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Sportfotografie – Die hohe Kunst guter Actionfotos

Fast immer in der Fotografie, vor allem jedoch bei Sportfotos, geht es um den perfekten Moment. Jenen magischen Augenblick, der eine besondere Lichtstimmung verewigt oder eine Bewegung, wie den gekonnten Aufschlag beim Tennis oder einen Treffer im Boxkampf, regelrecht „einfriert“. Kein Wunder also, dass gerade hier – in der Sportfotografie – dann ganz besondere Einstellungen, aber auch spezielle Kameras und Objektive gefragt sind …

Man müsse eine Kamera in und auswendig kennen und deren Bedienung, samt der Einstellungen, für die Sportfotografie immer wieder üben. So stand es in einem älteren Zeitungsartikel, der auch Olaf – zu Beginn seiner Karriere als Action- und Sportfotograf – inspiriert hat. Dabei stellt das technische Können des Fotografen allerdings nur eine Seite der vielzitierten Medaille dar. Denn gerade für Sportfotos ist auch die Ausrüstung und deren Möglichkeiten und Grenzen von großer Bedeutung, wenngleich, das muss einschränkend gesagt werden, die Fotografen früherer Jahre auch ohne Autofokus und hohe Serienbildraten zum „Schuss“ kamen:

Die beste Kamera für die Sportfotografie – Ein Überblick beliebter Modelle

Dennoch gelten in der modernen Sport- und Actionfotografie ein rasanter Autofokus (dessen Geschwindigkeit natürlich auch vom benutzten Objektiv abhängt!) wie auch Bildserien von 10 Fotos pro Sekunde oder mehr als Pflicht. Daher bevorzugten professionelle Sportfotografen, die zum Beispiel beim Fußball oder gar im Motorsport Fotos machen, lange Jahre Spiegelreflexkameras, weil diese in puncto Geschwindigkeit ihren spiegellosen Pendants lange Zeit als überlegen galten. Das änderte sich erst, als zum Beispiel Sony mit seiner Alpha 9 die seinerzeit schnellste Vollformat-DSLM auf den Markt brachte.

Heute können aber auch die Sony Alpha 7 Mark III oder gar die Sony Alpha 7 R IV (das übrigens trotz einer gigantischen Auflösung von 61 Megapixeln) nicht nur mit sehr guten Autofokusqualitäten, sondern auch mit Serienbildraten von 10 Bildern in der Sekunde prunkten. Vor allem in der semiprofessionellen Fußball-, Tennis- und Actionfotografie kommen aber auch Kameras mit APS-C Sensor, etwa von Fuji oder Canon, in Betracht. Daher möchte dir Robert an dieser Stelle (s) eine Auswahl geeigneter Spiegelreflex- und Systemkameras für tolle Sportfotos vorstellen.

