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Selbstportrait – Das professionelle Selfie

Anlässe, ein Foto von sich selbst zu machen, gibt es immer wieder und Du hast es vielleicht auch schon erlebt – Du benötigst gerade mal ein neues Profilbild für Facebook oder WhatsApp und es ist niemand greifbar, der Dich fotografieren kann. Oder Du bist alleine mit der Kamera unterwegs und siehst ein so tolles Motiv, dass Du Dich am liebsten gleich damit abbilden möchtest. Ein Selfie vom Smartphone, mit ausgestrecktem Arm aufgenommen, ist nicht immer die ideale Lösung, denn es geht natürlich noch viel besser.

Das ist gar nicht so schwierig wie Du vielleicht denkst und mit ein wenig Übung kannst Du es schaffen, brauchbare Profilbilder bis hin zum künstlerisch gestalteten Porträt zu perfektionieren. Dazu wollen wir Dir ein paar Tipps geben und beginnen mit der Frage, was Du dafür benötigst.

Die Ausrüstung

Ein Foto von Dir selbst kannst Du in vielen Situationen machen und Du brauchst dafür kein großes Equipment. Wir gehen jetzt davon aus, dass Du nicht mit dem Selfie-Stick fotografieren möchtest, sondern dass Du Deine Spiegelreflexkamera zur Hand hast. Dann benötigst Du lediglich ein paar weitere Utensilien:

  • Ein Stativ ist für das Selbstporträt sehr hilfreich. Du kannst natürlich auch mit der Kamera aus der Hand am ausgestreckten Arm fotografieren, aber dazu brauchst Du ein wenig Kraft, denn sie ist nicht leicht. Das kann vor allem dazu führen, dass Du nach ein paar Sekunden schon den Arm nicht mehr ruhig halten kannst und das Foto verwackelst. Solltest Du unterwegs mal schnell ein Bild von dir selbst machen wollen und hast kein Stativ dabei, so schaue nach einer geraden Fläche aus, auf die Du Deine Kamera stellen kannst, zum Beispiel eine Mauer.
  • Verwende am besten einen Fernauslöser. Dafür gibt es verschiedene Varianten, nämlich mit Kabel, Funk oder Infrarot. Sofern Du eine WLAN-Kamera besitzt, kannst Du nicht nur den Auslöser mittels einer App über Dein Handy betätigen, sondern damit noch viele weitere Funktionen steuern.
  • Alternativ geht es natürlich auch mit dem Selbstauslöser oder Timer. Das hat jedoch Nachteile, denn Du musst Deine Position verlassen, um diesen an der Kamera zu betätigen. Das kann dazu führen, dass anschließend die Fokussierung nicht mehr stimmt, und um Korrekturen vorzunehmen, hast Du nur wenige Sekunden Zeit.

Das sind zunächst einmal die wichtigsten Dinge, welche Du benötigst, auch Robert kommt in den meisten Fällen damit aus. Natürlich gibt es noch einige andere Hilfsmittel, die Dir die Arbeit erleichtern können, diese wirst Du im weiteren Verlauf noch kennenlernen.

Kannst Du Dich beim Fotografieren sehen?

Wenn Du früher ein Portraitfoto selber machen wolltest, so brauchtest Du bei Sucherkameras und auch bei älteren Spiegelreflexkameras eine Portion Glück, um Du Dich gut zu erwischen, denn Du konntest Deine Position vor der Kamera nicht kontrollieren. Das ging früher nur, wenn Du hinter der Kamera standst und durch den Sucher geschaut hast. Heute ist das anders und Du hast mehrere Möglichkeiten Dich selbst zu sehen:

  • Sehr einfach ist es, wenn Deine Kamera ein Klappdisplay besitzt, welches Du auf die Seite schwenken und nach vorn ausrichten kannst. Eine Alternative bietet ein Frontdisplay, welches bei moderneren Kompaktkameras auf der Vorderseite integriert ist.
  • Wenn sich das Display Deiner Kamera nicht schwenken lässt, so kannst Du Dir mit einem einfachen Trick helfen, indem Du hinter der Kamera einen Spiegel platzierst, in welchem Du das Display siehst. Das bietet sich vor allem bei Aufnahmen in Räumen an, denn bei Spaziergängen ist es in der Regel schwierig, einen Platz zu finden, an dem Du ihn anbringen kannst.
  • Eine sehr komfortable Variante hast Du, wenn Du die Kamera an ein Notebook oder iPad anschließt und dieses so aufstellst, dass Du den Monitor gut sehen kannst. Damit hast Du ein recht großes und nicht spiegelverkehrtes Bild, nach dem Du Deine Position ausrichten kannst.

