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Wie funktioniert eine Kamera

Eine Kamera nehmen, durchschauen, knipsen, Bild fertig. Das funktioniert eigentlich ganz einfach und klappt auch immer, oder? Aber hast du dich schon mal gefragt, wie so eine Kamera eigentlich funktioniert, also was sich in ihrem Inneren abspielt, damit du am Ende ein tolles Bild bekommst? In diesem Artikel erklären wir dir, aus welchen Komponenten so eine Kamera besteht und wie diese zusammenspielen müssen, damit der Fotograf am Ende das gewünschte Bild erhält.

Aufbau einer Kamera

Dazu müssen wir uns zunächst anschauen, woraus eine Kamera typischerweise besteht. Normalerweise benötigst du nur ein lichtdichtes Gehäuse und ein Objektiv, aber das wäre wenig komfortabel und daher macht es natürlich mehr Spaß, wenn du mehr Komponenten hast.  Eine Kamera besitzt neben dem notwendigen lichtdichten Gehäuse noch folgende Bestandteile:

  • Sensor (Der Bildsensor ist die Bildebene, die die Kamera braucht, um das Licht aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass der Sensor das Licht aufnimmt und es in digitale Werte umwandelt.)
  • Film (bei Analogkameras ersetzt der Film den Sensor).
  • Öffnung (normalerweise das genannte Objektiv; hier muss das Licht zum Film oder Sensor durch. Das Objektiv bündelt dann das Licht und projiziert es auf den Sensor oder Film (= die Bildebene))
  • Blende (mit regulierbarer Blendenöffnung, sie steuert den Lichteinlass zur Belichtung des Films).
  • Verschluss (der Verschluss regelt, wie lange das Licht durch die Blende hereinfällt).
  • Bildschärfeeinstellung (meistens hat die Kamera eine Vorrichtung, mit der du die Bildschärfe justieren kannst).
  • Sucher oder Display zur Anzeige des Motivs.

Es genügt nun allerdings nicht, die einzelnen Teile aufzuzählen, denn du musst auch wissen, wie diese Elemente einzeln und im Zusammenspiel funktionieren, damit du den Fotoapparat Aufbau als solchen auch logisch nachvollziehen kannst. Also warum der Apparat eine Blende hat und warum man die Belichtung überhaupt zeitlich steuern muss und dergleichen.

Objektiv Aufbau, Blende und Verschluss

Ganz wichtig für ein gutes Ergebnis sind dein Objektiv sowie die zugehörige Blende mit Verschluss. Daher schauen wir uns nun den Aufbau und das Zusammenspiel dieser Komponenten an. Das Objektiv befindet sich im vorderen Teil der Kamera oder anders gesagt besteht der vordere Teil der Kamera aus dem Objektiv. Entweder hat deine Kamera ein fest integriertes Objektiv (das ist in Kompaktkameras der Fall) oder du kannst wechselnde Objektive verwenden (bei Spiegelreflexkameras).

Das ist ein Vorteil, zumindest für Profis. Denn es gibt kein Objektiv, das für alle Zwecke gleich gut geeignet ist. Bei einer Kompaktkamera musst du damit arbeiten, was du drin hast. Bei einer Spiegelreflexkamera kannst du dich jedoch auf jede Fotosession speziell einstellen und sogar mitten im Shooting die Objektive wechseln. Damit kannst du bei jedem Bild das Bestmögliche herausholen und mit höchster Qualität fotografieren.

Prinzip und Aufbau

Das Grundprinzip der Objektive ist immer dasselbe, egal in welchem Objektiv und welcher Kamera. Damit du für jeden Zweck das richtige und passende auswählen kannst, stehen meistens mindestens zwei Angaben auf dem Objektiv. Zum einen ist hier die maximal mögliche Lichtstärke aufgeführt und zum anderen die Brennweite. Der Wert für die Lichtstärke gibt die größtmögliche Blendenöffnung an. Die Brennweite benötigst du besonders bei einem Zoomobjektiv.

Das Objektiv besteht aus einer Linse beziehungsweise einem ganzen System aus Linsen, durch die das Licht in die Kamera fällt. Um den Lichteinfall zu steuern und zu regulieren, benötigst du eine Blende. Diese befindest sich im Objektiv und besitzt zusätzliche Blendenlamellen. Mit diesen regulierst du die Lichtmenge.

Arten von Objektiven

Wenn du nicht nur ein festes Objektiv verbaut hast, dann kannst du drei unterschiedliche Objektive für deine Kamera verwenden:

  • Normalobjektiv
     Das Normalobjektiv zeigt dir dein Motiv so, wie du es auch mit dem bloßen Auge siehst. Die Ansicht entspricht der normalen menschlichen Sehgewohnheit.
  • Teleobjektiv
    Damit kannst du Objekte, die weiter entfernt sind, größer darstellen oder auch näher heranholen.
  • Weitwinkelobjektiv
    Ein Weitwinkelobjektiv kann über das menschliche Sehvermögen hinaus links und rechts mehr von der Umgebung aufnehmen. Um in der Realität dasselbe zu sehen, müsstest du den Kopf nach rechts und links drehen oder zumindest deine Augen in diese Richtung bewegen.
Die Blende im Objektiv

Wie schon erwähnt, befindet sich die Blende im Objektiv. Ältere Kameras besitzen einen Blendenring, über den sich die Blendenöffnung steuern, also die Größe verändern lässt. Bei den neuen Kameras reguliert ein Motor die Blendenöffnung. Je größer die Öffnung, desto mehr Licht fällt in das Objektiv ein. Daher steht der Blendenwert direkt mit der „Lochgröße“ der Kamera in Zusammenhang. Bei den modernen Kameras kann die Programmautomatik dabei helfen, die bestmögliche Blendenöffnung selbstständig zu finden. Trotzdem kannst du den Blendenwert auch immer manuell einstellen, wie das geht, hängt von der Kamera ab. Das kannst du in der jeweiligen Gebrauchsanleitung nachlesen.

Alle Blendenwerte sind immerhin genormt, sodass sie bei allen Objektiven identisch sind. Das ist natürlich hilfreich und sinnvoll, denn so kannst du die Objektive problemlos austauschen. Wenn die Blende komplett geöffnet ist, dann nennt man das auch „Offenblende“. In dieser Stellung fällt die maximale Lichtmenge durch das Objektiv. Welche das ist, zeigt der auf dem Objektiv genannten Wert. Profis nehmen die Einstellungen der Kamera mit der Offenblende vor, damit sie die Ergebnisse im Sichtfenster möglichst gut sehen und einschätzen können. Mit der Abblendtaste kannst du die Blendenlamellen justieren und die Öffnung verkleinern.

Der Verschluss

Für die Belichtung und Erstellung des Bildes brauchst du noch einen Bildsensor (oder Film), einen Spiegel und einen Verschlussvorhang. Der Spiegel projiziert das Bild auf ein kleines Sichtfenster im hinteren Teil der Kamera. Bei den alten Kameras gab es einen mechanischen Verschlussvorhang, hinter dem wiederum eine Glasscheibe angebracht war. Diese war notwendig, um den Bildausschnitt zu kontrollieren.

Wenn du den Auslöser betätigst, öffnet sich der Verschluss und lässt das Licht durch das Objektiv fallen. Es belichtet dann während des gewählten Zeitraums den Sensor beziehungsweise die Bildebene. Danach schließt er sich wieder. Den zeitlichen Abstand zwischen Öffnen und Schließen nennt man auch Belichtungszeit.

Arten von Kameras

Alle Kameras funktionieren grundsätzlich nach demselben Prinzip. Es gibt allerdings praktisch für jeden Zweck und jeden Bedarf eine andere Kamera. Welche ein Fotograf einsetzt, kommt immer auf seine individuellen Vorlieben an. Viele besitzen auch mehrere Kameras, beispielsweise hat Robert neben seiner Spiegelreflexkamera auch noch einige ältere Modelle und Liebhaberstücke in seiner Sammlung. Olaf benutzt ebenfalls eine Spiegelreflexkamera, würde aber nie seine ältere praktische Kompaktkamera hergeben, da sie leicht zu transportieren ist und ideal für schnelle Schnappschüsse auf Partys oder Ausflügen. Zusammenfassend könnte man sagen, dass es mindestens folgende Kamerasorten gibt:

  • Sucherkameras
  • Bridgekameras
  • Systemkameras
  • Spiegelreflexkameras
  • diverse Mischformen
  • Spezialkameras

Alle Kameras funktionieren nach demselben Prinzip. Auf einige davon wollen wir auch gleich näher eingehen.

Sucherkameras

Die meisten Kameras sind mit einem Sucher ausgestattet sind (vergleichbar mit dem Blick durch das Visier eines Gewehres beim Jahrmarktschießen), durch den sie das Motiv anzeigen. Es gibt auch Kameras, die zusätzlich ein Display haben, auf dem du das Motiv noch besser betrachten kannst. Damit lässt sich auch der gewünschten Bildausschnitt noch besser kontrollieren.

Die Kameras, die mit einem ganz normalen Sucher ausgestattet sind, sind häufig sehr günstig und gut geeignet für Laien. Denn bei dieser Kamera ist nicht viel zu beachten, beziehungsweise der Fotograf kann nicht viel falsch machen. Wenn der Fotograf durch den Sucher blickt, dann sieht er damit das gewünschte Motiv nicht durch das Aufnahmeobjektiv direkt an. Stattdessen schaut er mit dem Blick durch den Sucher entweder oberhalb oder seitlich am Objektiv vorbei.

Der Sucher besteht nur aus einem kleinen Loch, ist aber meistens mit einer zusätzlichen Linse ausgestattet. Dazu gibt es einen eingeblendeten Rahmen, sodass der Fotograf genau sieht, was später auch auf sein Bild gebannt ist. Diese Sucherkameras gibt es in der analogen und digitalen Form. Sie können teilweise mit Zusatzfunktionen wie Brennweiteneinstellung ausgerüstet sein. Zudem berücksichtigen die teuren Varianten der Sucherkameras, wie die zweiäugige Spiegelreflexkamera, neben der Brennweite auch die Parallaxe.

Was versteht man unter Parallaxe?

Mit der Parallaxe (auch Parallaxenfehler) bezeichnet man die Unterschiede, die zwischen dem Bild durch den Sucher und dem tatsächlichen Foto entstehen können. Beispielsweise wenn du im Sucher einen Vogel auf dem Ast eines Baumes siehst und fotografierst und später nur der Stamm auf dem Foto ist. Dann hat sich durch die Verschiebung (weil der Sucher und das Objektiv nicht das identische Bild zeigen) ein Fehler eingeschlichen. Manche Kameras bügeln diesen Fehler automatisch aus.

Die Parallaxe musst du aus einem bestimmten Grund kennen: Denn die günstigen und einfach zu handhabenden Sucherkameras haben eben sehr häufig genau diesen Nachteil, den du allerdings – gottseidank – meist nur bei Aufnahmen im Nahbereich überhaupt bemerkst. Bei den digitalen Kameras siehst du durch dein Display gleich, was später auf dem Bild dargestellt ist und erkennst solche Parallaxenfehler rechtzeitig.

Beliebt: Kleinbildkameras und Kompaktkameras

Zu den beliebtesten Kameras, die mit einem solchen Sucher arbeiten, gehören die analogen Kleinbildkameras oder die digitalen Kompaktkameras. Diese sind auch für unterschiedliche Aufnahmeformate und in verschiedenen Größen erhältlich. So kannst du eine kleine Spionagekamera oder eine Großformatkameras für Planfilm unter diesen Kameras finden.

Planfilmkameras

Falls du noch nie von einer Planfilmkamera gehört hast – dieses großformatige Ungetüm arbeitet mit Filmen in Blättern, die man in großformatigen Kameras oder Lochkameras benutzt. Das erinnert an die uralten Kameras aus den Anfängen der Fotografie, als man noch auf Platten fotografiert hat.
Heute werden Planfilme beziehungsweise Planfilmkameras hauptsächlich in der Werbefotografie oder auch bei Lebensmittelaufnahmen sowie in der Architektur eingesetzt. Als Anfänger wirst du kaum mit solchen Kameras in Berührung kommen.

Neuste Entwicklungen

Zu den Sucherkameras zählen aber nicht nur die einfachen und günstigen Modelle, sondern auch die modernen und hochwertigen Kameras, die sowohl einen Sucher als auch einen digitalen Monitor besitzen oder die mit Wechselobjektiven ausgestattet sind. Diese hochwertigen Exemplare haben dann noch einige attraktive Zusatzfunktionen, die für einen Anfänger, der nur auf den Auslöser drücken möchte, nicht notwendig sind. Beispielsweise verfügen die digitalen Versionen über einen Mischbildentfernungsmesser, während die analogen Kameras nur ein Fixfokusobjektiv besitzen.

Displaykameras

Auch wenn wir das Display bereits bei den Sucherkameras erwähnt haben, gibt es auch Modelle, die nicht über beides (Sucher und Display) verfügen, sondern ohne Sucher und nur mit einem Display auf der Rückseite der Kamera arbeiten. Diese bezeichnen wir als Displaykameras. Damit hast du nicht das Parallaxenproblem, denn du siehst das Bild genau so, wie es auch später in der Endfassung aussieht. Dafür hast du hier aber ein paar andere Einschränkungen, mit denen du leben musst:

  • Der Akku ist schnell leer. Wenn du ständig dein Display im Einsatz hast, brauchst du laufend Energie, daher ist dein Akku viel schneller leer.
  • Das digitale Rauschen ist stärker. Wenn das Display ständig in Betrieb ist, erwärmen sich deine Kamera und der Sensor und dadurch verstärkt sich das Bildrauschen.
  • Ungünstig bei Tageslicht. Wenn du im Freien fotografierst und die Sonne auf das Display scheint, dann siehst du praktisch gar nichts und das Display hilft dir nicht weiter.

Bridgekameras

Auf den ersten Blick sehen diese Kameras aus wie Spiegelreflexkameras. Sie besitzen aber nicht die umfangreiche Spiegelmechanik und sind daher wesentlich kleiner und handlicher. Dabei sieht der Fotograf das gewünschte Motiv auch nicht über eine Mattscheibe, sondern ein kleines Display, auch EVF = Electronic View Finder genannt. Auch wenn die Kamera kleiner und handlicher ist, ergeben sich trotzdem ein paar ähnliche Nachteile wie bei der Displaykamera.

Denn auch hier arbeitet der Sensor ständig und erwärmt sich. Das erhöht wiederum das Bildrauschen und verkürzt die Akkulaufzeit aufgrund des Dauerbetriebs. Hinzu kommt, dass das Display typischerweise sehr klein ist und nur eine geringe Auflösung besitzt. Allerdings hat die Bridgekamera einen enormen Vorteil bei Nachtaufnahmen. Diese kann die Bridgekamera nämlich heller und besser darstellen, während eine Spiegelreflexkamera einfach nur eine schwarze Fläche anzeigt.

Bridgekameras haben ein fest eingebautes Objektiv, manchmal ein Superzoom mit großer Brennweite. Um bei Aufnahmen mit dem Zoom ein Verwackeln auszuschließen, musst du eine kurze Belichtungszeit wählen. Damit bekommst du aber im Endeffekt ein höheres Bildrauschen und hast nicht wirklich ein besseres Bild.

Systemkameras

Diese Kameras sind ähnlich aufgebaut wie Spiegelreflexkameras, besitzen aber eben nicht diese Spiegelreflexfunktion. Es handelt sich also um eine spiegellose Systemkamera, wenn man das so nennen möchte. Ansonsten besitzen diese Kameras viele ähnliche Funktionen und Ausstattungen wie Schlitzverschluss oder Bildstabilisator und sind auch durch Systemzubehör wie weitere Objektive oder Blitze erweiterbar. Außerdem kann man mit dieser Systemkamera den Parallaxenfehler vermeiden, da sie ähnlich wie die schon beschriebenen Display- und Bridgekameras das Bild bereits so zeigen, wie es später auch tatsächlich aussieht.

Spiegelreflexkameras

Die Spiegelreflexkamera ist das Lieblingsstück der fortgeschrittenen Fotografen. Sie hat ihren Preis und ist teilweise schwer und unhandlich, bietet aber eine Vielzahl guter Funktionen. Vor allem zeigt sie das Bild im Sucher auch so an, wie du es aufnimmst und wie es später aussieht.

Denn hier schaust du direkt durch das Objektiv auf das Motiv. Es kommt also nicht zum Parallaxenfehler. Normalerweise kannst du bei diesen Kameras auch verschiedene Objektive (Wechselobjektive) einsetzen. Damit du auch dann das Bild korrekt angezeigt bekommst, besitzt die Kamera den eingebauten Spiegel hinter dem Objektiv und vor dem Bildfenster.

Aufbau einer Kamera: die Physik dahinter

Alle Komponenten der Kamera sind gut durchdacht, denn jede sorgt dafür, dass du durch die komplizierten physikalischen Vorgänge (Reflexion, Belichtung und so weiter), am Ende ein tolles Bild bekommst. Wie läuft das ab?

Wenn du durch die Kamera schaust (Sucher oder Objektiv), dann erkennst du das Motiv, das vom Tageslicht oder Kunstlicht erhellt ist. Das Licht, das auf das von dir ausgewählte Motiv fällt, reflektiert von dort in viele Richtungen. Wenn du mit deiner Kamera als eine Aufnahme machst, dann trifft das Licht, das von deinem Motiv reflektiert, auf deinen Sensor oder bei der Analogkamera auf deinen Film.

Lichteinstrahlung filtern

Allerdings ist das ohne weitere Vorkehrungen oder Elemente noch nicht hilfreich, denn nun hast du einfach ganz viel Licht, das deinen Sensor oder Film belichtet. Aber das gewünschte Bild beziehungsweise Abbild deines anvisierten Motivs fehlt noch. Daher musst du dafür sorgen, dass das Licht ganz geordnet und in der richtigen Menge auf den Sensor fällt. Du musst die Lichteinstrahlung als richtig filtern.

Die Filterung erreichst du über eine Blende. Damit kannst du den Lichteinfall genau regulieren und dafür sorgen, dass jeder Lichtstrahl, der vom Motiv in die Kamera fällt, auch einen Punkt auf dem Sensor erzeugt, woraus sich am Ende das Bild ergibt. Wenn die Öffnung der Blende zu groß ist und zu viel Licht auf den Sensor fällt, bekommst du zu viele Punkte auf den Sensor, die dann kleine Zerstreuungskreise bilden anstelle der benötigten Punkte. Dein Foto ist dann unscharf.

Die wichtige Funktion der Linse

Damit das nicht passiert, brauchst du ein verhältnismäßig kleines Loch, durch das das Licht allerdings längere Zeit hindurchfallen muss, damit die Kamera die Chance hat, dieses Licht und die benötigten Punkte aufzuzeichnen. Wichtig ist in dem Fall, dass sich dein Motiv während des Vorgangs nicht bewegt. Ansonsten bekommst du nämlich auch ein unscharfes Bild, da die Bewegung des Motivs eine Art Lichtspur über das Bild zieht.

Um diese Probleme zu eliminieren und es zu ermöglichen, dass viel Licht auf den Sensor oder Film fällt, aber keine Zerstreuungskreise und keine Lichtspur das Ergebnis stören, besitzt die Kamera eine Linse. Diese Linse bündelt oder sammelt die verschiedenen Lichtstrahlen und führt sie zu einem Brennpunkt. Sie fungiert also als Objektiv.

Die Entfernung zum Motiv spielt eine große Rolle

Wie scharf das Foto im Ergebnis dann ist, hängt davon ab, wie weit das Motiv von deiner Linse entfernt ist. Denn der Brennpunkt liegt dabei unterschiedlich weit entfernt. Wenn dein Motiv sich in zu großer Entfernung zu dir befindet, dann liegt der Brennpunkt vor der Bildebene und wenn sie zu nah an dir dran sind, liegt der Brennpunkt dahinter. Und in beiden Fällen erhältst du dann nur verschwommene Unschärfekreise, aber kein deutliches Bild.

Also müssen du und deine Kamera es hinbekommen, dass du das Bild jeweils scharf stellen kannst – unter Berücksichtigung der Entfernung. Und jetzt muss deine Kamera schon mehr tun, als nur das Licht bündeln. Denn sie muss jetzt die Menge des Lichteinfalls sowie die Dauer der Belichtung regeln und auch noch prüfen, bis zur welcher Entfernung das Bild scharf ist. Genaugenommen macht das natürlich nicht die Kamera sondern du, aber dafür muss deine Kamera die Einstellmöglichkeiten besitzen.

Bildschärfe und Fokus einstellen

Du musst also den Abstand zwischen deinem Objektiv und der Sensor- oder Bildebene regulieren, um das Foto scharf zu bekommen. Ist der Abstand zur Linse größer, kannst du Nahaufnahmen scharf stellen, ist sie geringer, kannst du weiter entfernte Motive scharfstellen. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als „fokussieren“ oder als „Schärfe einstellen“. Somit kannst du durch die Kombination von Linse und Blende für die nötige Bildschärfe sorgen.

Damit konnten wir dir hoffentlich die Hintergründe der Zusammenarbeit der verschiedenen Komponenten erläutern. Bei analogen Kameras kommt noch eine Transportvorrichtung dazu, die den eingelegten Film weiterdreht und somit dafür sorgt, dass du ein Bild nach dem anderen auf dem Film belichten beziehungsweise abbilden kannst. Digitalkameras haben diese Vorrichtung nicht. Wie sie funktionieren, zeigen wir dir aber im nächsten Abschnitt.

Wie funktioniert eine Digitalkamera

Wir haben uns nun die Bestandteile und die einzelnen Elemente einer Kamera sowie ihr Zusammenspiel angeschaut. Je nachdem, was für eine Kamera du besitzt, verfügt diese über viele Zusatzfunktionen, die du anhand der Bedienungsanleitung kennenlernen musst, um davon zu profitieren. Heute kommen mehr digitale Apparate als analoge Kameras zum Einsatz. Und am häufigsten nutzen Profis die Spiegelreflexkameras. Wenn du also mit einer modernen Kamera arbeitest, solltest du dir noch ein paar Besonderheiten einer Digitalkamera beziehungsweise einer Spiegelreflexkamera anschauen.

Zunächst einmal kurz zum Unterschied von analogen und digitalen Kameras.

Am auffälligsten ist natürlich dabei das Aufzeichnungsmedium. Bei der analogen Kamera musst du einen Film einlegen, bei dem du ein Bild nach dem anderen belichtest. Der Film wird innerhalb der Kamera nach jedem Bild entweder automatisch oder manuell weitertransportiert. Am Ende musst du diesen Film selbst im Labor entwickeln oder zum Entwickeln geben. Eine Digitalkamera benötigt keinen Film für die Aufzeichnung der Bilder. Hierzu verfügt die Digitalkamera über einen Bildsensor.

Da du nicht anhand des eingelegten Filmes die Bildqualität verändern (schwarz-weiß/Farbe) oder verbessern kannst, kommt bei der Digitalkamera mehr Technik ins Spiel. Hier kannst du alle Filmeigenschaften einzeln technisch einstellen – je nachdem, welche Funktionen deine Digitalkamera dazu zur Verfügung stellt. Also beispielsweise die Auflösung oder Empfindlichkeit des Filmes. Aber auch die Farbsättigung und ob du Schwarzweiß- oder Farbaufnahmen machen möchtest.

Die Bildaufzeichnung in der Digitalkamera

Die Digitalkamera nimmt über den Bildsensor das einfallende Licht auf und wandelt es in digitale Werte, also ein digitales Bild um. Ein solches Bild besteht aus einem Raster von Punkten, die man auch Pixel nennt. Die Menge an Pixeln, aus denen sich dein Bild am Ende zusammensetzt, bestimmt über die „Auflösung“, also die Qualität deines Bildes. Deine Bilder werden in dem Sensorchip aufgezeichnet, der aus vielen lichtempfindlichen Zellen besteht.

Diese Fotozellen im Sensor bekommen das einfallende Licht ab und durch die darin enthaltenen Photonen steigt die elektrische Ladung in den Fotozellen. Wenn viel Licht auf die Zellen trifft, steigt auch die Ladung. Insofern ist der Ablauf ähnlich wie bei der Belichtung eines Filmes. Allerdings wandelt der Sensor in der Digitalkamera nun die gemessenen Werte der Ladung in digitale Zahlenwerte um. Man könnte laienhaft sagen, dass dadurch nun helle und dunkle Pixel entstehen, denn die Fotozellen können leider keine Farbe erkennen, sondern nur Dunkel und Hell unterscheiden.

Wie kommt die Farbe ins Bild?

Für die Farbaufnahmen musste man bereits zu Zeiten der analogen Farbaufnahme zu diversen Tricks greifen. Man arbeitete mit den RGB-Farben, also Rot, Grün und Blau, die der Sensor mittels eines Filters nur als einzelne Farbe anzeigt. Daher nimmt deine Kamera quasi drei einzelne Bilder in je einem dieser Farbtöne auf und mischt die Bilder am Ende zu einem zusammen. Den Vorgang konnte man vereinfachen, indem man mit drei Sensoren und drei Einzelbildern arbeitete. Dabei schickte man dasselbe Foto einfach dreimal nacheinander durch einen Farbfilter, wobei aber alle drei Aufnahmen auf demselben Chip belichtet wurden.

Das alles ist zu aufwendig und zu teuer, daher kommt in der Digitalkamera ein kleiner Filter zum Einsatz, der vor jeder einzelnen Fotozelle sitzt. Somit gibt es 50% grüne Filter, 25% rote Filter und 25% blaue Filter. Dieses so zusammengesetzte Muster aus drei Farben nennt man auch Bayernpattern. Nun kann jede Fotozelle einen Lichtstrahl in ihrer eigenen Farbe erkennen und die Kamera kann später die Farbpunkte sowie die Information über die Lichtstärke in die benötigte Bildinformation umrechnen.

Welche Details gibt es zusätzlich in einer Spiegelreflexkamera?

Die Spiegelreflexkamera ist ebenfalls eine Digitalkamera, aber wie der Name schon sagt, hat sie zusätzlich noch einen Spiegel eingebaut. Die digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) leitet das Licht, welches durch das Objektiv einfällt, über einen Spiegel in den Sucher um. Damit es zur Belichtung des Sensors kommen kann, wie wir es oben besprochen haben, muss die Kamera den Spiegel wegklappen.

Übrigens verwendet eine Spiegelreflexkamera für die Autofokus-Aufnahmen separate Sensoren, während andere Digitalkameras den Bildsensor dafür nutzen. Die Spiegelreflexkamera hat auch einen kleinen Vorteil bei der Serienbildgeschwindigkeit. Der Sensor und der Spiegel sind bei der Kamera sehr teuer und sehr empfindlich. Daher solltest du unbedingt vorsichtig damit umgehen und auch die Besonderheiten berücksichtigen, die damit verbunden sind.

Spiegelverriegelung

Beispielsweise kannst du eine Spiegelverriegelung einschalten, wenn du besonders knifflige Aufnahmen machen möchtest. Durch diese Verriegelung klappt nämlich der Spiegel schon beim ersten Drücken des Auslösers weg. Dadurch kommt es nicht zu einer Erschütterung, wenn du beim „richtigen“ Auslösen ein Bild schießt.

Sobald du also den Auslöser betätigst, fährt der Verschlussvorhang herunter und lässt das Licht zum Sensor durch. Nach der von dir gewählten Belichtungszeit schließt der Vorhang und der Spiegel klappt von selbst zurück. Den empfindlichen Sensor der Spiegelreflexkamera kannst du übrigens nur sehen, wenn der Spiegel während der Belichtung oder der Reinigung des Sensors hochgeklappt und der Verschluss geöffnet ist.

Fazit

Es gibt unterschiedliche Fotografen, die für verschiedene Aufnahmen auf ganz bestimmte Kameras schwören. Daher haben die meisten mehrere davon. Viele Liebhaber besitzen auch sehr alte Kameras aus der Anfangszeit der Fotografie, die sie restauriert haben und mit denen sie tatsächlich noch arbeiten können.

Das Aufnahmeprinzip einer Kamera ist immer dasselbe

Es muss die korrekte Lichtmenge in das ansonsten lichtdichte Gehäuse fallen und ein Speichermedium belichten, auf dem dadurch ein Abbild des Motivs entsteht. Früher musste man dazu speziell beschichtete Platten verwenden und die Personen, die als Motiv dienten, durften sich einen gefühlte Ewigkeit nicht bewegen, weil eine lange Belichtungszeit einzuhalten war. Danach kam der Film als Speichermedium, heute sind es die Chips, die sich auch am Computer auslesen lassen.

Um ein Studium der Bedienungsanleitung kommst du nicht herum

Auch die unterschiedlichen Funktionen, die du heute an deiner Kamera einstellen kannst, sind sehr viel komfortabler als bei den ersten Fotoapparaten. Der genaue Ablauf und alle Funktionen, die speziell deine Kamera beherrscht, konnten wir im Rahmen dieses Artikels nicht behandeln. Aber du hast hoffentlich einen recht guten Eindruck vom generellen Ablauf und der Funktion einer Kamera erhalten.
Um deine Kamera richtig bedienen zu können und die besten Aufnahmen herauszuholen, solltest du dich auf jeden Fall mit der Bedienungsanleitung der Kamera beschäftigen. So kannst du deinem Fotoapparat auch noch die letzten Geheimnisse entlocken!


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