  • Lange galt die Canon EOS 7D Mark II als einer der „Spitzensportler“ unter den APS-C Kameras, nicht zuletzt deshalb, weil sie einige Merkmale vom „Flaggschiff“ Canon EOS-1D X geerbt hatte. Die ermöglicht sogar rasante 14 Bilder pro Sekunde (allerdings nur im JPEG Format und ohne Autofokusnachführung!), während sich die 7D II mit 10 Bildern pro Sekunde begnügen musste. Dafür galten die Videofähigkeiten – und insbesondere der bei Canon generell gute Live View- bzw. Video Autofokus – seinerzeit (Vorstellungstermin: November 2014) bei der EOS 7D Mark II als revolutionär.
  • Auch Nikons professionelle Reportage und Sportkameras wie die Nikon D 3 (ausgestattet mit einem 12,1 Megapixel Vollformastsensor) ermöglichten schon 2007 eine Serienbildrate von 9 Bildern pro Sekunde (bei 12 MP) bzw. 11 Bildern bei einer reduzierten Auflösung (5 MP). Tatsächlich spielen für Zeitungsreporter und Sportfotografen weder die heute teils gigantische Auflösung noch das kamerainterne RAW Format eine größere Rolle; denn in aller Regel nutzt die professionelle Sportfotografie – etwa beim Tennis oder Fußball – ohnehin nur JPEG s.
  • Obwohl sie „nur“ Bildraten von 6,5 Bildern pro Sekunde zuließ, galt auch die robuste (unter anderem gegen Eindringen von Staub und Feuchtigkeit abgedichtet!) Nikon D 750 mit ihren 51 Autofokus Messfeldern als durchaus actiontauglich – eine Kamera, die nun in der D 780 einen mehr als würdigen Nachfolger fand.
  • Als Sony mit seiner Alpha 7 Serie den Kameramarkt mit einem kleinen und handlichen Vollformat-Modell aufzumischen begann, galt dies – im Gegensatz zur 6000 er Reihe – nur bedingt als „sporttauglich“. Denn weder der Autofokus noch die Serienbildgeschwindigkeit konnte bei rasanten Bewegungsabläufen mithalten. Dennoch nutzten einige US-amerikanische Fotografen (unter anderem Jason Lanier) bereits die Sony Alpha 7 R II nicht nur für Ihre Porträt- und Hochzeitsfotos, sondern ebenso bei Sportevents. Wirklich actiontauglich wurde Sonys Vollformastserie dann allerdings erst mit Modellen wie der Sony Alpha 7 III, der Sony Alpha 9 oder der Sony Alpha 7 R III.
  • Sonys zugegeben ein wenig eigenwillig geformte 6000 er Serie vermochte von Anfang an mit hohen Serienbildraten und einem exzellenten Autofokus zu punkten: So besaß bereits die Sony Alpha 6000 179 (!) Autofokus Messfelder und eine Serienbildgeschwindigkeit von rekordverdächtigen 10,9 Fotos pro Sekunde. Zudem wusste schon bei dieser Ur-Alpha die Bildqualität des APS-Sensors zu überzeugen; allerdings wirkt die Kamera im Zusammenspiel mit professionellen Objektiven für die Sportfotografie – wie einem lichtstarken 2.8 70-200 mm Zoom – schnell kopflastig.
  • Spätestens mit der XT 2 wurde dann auch Fuji für einige Zeitungsreporter und Sportfotografen zur Kamera der Wahl. Kein Wunder, da der Hersteller im Vergleich zur Vorgängerin, der XT 1, den Autofokus nochmals deutlich verbesserte. Mit der Fuji XT 3 fasste der Hersteller dann endgültig auch bei professionellen Fotografen Fuß. Kein Wunder, da die Kamera mit Serienbildraten bis 30 Fotos pro Sekunde (!) aufwartet. Allerdings kommt hier dann ein leichter Crop-Faktor zum Tragen, der sich jedoch verschmerzen lässt, da die Auflösung der APS-C Kamera seit der 3. Generation auf nunmehr 26 Megapixel erhöht ist.
  • Nicht unerwähnt bleiben sollen Kameras mit MFT Sensor wie die Olympus OM-D E-M1 Mark III, die mit einem rasanten Autofokus und absolut sporttauglichen Serienbildraten (bis 60 B/s, mit AF-C bis 18 B/s) selbst anspruchsvolle Sport- und Tennis-Fotografen begeistert. Dazu kommt der Verlängerungsfaktor, der bei Porträts und Reisefotos vielleicht stören mag, für Sport und Action jedoch ideal ist. Schließlich entspricht hier bereits das exzellente 2.8 40-150 mm PRO Objektiv einer kleinbildtypischen Brennweite von 80-300 mm. Und das bei äußerst kompakten Ausmaßen!