Beachte jedoch bei allen Möglichkeiten, dass Du beim Auslösen der Kamera nicht in den Spiegel oder das iPad schaust, sondern auf die Kamera. Selbst wenn Du Deinen Blick auf das zur Seite geschwenkte Display der Kamera richtest, kann das auf dem Foto störend wirken, weil Du dann nicht den Betrachter ansiehst. Die Ausnahme besteht natürlich darin, wenn genau das Deine Absicht ist.

Fokussieren beim Selbstporträt

Wenn Du Deine Kamera platziert hast, stehst Du vor der nächsten Hürde, nämlich das Objektiv genau auf Deinen Standort zu fokussieren. Wenn Du mit einer großen Blendenzahl arbeitest, dann ist es umso schwieriger, denn Du hast eine geringe Tiefenschärfe, der Bereich, in dem Du scharf abgebildet bist, ist entsprechend klein. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Du kannst zunächst auf ein Ersatz-Motiv fokussieren. Dazu wählst Du den Platz, an dem Du Dich später bei der Aufnahme befindest, exakt aus, zum Beispiel indem Du einen Stuhl hinstellst, auf welchen Du Dich dann setzt, oder indem Du eine Markierung auf dem Boden anbringst. Dann bringst Du einen Gegenstand dort in Höhe Deines Gesichts, das kann ein Blitzstativ, ein Besenstiel oder einfach nur ein Stock sein, den Du dort fixierst. Auf diesen kannst Du das Objektiv scharfstellen und bekommst damit ein gut fokussiertes Porträt.
  • Wenn Du aber Deine Kamera bereits an ein Notebook oder iPad angeschlossen hast, geht es auch einfacher und vor allem noch sicherer. In Verbindung mit einem Funkauslöser, der mit der Funktion einer Fernbedienung für Deine Kamera kombiniert ist – also evtl. eine Handy-App, kannst Du dann bequem von Deiner Position aus scharfstellen und siehst das Ergebnis auf dem Monitor. Das gleiche funktioniert natürlich auch mit einem Klappdisplay, wobei Du aber bedenken musst, dass dieses wesentlich kleiner ist und Deine Entfernung möglicherweise zu groß ist, um Unschärfe zu erkennen. Manche erfahrene Fotografen nutzen übrigens auch die Schärfentiefe für sich!

Autofokus beim Selbstporträt

Selbstverständlich kannst Du auch probieren, ob der Autofokus es schafft, auf die gewünschte Stelle Deines Fotos – in den meisten Fällen Dein Gesicht – scharfzustellen. Das ist deshalb schwierig, weil es Dir nur schwer gelingt, die Messfelder exakt auf die gewünschte Stelle zu bringen, aber ein Versuch ist es zumindest wert.

Wenn Du mehrere Autofokus-Messfelder in Deinem Sucher angezeigt bekommst, dann überlege zunächst, wie Dein Foto angeordnet sein soll, um herauszufinden, wo Deine Augen zu sehen sind. Ist das etwa im oberen Drittel des Bildes der Fall, dann wähle das entsprechende Messfeld – oder auch mehrere – aus. Dann stelle oder setze Dich vor die Kamera und probiere aus, ob die Kamera auf den gewünschten Punkt fokussiert. Falls Deine Kamera einen Signalton für den Autofokus anbietet, dann aktiviere ihn. Drücke den Auslöser mit Hilfe der Fernbedienung oder des Fernauslösers zum scharfstellen halb durch und der Signalton informiert Dich, wenn der Fokussiervorgang erfolgreich abgeschlossen ist.

Auch hierbei solltest Du, genauso wie beim manuellen Scharfstellen, darauf achten, dass Du immer die gleiche Position einnimmst. In dem Fall ist es wichtig, damit die Messfelder nicht auf unterschiedlichen Stellen zu liegen kommen Wenn der Autofokus nämlich anstatt auf die Augenpartie auf einen Punkt neben Deinem Gesicht gerichtet ist, hast Du als Ergebnis ein völlig unscharfes Porträt.

Kameraeinstellungen beim Selbstporträt

Für die Einstellungen Deiner Kamera gelten natürlich alle grundsätzlichen Regeln wie zum Beispiel das Belichtungsdreieck oder unsere Tipps für spezielle Lichtverhältnisse. Darüber hinaus sind jedoch noch einige Besonderheiten zu beachten, wenn Du gute Selbstporträts machen willst:

  • Falls Du ein reines Portrait aufnehmen willst, dann beachte bei der Einstellung der Blende, dass dann eine möglichst geringe Tiefenschärfe vorteilhaft ist. Dennoch solltest Du in diesem Fall als Blendenwert zunächst f/5,6 oder f/8 wählen und Dich nicht an den allgemeinen Regeln für die Porträtfotografie orientieren, damit Ungenauigkeiten beim Fokussieren nicht zu unscharfen Fotos führen. Du merkst bestimmt selbst bald, wie schwierig es ist, beim Selbstporträt auf die Augen scharfzustellen, auch wenn Du das mit etwas Übung und Geschick später einmal selbst bei einem kleineren Blendenwert so gut hin bekommst wie Olaf.
  • Wenn Du aber ein Selbstporträt im Freien fotografierst und die Landschaft oder ein Motiv hinter Dir ein Bestandteil des Bildes sein soll, dann wähle einen größeren Blendenwert, um mehr Tiefenschärfe zu erhalten. In dem Fall ist auch das Scharfstellen wesentlich einfacher.
  • Da Du Dich in der Regel nicht bewegst und Deine Kamera darüber hinaus auf einem Stativ steht, kannst Du auch mal eine längere Belichtungszeit wählen und bist daher flexibler in der Wahl der passenden Blende. So musst Du auch bei schlechten Lichtverhältnissen den ISO Wert nur in Ausnahmen erhöhen und bekommst immer ein Foto ohne Bildrauschen.

Das sind ein paar Grundregeln, deren Beachtung nicht so schwer fällt, wobei sich einige Anpassungen der Einstellungen insbesondere noch bei der Verwendung von Kunstlicht oder Blitzlicht ergeben.

Natürliches Licht

Beim Fotografieren in Räumen benötigst Du nicht zwingend eine künstliche Beleuchtung oder ein Blitzlicht. Je nach Helligkeit draußen reicht oft sogar schon ein kleineres Fenster aus und Du kannst mit diesem natürlichen Licht sehr gut arbeiten. Achte dann darauf, dass Du das indirekte Licht nutzt, das heißt dass Du nicht durch das Fenster von der Sonne angestrahlt bist. Dieses Licht wäre zu hart und würde unvorteilhafte, tiefe Schatten werfen.

Wenn die Sonne durch das Fenster scheint, dann weiche also diesem Licht aus und suche Dir eine Stelle im Schatten. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist es dort meist immer noch hell genug zum Fotografieren und das Licht ist dort viel weicher. Dann kannst Du wählen, in welchem Winkel Dein Gesicht beleuchtet werden soll, also ob das Licht von vorne, in einem spitzen Winkel oder ganz von der Seite kommen soll. Das ist nichts anderes als bei der Verwendung einer Fotoleuchte, nur dass Du in dem Fall nicht die Leuchte, sondern Dich selbst in die richtige Position bringen musst.

Wie immer bist Du aber auch dabei nicht festgelegt, sondern es bleibt Dir offen, andere Möglichkeiten auszuprobieren. Wenn Du die harten Schatten zur Bildgestaltung nutzen möchtest, kannst Du Dich auch mal direkt anstrahlen lassen.

Gegenlicht

Sehr interessant können aber auch Aufnahmen im Gegenlicht sein, wobei Du nicht unbedingt im Freien gegen die Sonne fotografieren musst, sondern auch das durch das Fenster einfallende Licht verwenden kannst.

Dabei ist wichtig, dass der Abstand zur Kamera so klein wie möglich ist, sonst bekommst Du ein Foto, welches insgesamt sehr hell ist und auf dem Dein Gesicht entweder unterbelichtet ist oder auf dem Du sogar nur als Silhouette sichtbar bist. Wenn aber Dein Gesicht weitgehend das ganze Bild ausfüllt, so ist dieses durch weiches, indirektes Licht gut ausgeleuchtet.

Du kannst auch die Belichtungskorrektur Deiner Kamera verwenden, um das Gesicht aufzuhellen. Stelle dazu das Korrektur-Rädchen auf +1, +2 oder einen höheren Wert und probiere aus, wann Du die richtige Belichtung des Gesichts erreicht hast. Dabei musst Du jedoch in Kauf nehmen, dass der Hintergrund ebenfalls heller wird, was aber auch zu interessanten Effekten führen kann.

