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Regen fotografieren – Tipps zur Ausrüstung und den Motiven

Der Wilde Kaiser im Sonnenschein oder Palmen, die sich vor einem azurblauen Himmel und einer still ruhenden See in einem nur leichten Wind wiegen – solche Fotos gibt es wie der sprichwörtliche Sand am Meer. Doch unsere Natur kann auch anders, nämlich ungezähmt und wild sein. Mit düsteren, tiefhängenden Wolken oder Regentropfen, die uns beinahe senkrecht ins Gesicht peitschen …

Wer seine Kamera angesichts solcher Witterungsverhältnisse im Rucksack lässt, hat womöglich manch spannendes Motiv verpasst:

Werde dein eigener Sturmjäger!

Denn nun spiegeln sich Gebäude und Autos in den Pfützen und entdecken wir im verregneten Garten zahllose spannende Motive im Makrobereich. Allen voran Regentropfen unterschiedlicher Größe, die – sobald die ersten Sonnenstrahlen durch die dichte Wolkendecke dringen – wie Diamanten im Licht funkeln.

Freilich stellt der Makrobereich nur ein Genre der Schlechtwetter- und Regenfotografie dar. Denn auch die Lichtstimmungen, wenn noch letzte Sonnenstrahlen auf eine Landschaft fallen, über der sich bereits drohende schwarze Wolkenformationen auftürmen, liefern uns Bilder, die man so schnell nicht vergisst. Tatsächlich gibt es – gerade in den Staaten – regelrechte „Storm Hunters“, die sich just darauf, auf Fotos und Filmaufnahmen in Extremsituationen, spezialisiert haben. Auf Bilder von Tornados und Gewittern, die natürlich nicht ohne Gefahr sind. Daher gilt auch bei normalen Regenfotos „Safety first“ und solltest du Gewitterwolken und zuckende Blitze lediglich aus sicheren Gebäuden oder dem Wagen heraus in Szene setzen. Schließlich will sich ja niemand für ein Foto in Gefahr bringen.

Dennoch bieten sich, jenseits derartiger Extreme wie professioneller Sturmjäger, auch windige und verregnete Tage für eindrucksvolle Fotos und Filmaufnahmen regelrecht an. Denn jetzt können wir fallende Blätter filmen, die von den Böen erfasst werden. Oder aber – mittels einer längeren Belichtungszeit – Regentropfen unscharf einfangen, die sich dann wie eine verwischte Spur durch unser Bild ziehen. Das funktioniert, so Olafs Tipp, natürlich auch bei Schnee: Denn auch hier kannst du, mittels kurzer Verschlusszeiten, die einzelnen Flocken knack scharf einfrieren. Oder aber du entscheidest dich ganz bewusst für eine Langzeitbelichtung (siehe dazu auch unseren eigenen Artikel!), so dass der Schneefall zu weißen Streifen in deinem Bild führt.

Welche Kamera benötige ich für Fotos an verregneten Tagen?

Natürlich muss deine Kamera der Feuchtigkeit und den Regentropfen standhalten. Hier kannst du dir mit Plastiktüten behelfen; besser wäre es freilich, wenn du dir ein robustes, dem Regen und aufwirbelndem Sand trotzendes Modell kaufst.

In diesem Zusammenhang finden sich im Fotohandel und seitens der Hersteller unterschiedliche Begriffe, da der Schlechtwetter- und Regenschutz deiner Kamera nicht klar definiert ist. Manche bezeichnen ihre Modelle als „wetterfest“, wohingegen andere lediglich von einem gewissen Schutzmechanismus gegenüber Feuchtigkeit und eindringendem Staub reden.

Generell ist es kein Geheimnis, dass sich Sony bei seinen Systemkameras und Objektiven mit einem echten Staub- und Regenschutz eher schwertut. Pentax dagegen gilt als d e r Garant für wetterfeste Gehäuse, was freilich nichts mit der Tatsache, dass es sich bei einer K 50 oder K 1 um eine Spiegelreflexkamera handelt, zu tun hat.

Denn auch Hersteller spiegelloser Kameras wie Fuji oder Panasonic können mit äußerst robusten Lösungen punkten. Wichtig ist freilich, dass auch das Objektiv selbst seinen eigenen Wetterschutz aufweist. Denn sonst könnten just hier, an der Nahtstelle zwischen Body und Optik, Regen und Staub eindringen.