Wenn wir die beste Kamera für die Sportfotografie suchen, dann können natürlich noch weitere Modelle mit vermeintlich schlechteren Autofokusqualitäten und / oder geringeren Serienbildraten in Betracht kommen. Denn mitunter entstehen selbst bei rasanten Sportarten, wie Karate, kurze Momente der Ruhe, etwa dann, wenn ein Kick oder Fauststoß kurz vor dem Kopf des Gegners gestoppt wird. Zudem gibt es Sportarten wie Gymnastik oder bestimmte Tanzstile, die eher vom Posing und ihren Figuren leben, denn dass sie von rasanten Bewegungen geprägt wären.

Es kommt also immer auch ein wenig darauf an:

  • welche Sportart(en) du fotografieren willst

und

  • wie gut du dich in (d)einem Sport auskennst.

Denn manche Bewegungsabläufe wiederholen sich (zum Beispiel beim Tanzen oder Turnen). Zudem gibt es kurze Momente, in denen sich der oder die SportlerIn weniger bewegt. Situationen, die dann zum Auslösen ideal sind.

Objektive in der Sportfotografie

Natürlich lassen sich Sportler mit so ziemlich jeder Optik in Szene setzen, die auch für die Porträtfotografie in Betracht kommt. Dennoch gilt das klassische Tele-Zoomobjektiv von 70-200 mm Brennweite (bezogen auf das Kleinbildformat) für Sportfotografen als unverzichtbar, da wir häufig nicht nah genug an das Geschehen heran kommen (oder dürfen). Für Fußball Fotos oder Aufnahmen beim Biathlon, wie sie Olaf mitunter anfertigt, sind dann häufig noch stärkere Telebrennweiten ein Muss.

Daher möchten wir dir – zunächst exemplarisch für Sony – mal gerne aufzählen, welche Objektive für Tennis-, Fußball- und andere Sportfotos in Betracht kommen:

  • Neben dem exzellenten FE 70–200 mm F 2,8 G-Master Objektiv (Preis ca. 3.000 Euro/Stand Februar 2020) bietet der Hersteller eine deutlich günstigere (rund 1.000 Euro), jedoch lichtschwächere Variante mit F 4.0 an. Wenn dies für dich ausreicht, zum Beispiel, weil dein Sport ohnehin im Freien und bei genügend Tageslicht ausgeübt wird, kannst du also viel Geld sparen.
  • Ebenfalls vollformattauglich ist das Sony FE 70-300 mm F 4.5-5.6 Zoom-Objektiv, das immerhin der gehobenen G Klasse des Herstellers angehört und an einer Kamera mit APS-C Sensor (dank des Verlängerungsfaktors von 1,5) einer Optik von 105-450 mm (bezogen auf Kleinbildkameras) entspricht!
  • Wenn du derartige Brennweiten auch an (d) einer Sony Vollformatkamera erreichen willst, könnte das Sony FE 100-400 mm F 4.5-5.6 GM OSS (Preis: rund 2.400 Euro) für dich interessant sein. Eine Optik, deren strahlend weißer Tubus mit dem begehrten orange unterlegten G (das die G Master Serie kennzeichnet) verziert ist.

Natürlich gibt es zwischenzeitlich auch Fremdhersteller, die Objektive für Sony – darunter auch lichtstarke Tele(zoom)objektive – anbieten. Brandneu drängt aktuell das Tamron 70-180 mm F 2.8 Di III VXD für Sony E-Mount Kameras auf den Markt; zudem lassen sich auch A-Mount Objektive oder gar alte Canon Linsen mit entsprechenden Adaptern (und immer noch vorzüglichem Autofokus) an Sony E-Mount Systemkameras adaptieren.

Noch größer gestaltet sich die Auswahl im Reigen der klassischen Tele-Zoomobjektive für Nikon und Canon User, da hier dann auch Linsen wie das SIGMA 70-200 mm F 2.8 DG OS HSM / Sports, das entsprechende Pendant von Tamron oder das AT-X 70-200 F 4 FX VCM-S Standard Tele-Zoom von Tokina (das allerdings nur für Nikons F Mount erhältlich ist!) in Betracht kommen.