Sowohl im Freien als auch im Zimmer durch das Fenster kannst Du natürlich auch direkt gegen die Sonne fotografieren. Achte auch dabei darauf, dass Dein Gesicht möglichst viel der Bildfläche einnimmt und positioniere Dich so, dass Du die Sonne verdeckst. Dadurch bekommst Du ebenfalls ein weicheres Licht und erarbeitest Dir darüber hinaus gute Ansätze für eine kreative Selbstportrait Fotografie.

Künstliche Lichtquellen

Beim Selbstportrait kannst Du genau wie bei der allgemeinen Portraitfotografie die Beleuchtung auch durch künstliche Quellen vornehmen. Dabei greifst Du meist auf eine der beiden folgenden Möglichkeiten zurück:

  • Fotoleuchten (mit oder ohne Softbox)
  • Blitzlicht (mit oder ohne Softbox)

Fotoleuchten als Dauerlicht haben bei der Fotografie gewisse Vorteile. Du hast einen tageshell ausgeleuchteten Raum und kannst schon bei der Gestaltung Deines Motivs – auch wenn Du es selbst bist – Schattenwürfe sehen und bei Veränderung der Standorte der Leuchten erkennen, wie diese sich auf die Belichtung und auf mögliche Effekte auswirken. Außerdem macht ein permanentes Licht die Belichtungsmessung – sei es manuell oder durch die Automatik der Kamera – einfacher.

Auch bei Verwendung einer Softbox sind das Vorteile und diese empfiehlt sich gerade in der Portraitfotografie, weil sie ein weicheres Licht erzeugt. Es handelt sich dabei um einen Aufsatz, der mit Stoff verkleidet und innen mit einem reflektierenden Material ausgelegt ist. Er streut das Licht und sorgt dadurch für eine gleichmäßigere Motivausleuchtung und vermeidet unvorteilhafte Schattenbildung.

Du kannst mit mehreren Fotoleuchten tolle Effekte erzielen und Dir annähernd jede gewünschte Ausleuchtung erzeugen, doch sie haben auch einen Nachteil, der Dir Probleme bereiten kann. Sie erreichen nicht die Helligkeit eines Blitzlichts. Du brauchst zum Beispiel mehr Licht, wenn Du mit weit geschlossener Blende arbeiten willst. Das wirst Du aber beim Selbstportrait eher vermeiden, so dass Dir in der Regel das Licht der Fotoleuchten ausreicht. Das bedeutet aber auch nicht, dass Du auf den Einsatz eines Blitzlichtes grundsätzlich verzichtest.

Spiel mit Licht und Schatten

Selbst wenn das Licht im Raum oder im Freien ausreicht, so erlebst Du beim Fotografieren immer wieder Situationen, in denen Du mit den vorhandenen oder nicht vorhandenen Schatten nicht zufrieden bist. Entweder es liegen Gesichtspartien im Dunkeln oder ein anderes Mal hättest Du gerne eine Schattenbildung, aber Dein Gesicht ist komplett ausgeleuchtet. Hier hilft ein Blitzlicht zum Aufhellen oder – von der Seite eingesetzt – zum Schattenwurf. Das darfst Du in den Fällen immer einsetzen und je nach Deinen Wünschen kannst Du auch das Licht des Blitzes noch mit diesen Hilfsmitteln nach Deinen Vorstellungen anpassen:

  • Softbox
    Diese setzt Du genauso ein wie bei der Fotoleuchte und sie hat beim Blitz den gleichen Effekt, sie streut das Licht und macht es weicher. Das ist gerade bei gewünschten Schatten oft gewollt, damit sie nicht so hart wirken. Aber auch wenn Du den Blitz zur Aufhellung einsetzt, willst Du nicht immer, dass das Gesicht grell ausgeleuchtet ist und verwendest dann die Softbox.
  • Reflektor
    Ihn kannst Du dann einsetzen, wenn Dein Gesicht (oder ein Körperteil) nicht genügend ausgeleuchtet ist, er ersetzt Dir eine weitere, zusätzliche Lichtquelle. Durch die richtige Positionierung kannst Du ihn sehr gut ausrichten und das Licht präzise und gezielt auf die gewünschten Stellen lenken. Reflektoren gibt es im Handel in verschiedenen Ausführungen und Größen, aber Du kannst Dir diese auch günstig selbst bauen. Dafür genügt ein aufgespanntes weißes Stofflaken (am besten auf einem Rahmen), weißer Karton oder eine Styroporplatte aus dem Baumarkt.
  • Diffusor
    Auch er ist ganz leicht durch ein aufgespanntes weißes Laken zu ersetzen, welches aber in diesem Fall nicht der Reflektion dient. Den Diffusor hältst Du vor das Licht, also entweder die Sonne oder eine helle Studioleuchte. Dadurch dass er die Leuchtfläche der Lichtquelle vergrößert, erzeugt er ein weicheres Licht und vermeidet harte Schattenbildung.