Obwohl es sich dabei natürlich nur um eine subjektive Auswahl handelt, möchte dir Robert im Folgenden dennoch gerne einmal einige seiner Lieblingskameras vorstellen, die er selbst schon bei Expeditionen und unter rauen Umweltbedingungen genutzt hat:

  • D i e Kamera für Schlechtwetterfotografen, die auch mal im strömenden Regen fotografieren wollen, ist sicherlich die Pentax K 1, eine Vollformatkamera mit einem 36,4 Megapixel Sensor, die heute (Stand des Artikels: April 2020) schon für rund 1.300 Euro zu haben ist und zu Recht als äußerst robust gilt. Denn das Gehäuse, das übrigens auch das bei Landschafts- und Makrofotografen äußerst begehrte Klappdisplay besitzt, ist dank seiner 87 Dichtungen staub- und wetterfest und kann auch Temperaturen bis – 10 Grad Celsius mühelos wegstecken.
  • Im Reigen der wetterfesten Kameras mit APS-C Sensor besitzt dagegen Fuji einen hervorragenden Ruf. Hier gilt zum Beispiel die X-T 2 als äußerst solides Handwerkszeug, das so schnell nichts aus der Bahn wirft. Zusammen mit dem professionellen FUJINON XF 16-55 mm F 2.8 R LM WR Objektiv, erwirbst du dir hier eine äußerst robuste Kombination. Denn auch das Objektiv selbst (das freilich mit rund 1.000 Euro nicht ganz billig ist!) verfügt über sieben Dichtungen und gilt damit als witterungs- und frostbeständig. Ein Präzisionsinstrument, mit dem du auch im Regen, bei Schneefall oder bei Temperaturen bis zu – 10 Grad Celsius ohne schützende Plastiktüte tolle Fotos machen kannst.
  • Dass auch Kameras mit den kleinen MFT Sensoren äußerst robust sein können, stellen sowohl Olympus wie auch Panasonic eindrucksvoll unter Beweis. Wenn du ein Fan dieser Sensorgröße bist und auch an Regentagen auf Motivsuche gehen willst, dann könnte zum Beispiel die Olympus OM-D E-M 5 Mark II eine geniale Wahl sein. Zusammen mit dem spritzwassergeschützten und brandneuen (Preis: circa 650 Euro) M. Zuiko Digital ED 12 – 45 mm F 4 PRO Objektiv erwirbst du dir eine Kombination, die gleichermaßen kompakt wie robust ist. Zudem verfügt das Zoom-Objektiv mit seiner KB äquivalenten Brennweite von 24 bis 90 Millimetern über hervorragende Makroeigenschaften und kann daher auch fürs Fotografieren von Regentropfen, etwa auf dem Pflaster oder Gräsern, in Betracht kommen. Für Landschaften und Porträts bei Regen empfiehlt es sich allemal.

Übrigens kann es Sinn machen, auch die Frontlinse wetterfester Objektive durch einen neutralen UV-Filter zu schützen. Denn je weniger du dein eigentliches Objektiv putzen und mit einem Mikrofasertuch abwischen musst, desto weniger besteht die Gefahr, dass du dir unbeabsichtigt die Linse verkratzt!

Welche Motive finden sich bei Sturm und / oder an verregneten Tagen?

Die Auswahl dessen, was dir verregnete Tage zu bieten haben, ist schier unerschöpflich. 9 Beispiele:

  • Fensterscheiben, Pflaster und Motorhauben mit dekorativen Regentropfen und Schlieren
  • Pfützen und andere Wasserflächen, die der Wind kräuselt
  • Regentropfen auf Gräsern, Blättern und Blüten, mitunter auch nasse Insekten und Kleintiere – du solltest also unbedingt dein Makroobjektiv mitnehmen
  • Gewitterfronten und düstere, tief hängende Wolken, die bei Sturmböen auch mal rasch über das verregnete Land ziehen
  • zuckende Blitze, aber auch geradezu mystisch anmutende Lichtstimmungen, wenn urplötzlich die Sonne durchs dichte Gewölk bricht
  • Regenbogen und Nebelschwaden, die wie Kobolde durch die Natur geistern
  • fallende Blätter, die der Wind verweht hat
  • Bäume, die sich im Wind biegen
  • Spiegelungen auf den nassen Straßen und in Pfützen

Zudem kannst du natürlich mit einem (mutigen) Model gerade jetzt tolle Bilder anfertigen. Etwa lustige Regenfotos im „Ostfriesennerz“. Oder du lässt eine junge Dame barfuß in den Pfützen tanzen (planschen), sobald die Sonne wieder scheint, jedoch das Pflaster noch nass ist.

Möglichkeiten für ein Porträt Shooting bei Regen gibt es viele. Wichtig ist nur, dass du auch an Accessoires wie Regenschirme denkst, die zum einen nicht wetterfeste Kameras schützen, aber auch selbst als Motiv taugen. Zudem solltest du einige Plastikplanen einpacken, falls du dich mal für ein Foto flach auf den Bauch legst.

Mit welchen Verschlusszeiten kann ich den Regen einfrieren?

Mit kurzen Verschlusszeiten kannst du Regentropfen, auch solche, die vom Autolack abprallen, regelrecht „einfrieren“. Das funktioniert auch bei Landschaftsaufnahmen und dann, wenn Schnee fällt. Hier kannst du mit einer Belichtungszeit von 1/500 Sekunde ganz sicher jede einzelne Flocke glasklar auf dein Bild bannen.

Manche Fotografen bevorzugen jedoch genau das Gegenteil und wollen, dass fallender Schnee zu weißen Schlieren und der Regen zu einer Art Schleier verwischt. Du musst also ein wenig experimentieren und deinen ganz persönlichen Stil finden.

Wichtig wäre es, so Robert, dass du dir in deinen Bildern eine gewisse Bandbreite bewahrst. Also fotografiere dein Model doch ruhig mal durch eine verregnete Scheibe oder erzeuge künstliche Tau- und Regentropfen auf Blättern und Blüten, die du dann mit Schönwetter-Fotos mischst.

Zudem kann es äußerst attraktiv wirken, wenn du in einer Collage denselben Baum einmal bei Sonnenschein und einmal vom Wind zerzaust zeigst. Ebenso spannend sind Landschaften im Verlauf der Jahreszeiten. Du musst freilich dadurch, dass du dir deinen Standpunkt merkst oder gar markierst, für einen identischen Blickwinkel sorgen, damit die Fotos bis auf die natürlichen Faktoren – also die Frühlingssonne und das herbstliche Schietwetter – absolut deckungsgleich scheinen.

Wolken als Motiv

Gerade dann, wenn du Wolken fotografierst, kann das kamerainterne RAW Format seine Stärken voll ausspielen. Denn so verbleiben dir genügend Reserven und kannst du in der Nachbearbeitung – falls nötig – noch mehr Struktur ins Firmament zaubern. Besonders dramatisch wirken natürlich jene Wolkenformationen und Schlechtwetterfronten, die sich vor Starkregenereignissen und Gewittern aufbauen. Allerdings brauchst du dabei, gerade im Hochgebirge, einen sicheren Unterschlupf in deiner Nähe, denn niemand sollte sich für ein Foto in Gefahr bringen.

Auch Morgenwolken oder ein Sonnenuntergang, der mit einer dramatischen Lichtstimmung einhergeht, können wir ein tolles Motiv bieten. Du musst nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Und dann auch noch deine Kamera dabeihaben. Daher bieten sich gerade für Wolken- und Sturmjäger kompakte Systeme an, die man möglichst oft dabeihat.

Bei spannenden Wolkenformationen und Lichtstimmungen darfst du übrigens ruhig auch mal vom so genannten Goldenen Schnitt abweichen. Der besagt, dass der Himmel etwa ein Drittel deines Fotos einnimmt. Rund ein weiteres Drittel ist dann dem Hauptmotiv gewidmet, und die restliche Fläche des Fotos zeigt den Vordergrund. Doch ein Regenbogen oder eine mächtige Sturmfront, durch die nur noch hie und da die Sonne hervorbricht, darf schon mal dein Bild nahezu komplett beherrschen. Die eigentliche Landschaft wird dann – beinahe als Randnotiz – an den unteren Bildrand verbannt.

Gewitter fotografieren

Spätestens, wenn die ersten Blitze vom Himmel zucken, solltest du dich dann in ein Haus oder zumindest ein Fahrzeug zurückziehen. Am besten fotografierst du Blitze vom Stativ aus und im Rahmen einer Langzeitbelichtung. Bei Werten von 30 Sekunden – falls möglich auch länger – hast du auf dem Höhepunkt eines starken Gewitters dann gute Chancen, dass du zumindest eine dieser gewaltigen atmosphärischen Entladungen als gleißende Lichtspur auf deinem Bild hast.

Derartige Werte lassen sich freilich nur bei Nacht erreichen. Tagsüber würdest du mit einer derart langen Verschlusszeit dein Foto hoffnungslos überbelichten, selbst wenn es auf dem Höhepunkt des Unwetters natürlich zunehmend düster wird. Dennoch benötigst du bei der Gewitterfotografie tagsüber in aller Regel einen so genannten Graufilter.

Zudem kannst du dein Objektiv möglichst weit abblenden und niedrige ISO Werte einstellen. Apropos, Kamera: Damit fokussierst du am besten auf Unendlich oder sogar komplett manuell. Dann am besten auf einen markanten Punkt in der Landschaft, etwa einen alten, windschiefen Baum oder eine verwitterte Ruine, die du dir noch scharf im Bild wünschst. Übrigens haben einige Kameras, zum Beispiel Olafs geliebte Sony 7 R III, im Timer ein nützliches Feature.

Denn hier kann der Zeitauslöser auch so eingestellt werden, dass er nacheinander drei Aufnahmen am Stück fertigt. Das hilft dir nicht nur bei Selfies mit der Familie (falls mal jemand blinzelt), sondern kann auch deine Chance für einen Treffer bei den Blitz- und Gewitterfotos erhöhen.

Porträts bei Regen

„Dancing in the Rain“, so lautete der Titel eines Liedes der spanischen Sängerin Ruth Lorenzo, das 2014 die Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest gewann … doch im Regen kann man nicht nur tanzen, sondern auch grandiose Porträts fertigen. Etwa mit einer verregneten Scheibe (die Tropfen können dabei auch künstlicher Natur sein), durch die eine Person nach draußen blickt, so dass das Model und sein Fotograf durch das Glas getrennt sind.

Natürlich lohnen auch Fotos, bei denen Kinder – „bewaffnet“ mit Regenmänteln und farbenfrohen Gummistiefeln – in den Pfützen planschen. Ebenso könntest du eine junge Lady porträtieren, die ausgelassen und am besten auch noch barfuß auf dem nassen Asphalt tanzt. Möglichkeiten, den Regen zum Thema zu machen und in ein Porträt Shooting mit einzubeziehen, gibt es viele. Mal mit, mal ohne Regenschirm. Mal im „Ostfriesennerz“, dann wieder leichter bekleidet. Denn auch ein Foto, das eine junge Dame im Bikini in einem Sprühregen aus funkelnden Tropfen zeigt, entpuppt sich in aller Regel als Publikumsliebling auf Instagram & Co.

Apropos, Regentropfen: Ganz gleich, ob dein Regen aus einem Schlauchsystem kommt oder aber wirklich Mutter Natur ihre Hände im Spiel hat … am schönsten wirken die Tropfen dann, wenn du sie von hinten anstrahlst. Am besten arbeitest du daher mit zwei oder auch mehreren „entfesselten“ Blitzen, wobei eine Lichtquelle (schräg) hinter dem Model steht und den Regentropfen ihren ganz besonderen Glanz gibt. Der oder die anderen Blitze leuchten dann das Model selbst aus.

Hierbei solltest du übrigens nicht allein die native Systemblitze deines Kameraherstellers im Blick haben. Denn auch Fremdhersteller wie Godox liefern preiswerte und dennoch äußerst spannende Lösungen, darunter den Godox V 1 mit Rundkopf, in dem bereits ein Empfänger für den Blitzauslöser verbaut ist. Du musst dir also nur noch einen zusätzlichen Trigger und einen weiteren „normalen“ Blitz kaufen. Etwa den leistungsstarken V 860 II, der auch für Fuji oder Panasonic- und Olympus User erhältlich ist. Somit hast du – unabhängig von der Kamera, die du benutzt – heute die Möglichkeit, entfesselt oder auch im Rahmen einer High Speed Synchronisation (HSS Mode) zu blitzen. Denn auch dieses Feature bieten dir die Godox Blitze und Trigger an.

Wasser- und Regentropfen als Motiv

Um Regentropfen einzufrieren, benötigst du mindestens eine Verschlusszeit von 1/250 Sekunde. Spätestens bei 1/500 s bist du dann auf der sicheren Seite. Am besten wirken Tropfen vor einem dunklen Hintergrund oder dann, wenn sie auf einen dunklen Wagenlack prasseln und von dort wieder hochspringen. Arbeitest du dabei zusätzlich mit Blitzen, dann sollte einer davon – wie eben bei einem weiblichen Model beschrieben – von schräg hinten den Regen ausleuchten. Ggf. musst du zudem im HSS Modus arbeiten, falls dir die normale Blitzsynchronzeit deiner Kamera nicht ausreicht. Ein bisschen Technik ist also schon dabei.

Als Anfänger in Sachen Makro- und Regenfotografie kannst du dir aber auch ruhende Tropfen als Motiv wählen. Etwa nach einem warmen Sommerregen, wenn zahllose funkelnde Tröpfchen, wie kleine Diamanten, auf Spinnennetzen, in Blüten und im Gras hängen.