Eignen sich für Sport- und Actionszenen auch Weitwinkelobjektive oder Festbrennweiten?

Natürlich bieten Zoom-Objektive, insbesondere bei rasanten Szenen – dazu zählen auch spielende Kinder oder tobende Tiere – mehr Flexibilität. Dennoch könn(t)en auch lichtstarke (Porträt) Objektive wie das hervorragende Canon EF 135 mm F 2 L USM für die Sportfotografie in Betracht kommen. Eine Optik mit Ultraschall-Fokussierung, die jedoch jederzeit einen manuellen Eingriff zulässt und aufgrund ihrer Lichtstärke zudem für Hallenaufnahmen geradezu prädestiniert ist. Allerdings musst du dir hier deinen Standpunkt im Voraus bereits sorgfältig auswählen, denn du kannst ja weder näher heran zoomen noch auf geringere Teleeinstellungen (sprich: 70 oder 80 mm Brennweite) zurück greifen.

Lassen Sportgeschehen und Veranstalter zu, dass du deinen Models näher auf den Leib rückst, dann könn(t)en auch Experimente mit Weitwinkelobjektiven äußerst interessant sein. Denn es wirkt mehr als beeindruckend, wenn die Faust eines Boxers (oder auch eine Kicktechnik beim asiatischen Kampfsport) die Aufnahme scheinbar übergroß zu beherrschen scheint, während der Athlet selbstbedingt durch den Blickwinkel der Objektives – nur noch eine „Randnotiz“ darstellt.

Verschlusszeiten bei der Sportfotografie

Manche Fotografen tendieren dazu, Sportler – etwa Läufer – auch mal bewusst „unscharf“ zu porträtieren. Etwa dergestalt, dass die Beine und die Arme, die beim rasanten Sprint ja ebenfalls in ständiger Bewegung sind, nur noch verwischt (Oberkörper und Gesicht müssen natürlich scharf und klar erkenntlich sein!) auf dem Foto erscheinen. Ebenso lässt sich durch ein Mitziehen der Kamera, etwa bei fahrenden Autos, ein Effekt erzielen, der die Bewegung und die Action unterstreichen soll. Denn dann ist das eigentlich Motiv scharf abgebildet, während der Hintergrund schon recht deutlich „verwischt“ wirkt.

Jenseits dieser eher künstlerisch anmutenden Darstellung, werden die meisten professionellen Reportagefotografen Sportler und deren Bewegungen jedoch regelrecht „einfrieren“. Dazu sind – letztendlich auch in Abhängigkeit von der jeweiligen Sportart – in aller Regel Belichtungszeiten von 1/500 Sekunde (oder kürzer) nötig. Daher macht es Sinn, bei Tennis- oder anderen Sportfotos mit der so genannten Zeitpriorität bzw. Blendenautomatik (je nach Hersteller durch die Buchstaben S oder TV gekennzeichnet) zu arbeiten, denn dabei legt der Fotograf die Belichtungszeit selbst fest und lässt die Kamera lediglich die dazu passende Blende auswählen. Doch Obacht: Natürlich musst du dann als Fotograf abschätzen können, ob die Blende und die damit erzielte Schärfentiefe zu deiner Bildkomposition und Idee passt.

Roberts und Olafs Expertentipp:
Gerade an modernen Vollformatkameras, die kaum mit einem Bildrauschen zu kämpfen haben, nutzen nicht wenige Actionfotografen die voll manuelle Einstellung ihrer Kamera (Stellung: M) samt ISO Automatik. Denn so lassen sich Verschlusszeit wie auch Blende (und damit dann auch das Spiel mit der Schärfe, respektive den unscharfen Bildpartien!) völlig frei durch den Fotografen beeinflussen, und die Kamera wählt lediglich (automatisch) den dazu notwendigen ISO Wert aus. Eine Methode, die sich gerade bei typischen Kameras für Sportaufnahmen, wie der Sony Alpha 7 III oder der brandneuen Canon EOS 1DX Mark III, bewährt hat. Denn aufgrund der moderaten Auflösung von 24 (Sony) bzw. 20 (Canon) Megapixeln ist selbst bei höheren ISO Werten so gut wie kein Bildrauschen zu sehen. Anders sieht dies häufig bei Kameras mit kleineren Sensoren und / oder höheren Auflösungen aus. Hier musst du daher die ISO Einstellung wie auch das Bildrauschen durchaus im Blick haben!

Ein kurzes Zwischenfazit

Wer sich eine Kamera für die Sportfotografie zulegt, muss sich also sehr wohl fragen, wo genau der zukünftige Einsatz liegt. Denn davon wird es abhängen, welche Kamera und welche Objektive in Betracht kommen:

  • Wer häufig bei Outdoor-Events unterwegs ist, benötigt eine Kamera wie auch Objektive, die auch mal einen Rempler oder Regenschauer aushalten. Hier können die neue Nikon D 780 oder Kameras von Pentax, die in aller Regel hervorragend abgedichtet sind, gegenüber manchen Sony Modellen sicherlich Boden gut machen.
  • Fotografierst du dagegen häufig in Sporthallen, stellen herausragende Low Light Fähigkeiten – wie bei der Sony Alpha 7 S -, aber auch lichtstarke Objektive, einen nicht zu unterschätzenden Pluspunkt dar. Hierzu ist zu sagen, dass Vollformatkameras – zumal solche mit einer moderaten Auflösung – weniger als APS-C Sensoren oder Modelle mit einer extrem hohen Auflösung zu einem störenden Bildrauschen neigen. Dennoch gilt zum Beispiel auch die Fuji XT 3 als wahres „High ISO Monster“, eine APS-C Kamera im Retro-Look, die auch noch robust ist.

Speedlights in der Sportfotografie – Was ist das und wann macht es Sinn sie zu nutzen?

Natürlich können gute Sportfotos auch mal geblitzt sein. Allerdings gilt hier, beim Einsatz von Speedlights, die so genannte Blitzsynchronzeit als limitierender Faktor. Die gibt die kürzest mögliche Belichtungszeit an, die (d)eine Kamera beim gleichzeitigen Einsatz eines Blitzgerätes noch zu realisieren vermag. Bei der Panasonic Lumix DC-S1R, Panasonics Vollformatlösung, liegt diese zum Beispiel bei einem herausragenden Wert von 1/320 Sekunde. Nutzer anderer Hersteller und Modelle müssen sich dann schon mal mit 1/250 Sekunde oder weniger begnügen. Damit drohen bewegungsbedingte Unschärfen, zumal wir es ja gerade bei Sportfotos – aber auch bei spielenden Kindern oder Hunden – oftmals mit rasanten Bewegungen zu tun haben.

Abhilfe schaffen hier Kameras wie auch Blitzgeräte, die eine so genannte Kurzzeit-Synchronisation, auch FP Modus oder High-Speed Synchronisation genannt, zulassen. Denn damit sind dann wiederum Verschlusszeiten, die deutlich unterhalb der eigentlichen Blitzsynchronzeit liegen, problemlos möglich. Meist lässt sich dieser Super FP Modus nicht allein mit nativen Blitzgeräten, sondern auch mit Speedlights von Fremdherstellern – etwa Godox – realisieren. Ein chinesisches Unternehmen, das auch viele Blitzgeräte mit einem eingebautem Empfänger für drahtlose Blitzauslöser in seinem Programm hat. Darunter den extrem leistungsstarken Godox V 860 II, den du damit frei im Raum platzieren kannst.

Allerdings stellt sich immer die Frage, ob (und wenn ja, unter welchen Bedingungen?) ein Blitz bei Sportfotos überhaupt erlaubt ist. Dies wird in aller Regel nicht zuletzt davon abhängen, ob dich der ausrichtende Verein als Fotograf beauftragt hat und / oder ob du über eine Zeitung oder ein Internet-Medium als offizieller Pressvertreter und Bildberichterstatter akkreditiert bist. Nicht zuletzt spielen auch die Größe der Veranstaltung und die Liga eine entscheidende Rolle. Denn vieles, was in der Oberliga oder bei olympischen Spielen undenkbar wäre, lässt sich in der Kreisliga oder gar bei Kleinevents noch problemlos arrangieren.

Dennoch darfst natürlich weder du selbst noch dein Stativ mit (s)einem Systemblitz den Sportlern im Weg stehen. Damit sind dem Blitzeinsatz bei Sport, gar Tennis Fotos, durchaus Grenzen gesetzt, zumal sich manche Sportler (das gilt noch stärker für porträtierte Musiker!) auch durch das grelle Licht selbst gestört fühlen. Vorheriges Nachfragen stellt daher ein Gebot der Höflichkeit dar und wird in jedem Fall Sinn machen!

Perspektiven und Bildaussagen

Natürlich leben auch Sport- und Actionfotos von ihrer Perspektive und ihrem Blickwinkel. Daher darfst du im Rahmen deiner Sportfotografie nicht allein über die Kamera und deren Einstellungen nachdenken. Vielmehr gilt es, die Akteure und deren Bewegungen auch mal aus einer ungewohnten Sichtweise in Szene zu setzen; unter anderem kannst du die Sportler und deren Darbietungen von oben, mit einer Drohne oder auch „nur“ von der Tribüne aus betrachtet, für die Ewigkeit festhalten.

Neben dieser Vogelperspektive gilt aber auch ein tiefer Kamerastandpunkt, also die so genannte Froschperspektive, zu den wichtigsten Tipps für ein tolles Bild. Denn dadurch, dass ein Weitspringer oder Kampfsportler quasi über den Fotografen hinweg springt, entstehen Fotos, die den Zuschauer nicht mehr loslassen und stets aufs Neue in ihren Bann ziehen. Für Videografen kommt es dann zusätzlich auf die Schnitttechnik an, die einem Clip mit Sport- und Actionszenen noch mehr Pepp gibt: So kann ein Skispringer, der womöglich in Zeitlupe über den Kopf des Fotografen hinweg segelt, kurzfristig ausgeblendet werden, während die Kamera zu den staunenden Zuschauern schwenkt, so dass der Sportler selbst erst kurz vor seiner Landung wieder ins Bild kommt.

Auch Gegenlicht, Wasserfontänen beim Eintauchen eines Klippenspringers oder der Sand, der unter den blanken Füßen der (Beach) Volleyballspielerinnen aufwirbelt, kann das berühmt berüchtigte Tüpfelchen auf dem „I“ sein und (d) ein Foto erst perfekt machen. Wer ein Sportgeschehen mit all seinen Facetten im Rahmen einer kompletten Reportage begleitet, muss natürlich auch die Pokale in Szene setzen und / oder bei der Siegerehrung präsent sein.

Darf jedermann als Sportfotograf durchstarten?

Nicht erst seit der Datenschutz-Grundverordnung wissen wir, dass jedermann (und natürlich auch jede Frau und jedes Kind!) das Recht am eigenen Bild hat. Das bedeutet zunächst einmal, dass wir Personen nicht ungefragt fotografieren sollten, weil ansonsten, spätestens jedoch mit einer unautorisierten Publikation (dazu kann schon das Herumzeigen von Fotos zählen), ein (juristisches) Problem droht. Dennoch existieren Ausnahmen und wissen erfahrene Berufs- und Zeitungsfotografen, dass auch heute noch viele Eltern durchaus erfreut darüber sind, wenn just ihr Kind mit (s)einem Foto den Artikel eines Zeitungsbeitrags ziert.

Obwohl ein solcher Artikel niemals eine juristische Beratung ersetzen kann, darf oder will, möchten wir dir hier einige wichtige Fakten zusammen tragen, die Gerichte mal rund um das Recht am eigenen (Ab) Bild geklärt haben:

  • In aller Regel müssen Personen des öffentlichen Lebens damit rechnen, dass sie – zumindest in ihrer Berufsausübung – „porträtiert“ werden. Das gilt auch für namhafte Sportler. Anders würde es natürlich aussehen, wenn du einem Tennisspieler oder einer Kunstturnerin in seinem / ihrem privaten „Umfeld“ nachstellst und hier heimlich Fotos schießt, die vielleicht gar intim sind.
  • Generell haben Zeitungsfotografen – zumal bei Veranstaltungen und Vorführungen – natürlich andere Rechte, als wenn eine Privatperson ein Bild von fremden Personen anfertigt und dieses dann später auf den eigenen sozialen Kanälen und Profilen (ungefragt) einstellt.
  • Auch eine größere Anzahl von Personen vermag das Recht am eigenen Bild womöglich auszuhebeln, da somit nicht mehr eine einzelne Person, sondern vielmehr die Gruppe in den Fokus der Bildaussage gerückt wird.
  • Völlig auf der sicheren Seite ist derjenige, der – ähnlich wie bei einem Porträt- oder Mode-Shooting – einen (Model Release) Vertrag schriftlich fixiert hat. Bist du als Haus- und Hoffotograf für einen Sportverein tätig, kannst du natürlich im Vorfeld einfordern, dass dir der Pressewart diese Aufgabe abnimmt und dich selbst von möglichen Ansprüchen und Forderungen freistellt.

Du siehst also, dass es beim Thema Sportfotografie nicht allein um Bild Tipps, sondern auch um Gesetze und mitunter gar vor Gericht geht. Dennoch helfen auch hier, wie in vielen Dingen des Lebens, der gesunde Menschenverstand und eine freundliche (Nach) Frage. Denn wer vorher mit den porträtierten Personen (bzw. bei Kindern mit den Erziehungsberechtigten) redet und sich zumindest eine mündliche Einwilligung einholt, wird in aller Regel späterem Ärger, gar juristischen Konsequenzen, aus dem Weg gehen.

Checkliste für die Sportfotografie

Gerne möchten wir dir an dieser Stelle noch eine kleine Checkliste, die sich nach ihrer Erfahrung für tolle Sportfotos bewährt hat, mit an die Hand geben.

Du brauchst:

  1. ein bis zwei Kamerabodys, die – je nach Einsatzzweck – ausreichend schnell wie auch gegen Witterungseinflüsse abgedichtet sind
  2. für die Sportfotografie geeignete Objektive, zum Beispiel ein Tele-Zoom und ein Weitwinkelobjektiv, wenn du dessen besonderen Look ganz gezielt einsetzen willst; wer Hallensport fotografiert, greift bevorzugt zu lichtstarken Objektiven, wohingegen bei Outdoor Events wetterfeste Linsen (ein Staub- und Feuchtigkeitsschutz allein an der Kamera nutzt wenig!) Sinn machen
  3. einen Tablet PC oder auch einen einfachen Notizblock, in dem Fakten zu den Sportfotos, wie die Einstellung deiner Kamera, die Wettkampfklasse, aber auch die Namen der Athletinnen und Athleten, vermerkt werden
  4. (d)eine Visitenkarte, denn oftmals wollen die SportlerInnen oder deren Angehörige wissen, wer sie fotografiert hat
  5. ein Klappstuhl, falls du länger am Rande einer Laufbahn oder einer Rallyestrecke ausharren musst, dazu, je nach Witterung, Regenjacke oder Sonnenschutz, denn am Rande eines Beachvolleyballfeldes oder einer Schwimmveranstaltung droht dir rasch ein Sonnenbrand

Danach heißt es, auf Bilderjagd zu gehen. Denn Versuch macht klug, und auch die Sportfotografie kann man nur durch Üben perfektionieren!


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