Lichteffekte

Mit diesen Hilfsmitteln erzeugst Du bereits interessante Lichteffekte. Probiere dabei auch immer aus, ob weicheres oder härteres Licht für Deinen Zweck die bessere Variante ist. Du kannst aber die Effekte noch verfeinern, da gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie zum Beispiel diese Vier:

  1. Wenn Du einen farbigen Reflektor verwendest, bekommt das reflektierte Licht natürlich dessen Farbe. Dabei musst Du beachten, dass Dein Foto dadurch einen Farbstich bekommen kann, überlege Dir oder probiere aus, ob Du das willst. Ein solcher kann das Bild unnatürlich erscheinen lassen, er kann aber auch interessante Effekte erzeugen. Arbeite am besten mit mehreren Lichtquellen, dann kannst Du einen farbigen Reflektor auch gezielt zur Gestaltung des Bildhintergrundes einsetzen.
  2. Es gibt auch schwarze Reflektoren, die das Gegenteil eines weißen bewirken. Du kannst sie verwenden, um Licht abzuhalten und damit dunklere Schatten zu erzeugen.
  3. Helleres Licht hingegen erhältst Du mit einem silbernen Reflektor. Den solltest Du jedoch nicht zu nah bei Dir platzieren, denn das Licht ist sehr viel heller als mit einem weißen. Gut gebrauchen kannst Du ihn, wenn Dein Standort im Schatten liegt, dann kannst Du aus einiger Entfernung den ganzen Bereich aufhellen und zum Fotografieren ein günstigeres Licht schaffen.
  4. Darüber hinaus gibt es noch spezielle Reflektoren, zum Beispiel mit goldenen und silbernen Linien im Zickzack-Muster. Er erzeugt ein helles, aber doch warmes Licht und Du hast nicht den Goldstich wie bei einem komplett goldfarbenen.

Natürlich hast Du nicht alle Reflektoren zur Auswahl griffbereit, sondern Du hast Dich aus Erfahrungen auf bestimmte Lichttechniken festgelegt. Am vielfältigsten einsetzbar ist der weiße Reflektor, was Du bei der Ausstattung Deines Studios berücksichtigen solltest. Aber auch andere Versionen kannst Du sehr gut im Eigenbau realisieren, um die Möglichkeiten auszuprobieren.

Bildgestaltung

Es kommt auf den Verwendungszweck Deines Selbstporträts an, wie aufwändig Du Deine Vorbereitungen gestalten willst. Wenn Du nur unterwegs mal ein schnelles Foto vor einem schönen Hintergrund machen möchtest, dann kannst Du meistens gar nicht lange vorher planen, wie Du Dein Foto gerne aufbauen möchtest. Dennoch solltest Du ein paar Dinge berücksichtigen, die auch dieses „schnelle Foto“ interessanter aussehen lassen. Halte einfach die Augen offen nach einem schönen Motiv und male Dir in Gedanken aus, wie es wirken könnte. Da gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel:

  • Blühender Baum oder Strauch
  • Ausgefallenes/luxuriöses Auto oder ein Oldtimer
  • Denkmal oder Monument
  • Architektonisch markantes oder historisches Bauwerk
  • Bunter/Exotischer Markt oder Jahrmarkt
  • Sonnenaufgang/-untergang
  • Strand
  • Treppe
  • Graffiti-Wand

Du siehst jetzt schon, dass die Möglichkeiten unendlich sind und wenn Du kurz überlegst, fallen Dir spontan bestimmt gleich noch weitere ein. Dabei ist es natürlich schön, wenn Farbe im Bild ist, zum Beispiel die bunten Blüten am Strauch oder der Oldtimer in einer knalligen Farbe. Bedenke aber, dass Du zu dem Motiv passen musst, schau also erst einmal was Du an hast. Wenn Du im roten Hemd vor einem Auto in einem anderen Rotton stehst, so wirkt das nicht harmonisch. Auch das bunte T-Shirt vor der Graffiti-Wand kommt nicht besonders gut zur Geltung. Und dabei kommen wir schon zum nächsten Punkt.

Was ist von Dir auf dem Foto abgebildet? Ist nur Dein Gesicht zu sehen oder der Oberkörper, oder sogar die ganze Person? Das ist Dir überlassen und auch dabei solltest Du überlegen, wie das Bild wirkt. Der Jahrmarkt, ein Gebäude oder der Sonnenuntergang sind zum Beispiel schöne Motive, um nur ein Gesicht davor abzubilden. Beim Auto oder der Treppe sieht es vielleicht schöner aus, wenn man mehr von Deinem Körper sieht. Du kannst es auch in mehreren Varianten ausprobieren und hinterher das schönste Foto aussuchen.

Situationen und Ideen

Bei mehr oder weniger spontanen Selbstportraits ergibt sich die Bildgestaltung oft aus dem Hintergrundmotiv, das Dir gerade ins Auge fällt. Wenn Dein Foto für einen bestimmten Zweck entstehen soll, kannst Du Dich aber auch bewusst in Szene setzen. Das ist etwas aufwändiger und Du kannst Dir die unterschiedlichsten Vorgaben machen. Überlege also zunächst, welches Ziel Du erreichen willst. Einige Beispiele dafür sind:

  • Bei einem Foto für die geschäftliche Website kommt es ganz darauf an, welcher Art Dein Geschäft ist. Wenn Du einer wissenschaftlichen oder geisteswissenschaftlichen Tätigkeit nachgehst, kannst Du Dich vor Deiner Bücherwand oder auch am Schreibtisch fotografieren. Achte aber darauf, dass sich das kleingemusterte Hemd vor den vielfältigen Buchrücken nicht gut abhebt und wähle lieber ein unifarbenes Outfit. Gehst Du einer handwerklichen Beschäftigung nach, bietet sich an, ein Foto bei der Arbeit in der Werkstatt zu machen.
  • Das gleiche gilt natürlich auch, wenn Du kein eigenes Geschäft hast, aber Dich für einen Social Media Auftritt bei einer typischen Tätigkeit ablichten möchtest. Deiner Fantasie bei der Bildgestaltung sind dabei keine Grenzen gesetzt, Du solltest auf jeden Fall authentisch wirken. Wenn Du also der typische „Schrauber“ bist, dann schadet eine Spur von Motoröl auf dem Handrücken des Automechanikers nicht.
  • Für Dein Facebook-Profilbild oder eine Visitenkarte eignet sich auch ein Foto, das Dich bei der Ausübung Deines Hobbys zeigt. Vielleicht spielst Du ein Musikinstrument oder bist eher der Naturmensch, der mit dem Rucksack auf dem Rücken durch die Berge streift.

Aus diesen Situationen und vielen anderen kannst Du schöne Bildkompositionen erstellen, welche Dich in typischen Szenen zeigen. Achte dabei darauf, dass Du nicht unnatürlich wirkst, denn die Bilder sollen Dich so zeigen, wie Dich Deine Freunde oder Kunden kennen und sehen.

Accessoires

Genauso gut wie das Foto bei einer typischen Tätigkeit eignet sich für ein Selbstportrait auch eine Abbildung mit einem für Dich charakteristischen Gegenstand. Auch dafür gibt es unzählige Möglichkeiten, und wenn wir hier einige davon aufzählen, sollen sie nur als Beispiele dienen und zu eigenen Ideen anregen:

  • Ein besonders schönes oder markantes Schmuckstück, das Du gerne trägst und das Deine Freunde vielleicht sogar schon direkt mit Dir in Verbindung bringen, wenn sie es sehen.
  • Dein Lieblings-Kleidungsstück, sei es ein Hemd oder ein Fan-Schal Deines Clubs. Das muss nicht unbedingt das modische Designer-Hemd sein, wenn Du ein Afrika-Fan bist, ist es vielleicht das uralte T-Shirt mit dem verwaschenen Motiv, welches Du Dir vor vielen Jahren als Souvenir mitgebracht hast.
  • Vielleicht kennen Dich Deine Freunde mit einem bestimmten Hut oder einer markanten Mütze, dann bietet sich an, dass Du ihn oder sie für das Foto auf dem Kopf hast.
  • Spielst Du gerne Karten? Dann nimm doch einfach das Blatt in die Hand und setze Dein Poker-Face auf. Genauso kannst Du jeden anderen Gegenstand wählen, der mit Deinem Hobby zu tun hat, er lockert auf jeden Fall das Bild auf und wirkt sofort natürlicher. Denke daran, das was Du gerne machst, wirkt auf dem Foto am wenigsten gekünstelt.
  • Auch wenn es sich dabei nicht um einen Gegenstand handelt, so kann es aber auch ein Haustier sein, denn mit diesem bist Du wahrscheinlich in der Tat sehr verbunden.

Nehme Dir für Fotos dieser Art ruhig etwas mehr Zeit, Du machst sie ohnehin meistens im Zimmer und bist nicht zeit- oder wetterabhängig. Je mehr Gedanken Du Dir über die Gestaltung, Ausleuchtung usw. machst, umso besser sind die Aussichten auf einmalige Fotos, so wie sie Robert oft von sich selbst macht.

Wähle die richtige Pose

Willst Du Foto von Dir machen, auf dem mehr als Dein Gesicht zu sehen ist, so kannst Du das genauso künstlerisch gestalten wie jedes andere Portraitfoto. Dabei ist auch die Pose wichtig, daher solltest Du auch diese gut überlegen und möglichst in mehreren Varianten ausprobieren, um später das beste Foto auszuwählen. Bei Fotos mit einem Accessoire, welches Du bei Dir oder sogar in der Hand hast oder bei Fotos, die Dich beim Hobby oder bei der Arbeit zeigen, ergibt sich dadurch die passende Pose oft von selbst.

Aber auch wenn Du alleine auf dem Foto bist, kannst Du diesem ganz unterschiedliche Aussagen geben. Probiere es aus und schaue mal verwegen, mal verliebt oder nachdenklich – Du siehst ganz schnell selbst, dass Du damit Deinem Foto jedes Mal einen anderen Charakter gibst. Wenn Du das noch mit der entsprechenden Belichtung unterstreichst, kannst Du mit etwas Übung richtige Kunstwerke erzeugen, die ein Fotograf im Studio von Dir nicht besser fotografieren könnte.

Versuche auch einmal, lustige Fotos von Dir zu machen. Zwinkere mit dem Auge, strecke die Zunge heraus, schneide Grimassen oder raufe Dir die Haare – wenn Du die Fotos siehst, wunderst Du Dich über Deine eigenen Möglichkeiten. Wenn Du dann selbst darüber lächeln oder grinsen musst, kommt das Foto bestimmt auch bei Deinen Freunden gut an. Vielleicht bist Du von Natur aus ein geborener Entertainer, ansonsten zeigen Dich die Fotos einmal von einer ganz anderen Seite und Du überraschst die Betrachter damit erst recht.

Nach dem Fotografieren

Weil Dein Platz während dem Fotografieren vor der Kamera ist und Du deshalb nicht alle Einstellungen ständig im Auge hast, denke daran, immer so viele Fotos wie möglich zu machen. Aussortieren kannst Du später immer noch, das ist einfacher als wenn Du Dich hinterher ärgerst, eine Einstellung oder eine Pose nicht noch einmal verändert zu haben. Olaf hat mitunter schon 100 Fotos oder mehr von sich selbst gemacht, um am Ende einen richtig guten Treffer zu erhalten, der sich dann aber wirklich sehen lassen kann.

Wenn Du nicht gerade ins Gegenlicht fotografierst und daher wenig Hintergrund auf dem Foto haben möchtest, wähle den Bildausschnitt und die Anordnung so, dass Du das Foto später bei der Nachbearbeitung noch zuschneiden kannst. Dann kannst Du immer noch festlegen, ob man nur das Gesicht oder mehr sehen soll. Eventuell kannst Du die verschiedenen Ausschnitte des Fotos auch für unterschiedliche Zwecke verwenden.

Schau Dir die Fotos im Bildbearbeitungsprogramm auch in anderen Modi an, mitunter ist ein Foto dabei, das sich ausgezeichnet als schwarz-weiß-Portrait eignet . All diese Dinge kannst Du sehr gut im Nachhinein festlegen und Deine Ausbeute ist dann noch vielfältiger als Du dachtest.

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