Künstlicher Regen und Tau aus dem Zerstäuber

Da sich die Natur bekanntlich nicht manipulieren lässt und keinem Drehbuch und keinen Regieanweisungen folgt, kannst du dir deinen Regen und Tau natürlich auch künstlich herstellen. Zum Beispiel mit einer Gießkanne oder einem Wasserzerstäuber, mit denen du Blüten oder Blätter, die du gleich fotografieren willst, einem künstlichen Regenschauer aussetzt. Doch Obacht, dass dein Motiv dabei nicht klatschnass wird. Denn derart „ertränkte“ Blüten wirken unnatürlich, so dass weniger mitunter mehr ist.

Auch bei Fotos von Früchten, etwa einer aufgeschnittenen Orange, können Wassertropfen, die auf das Obst prasseln und von dort wieder abprallen, dessen saftige Frische und Gewinn für unsere Gesundheit nochmals unterstreichen. Es kommt also immer auch ein bisschen auf die Aussage und den Symbolgehalt an, den du mit deinem Foto anstrebst. Derartige Food Fotos lassen sich übrigens auch hervorragend in deiner Badewanne realisieren. Denn dort wirken die weißen Wände, über die du indirekt blitzt, wie eine riesige Softbox – gar wie ein Lichtzelt -, und hast du mit deinem Brausenkopf auch einen künstlichen Regenspender zur Hand!

Checkliste für das Fotografieren bei Regen

Du brauchst:

  1. eine Kamera samt Objektiven, die zumindest einen grundsätzlichen Schutz gegen Staub und Spritzwasser aufweisen
  2. ein Stativ, falls Gewitter oder tiefhängende, rasch ziehende Wolken im Rahmen einer Langzeitbelichtung dein Motiv sind
  3. Blitze samt Trigger zum Ausleuchten von Regen(tropfen) und eigentlichem Motiv
  4. Plastiktüten zum Schutz deiner Ausrüstung und eine Plastikplane, falls du dich für ein Motiv mal flach auf den Bauch legst (vor allem dann, wenn deine Kamera nur ein fest verbautes Display hat)
  5. weitere Plastikplanen zum Schutz deiner Ausrüstung, denn nicht jeder Fotorucksack ist automatisch wasserdicht
  6. Regenschirme und Gummistiefel, die nicht nur als lustiges Accessoire dienen (denn es gibt auch Stative, an denen man einen dazu passenden Schirm als Regenschutz für die Kamera montieren kann)
  7. Schuhe und Kleidung zum Wechseln; ggf. eine Thermoskanne mit heißem Kaffee oder Tee

Du möchtest nicht nur fotografieren, sondern auch Regentropfen filmen?

Anbei noch – quasi als Bonusmaterial – ein paar Tipps für all diejenigen, die mit ihrer Spiegelreflex- oder Systemkamera filmen wollen. Gerade hier hatte, im Reigen der beiden Platzhirsche, lange Canon die Nase vorn. Denn der Live View bzw. Video Autofokus war bei Nikon anfangs völlig indiskutabel. Das hat sich nunmehr mit der D 780 geändert. Bei Nikons spiegellosen Kameras funktioniert der Video-Autofokus ohnehin tadellos.

Doch auch Kameras mit MFT Sensoren bieten sich für (semi) professionelle Filmemacher und Blogger regelrecht an. Die reichen zwar niemals an die Auflösung und Freistellungsmöglichkeiten (bezüglich der Hintergrundunschärfe) einer Vollformat-Kamera heran, können aber – wie zum Beispiel bei der Panasonic GH 5 und den Olympus OM-D Modellen – mit den besten Bildstabilisatoren punkten, die derzeit auf dem Markt sind. Die ersetzen beinahe ein Schwebestativ respektive einen Gimbal, so dass du sogar von einem Skateboard aus, aus dem fahrenden Wagen heraus oder auch im Laufen nahezu ruck- und verwacklungsfrei filmen kannst. Kameraschwenks stellen damit gar kein Problem mehr dar.

Zudem besitzen die GH 5 wie auch die eingangs genannte OM-D E-M 5 Mark II ein frei schwenkbares Display, das vor allem beim Filmen und Fotografieren bodennaher Szenen äußerst nützlich ist. Im Ruhezustand lässt es sich dann Richtung Kameragehäuse drehen, so dass es – im Gegensatz zu einem Klappdisplay – vollständig vor Kratzern geschützt ist.

Wenn du dich fürs Filmen, gerade von Regenschauern und Tropfen, interessierst, solltest du zudem darauf achten, ob die Kamera deiner Wahl auch Zeitlupenaufnahmen zulässt!


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