es aber mit einem externen Blitz, von denen es inzwischen auch eine ganze Reihe von unterwassertauglichen Modellen gibt. Dabei ist egal, welche Variante Du wählst, es ist gar nicht so schwierig.

Du hattest bestimmt schon einmal beim Fotografieren mit Blitzlicht den Effekt, dass der Vordergrund Deines Fotos zwar gut ausgeleuchtet, aber der Hintergrund zu dunkel war. Das ist keine Seltenheit, und die Erklärung dafür gibt uns wieder das reziproke Quadratgesetz, das Du bereits kennen gelernt hast. Die Tatsache, dass die Helligkeit Deines Blitzes mit zunehmender Entfernung nachlässt, kommt Dir jetzt zugute, denn genau das möchtest Du für Dein Foto nutzen.

Die richtige Einstellung unter Wasser

Nun musst Du nur noch die richtige Einstellung für Deine Kamera finden. Dazu gehst Du wie folgt vor:

  • Schalte die Automatik-Funktion ab und fotografiere im manuellen Modus.
  • Stelle die Empfindlichkeit Deiner Kamera auf ISO 100 ein.
  • Wähle eine Blende von f/8 oder einen höheren Wert. Der von Dir gewählte Wert hängt auch von der gewünschten Tiefenschärfe ab.
  • Stelle eine Belichtungszeit von 1/200 Sekunde ein. Sofern Du eine kürzere Belichtungszeit wählen möchtest, probiere vorher aus, ob Dein Blitz bei der TTL-Messung noch zuverlässig auslöst. Das hängt vom Modell ab, vor allem ältere Blitzgeräte unterstützen eine kürzere Belichtungszeit nicht.
  • Jetzt müsste das Bild auf dem Display Deiner Kamer völlig schwarz sein und der Belichtungsmesser oder das Histogramm müsste Dir eine Unterbelichtung anzeigen.

Du kannst auch zum Ausprobieren ein Foto ohne Blitz machen. Dann wirst Du sehen, dass dieses nur ein komplett schwarzes Bild zeigt. Nun hast Du Deine Kamera richtig eingestellt. Die weitere Vorgehensweise hängt jetzt davon ab, ob Du einen Blitz mit automatischer Leistungsanpassung verwendest bzw. auch davon, ob Du diese nutzen willst oder die Blitzleistung lieber manuell steuern willst.

Blitzen für schwarzen Hintergrund

Die meisten Blitze haben heute eine TTL-Funktion (TTL = Through the Lens). Dabei findet die Belichtungsmessung durch das Objektiv statt und eine Automatik steuert anhand des gemessenen Lichtes die richtige Einstellung der Blitzleistung. Um diese Automatik für Dein Foto richtig zu nutzen, machst Du nun folgendes:

  • Stelle Deinen Blitz auf TTL-Messung ein.
  • Wähle einen neutralen Wert für die Belichtungskorrektur Deiner Kamera, nämlich +-0.
  • Nun mache ein Probefoto.
  • Ist Dein Motiv zu hell belichtet, reduziere die Blitzleistung, indem Du die Belichtungskorrektur auf einen negativen Wert einstellst. Wenn jedoch Dein Foto unterbelichtet ist, kannst Du den Wert erhöhen. Das musst Du durch Ausprobieren herausfinden.

Vor allem unter Wasser hast Du oft die Situation, dass sich die Lichtverhältnisse und Motive nicht laufend verändern. Dann hast Du auch die Möglichkeit, die automatische Leistungsmessung per TTL auszuschalten und die Leistungsanpassung selbst vorzunehmen. Das machst Du nur über die Blitzbelichtungskorrektur Deiner Kamera, wie oben beschrieben. Olaf geht gerne so vor, weil er dadurch auch Akkuleistung sparen kann. Der einzige Nachteil dieser Methode ist, dass Du die optimale Leistung Deines Blitzes ausschließlich durch Ausprobieren herausfinden kannst.

Tipps zur Positionierung von Kamera und Blitz

Wenn Dein Bildhintergrund trotz vermeintlich optimaler Einstellungen immer noch zu hell ist, so kann das aber auch an der Blitzposition oder der Kameraposition liegen. Dann hast Du verschiedene Möglichkeiten, diese zu korrigieren:

  • Bei Verwendung eines externen Blitzes kannst Du ihn ein wenig Richtung Kamera drehen. Dadurch fällt weniger Licht auf den Hintergrund und gleichzeitig erreichst Du noch eine besser Freistellung Deines Motivs.
  • Du kannst auch unter Wasser einen Lichtformer einsetzen, zum Beispiel einen Snoot. Der Snoot ist eine Abschirmung für Deinen Blitz, der aus dem austretenden Licht einen Spot formt. Er kann die Form einer Röhre oder eines Trichters haben. Damit kannst Du das Licht gezielt auf Dein Motiv richten und nur einen möglichst kleinen Teilbereich beleuchten.
  • Wenn Du einen zu hellen Hintergrund erhältst, so kann das auch daran liegen, dass dieser zu nah am Motiv ist. Das kann dann der Fall sein, wenn Du die Aufnahme von oben Richtung Untergrund machst, was unter Wasser häufig der Fall ist. Wenn der Untergrund hell ist (z. B. Sand), dann reflektiert er zu sehr. In dem Fall solltest Du Deine Kamera etwas weiter nach oben drehen, damit der Untergrund nicht mehr sichtbar ist. Je weniger reflektierende Flächen Du hinter dem Motiv hast, umso schwärzer ist der Hintergrund Deines Fotos.

Besondere Effekte durch den Lichtspot

Mit dem Snoot kannst Du noch weitere sehr interessante Effekte erzielen, so auch ein Motiv nur teilweise mit einem Spot beleuchten. Dadurch erzeugst Du Spannung beim Betrachter, weil Du nicht das ganze Motiv abbildest und damit Freiraum für seine Phantasie lässt. Er schaut sich das Foto deshalb länger und genauer an, damit hast Du mit diesem Effekt eine größere Aufmerksamkeit erregt. Das Blitzen mit dem Snoot erfordert viel Übung, aber je mehr Du ausprobierst, umso interessanter wirken Deine Fotos mit dem schwarzen Hintergrund.

Beim Experimentieren wirst Du feststellen, dass einige der Tipps zum Blitzen unter Wasser auch bei der Fotografie im Studio oder draußen hilfreich sein können. Probiere es einfach aus und mache in Zukunft interessantere Fotos durch die Hintergrundgestaltung.


Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *